Filme, die man gesehen haben muss: Horrorfilme - Diese Klassiker gehören in jede Sammlung

Tobias Heidemann 3

Schmeißt die Kettensägen an und stellt das Blut kalt. In unserer Artikelserie „Filme, die man gesehen haben muss“ widmen wir uns heute den einflussreichsten Filmen des Horror-Genres. Wie auch schon bei unserer Top-Liste zu den wichtigsten Actionfilmen wird es hier nicht um kommerziellen Erfolg, gewonnene Filmpreise, Fan-Popularität oder die Rezeption bei Kritikern gehen, sondern ausschließlich um den historischen Einfluss dieser Filme auf ihr Genre selbst. 

Filme, die man gesehen haben muss: Horrorfilme - Diese Klassiker gehören in jede Sammlung

 

Horrorfilme, die man gesehen haben muss: 1930- 1980

Filme, die man gesehen haben muss - was bedeutet das genau? Gesucht wurden stilprägende und innovative Horrorfilme, die ihr Genre dank ikonischer Momente und neuer Formen der Inszenierung mehr beeinflusst haben als jeder andere Film.

Und weil uns die Welt der Monster, Psychopathen, Dämonen und Geister so viele wunderbare Klassiker und verstörende Meilensteine zu bieten hat, gibt es die Must-See Horrorfilme dieses Mal sogar im Artikel-Doppelpack. Los geht es mit den wichtigsten Horrorfilmen, die vor den 80er Jahren veröffentlicht wurden. Im nächsten Teil von „Filme, die man gesehen haben muss“ widmen wir uns dann der Periode 1980 bis 2015.

Filme, die man gesehen haben muss-Horror01

Dracula auf blu-ray *

Dracula (1931)

Ratet mal, welche fiktive Figur häufiger adaptiert wurde als jede andere. Spoiler: Es ist nicht Dracula. Der transsilvanische Blutsauger ist nämlich nur auf Platz zwei der am häufigsten verfilmten Figuren aller Zeiten. Ganz oben steht Sherlock Holmes. Beeindruckend ist die ungeheure Faszination für das tragisch angelegte Sex-Monster aus den Karpaten aber dennoch. Den wohl wesentlichsten Beitrag zur weltweiten Popularität des blutsüchtigen Grafen hat neben seinem Erfinder Bram Stoker vor allem Regisseur Tod Browning mit seinem „Dracula“ aus dem Jahr 1931 geleistet.

Brownings „Dracula“ revolutionierte das noch junge Genre in stilistischer und technologischer Hinsicht, hatte aber aus einem ganz anderen Grund enormen Einfluss auf all jene Horrorfilme, die ihm nachfolgten. „Dracula“ war realistisch. Hier ging es trotz des Übernatürlichen um ein reales Drama, um echte Gefühle und echte Konsequenzen. Andere Filme (vor allem „Nosferatu“) hatten diese Töne in gewisser Weise lange vor „Dracula“ angeschlagen, doch nie so überzeugend und nie mit einem derartigen kommerziellem Erfolg. Bela Lugosi schenkte dieser für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Herangehensweise sein menschliches Antlitz und der Welt damit eine bis heute nicht endende Vampir-Manie.

Dracula 1931 Trailer.

 

Filme, die man gesehen haben muss-Horror02

Psycho auf Blu-ray *

Psycho (1960)

Alfred Hitchcocks “Psycho“ hat das Filmemachen selbst für immer verändert. Dass der Streifen eben auch das heute so populäre Slasher-Genre im Alleingang aus der Taufe hob, erscheint dabei schon fast nebensächlich. Vor allem Hitchcocks manipulative Kamera und seine Darstellung von Gewalt veränderten alles, was man bis dato über das Mainstream-Kino zu wissen glaubte.

Anstatt wie üblich das Geschehen mit einem Blick über die Schulter einzufangen, inszenierte Hitchcock aus dem Kopf heraus. First Person-Perspektive, das bedeutete eine unmittelbare, emotionale und psychologische Identifikation mit dem Blick des Opfers – und das war das wirklich revolutionäre an „Psycho“ – mit dem Täter. Hitchcock zwang das Publikum mit seiner Inszenierung zur Sympathie mit dem Teufel. Auch dramaturgisch fanden wir uns ab der zweiten Hälfte des Films plötzlich auf der Seite von Norman Bates wieder. Auf der Seite eines Killers. Das sorgte natürlich für eine heftige Kontroverse unter den Sittenwächtern und schließlich dazu, dass Hitchcock mit „Psycho“ auch die Zensur von Horrorfilmen für immer veränderte. Doch das ist eine andere Geschichte.

Psycho Trailer.

Filme, die man gesehen haben muss-Horror03

Bis das Blut gefriert auf Blu-ray *

Bist das Blut gefriert (1963)

Wenn ihr euch von den hier gelisteten Filmen nur einen Horror-Klassiker ansehen werdet, dann lasst es bitte „The Haunting“ sein. Horrorfans werden hier garantiert einen Mordsspaß haben. Der Film ist nicht nur ein immer noch hübsch gruseliges Unterhaltungsmonster, er hat auch so viele bekannte Genrestandards gesetzt, dass es eine wahre Freude ist, sie alle zu finden.

Ein leidenschaftlicher Professor/Nerd, der das Übernatürliche mit zweifelhaften Methoden zu erforschen sucht, der polterige, nervige Skeptiker, der  natürlich sein Fett weg bekommt, das traurige Mädchen mit dem heißen Draht zur Hölle - das sind nur einige der Archetypen, die in diesem Geisterfilm erstmals das Licht der Horrorwelt erblickten. Doch damit nicht genug. Fast jede Schreck-Inszenierung, jede Kamerafahrt und jede Erkundung alter Herrenhäuser, die wir im Geisterfilm zu Gesicht bekommen, hat hier ihren Ursprung. Filme wie “Amityville Horror“, „Poltergeist“, „The Others“, „Insidious“ oder auch „The Conjuring“ wurden durch diesen Film direkt beeinflusst. Wer Geisterfilme mag, muss diesen Film kennen. Basta!

The Haunting Trailer.

 

 

Filme, die man gesehen haben muss-Horror04

Die Nacht der lebenden Toten auf Blu-ray *

Die Nacht der lebenden Toten (1968)

George A. Romeros Kultklassiker gilt heute als einer der besten Filme aller Zeiten und wurde mit mehr Ehrenpreisen überschüttet als es Zombies im Film zu sehen gibt. Wobei das Z-Wort im Film ja gar nicht gesagt wird. Überhaupt kursiert diesbezüglich eine Vielzahl von Fehlinformationen. So hat Romero die Zombies weder erfunden noch war er der Erste, der sie auf die Leinwand brachte. Das alles hat „Die Nacht der lebenden Toten“ auch gar nicht nötig. Der Film ist auch so grandios.

Romero drehte 1968 einen kleinen Independent-Film mit einem Budget von 120.000 Dollar, der gesellschaftlich relevant war, unglaubliche brutale Szenen hatte und am Ende weit über 12 Millionen Dollar einspielte. Unabhängig, schockierend, relevant und erfolgreich - bis heute ist das die magische Kombination, die so viele Horrorfilme zu erreichen versuchen. „Die Nacht der lebenden Toten“ war der erste Film, dem dieses Kunststück gelang. Es ging um Vietnam, es ging um Rassenunruhen und um eine Eskalation von Gewalt. Ein skandalöses Paket, das 1968 als Urknall des billig produzierten Horrorfilms die Filmwelt erschütterte.

Filme, die man gesehen haben muss-Horror06

Rosemary´s Baby auf Blu-ray *

Rosemary’s Baby (1968)

Während George A. Romero die Gewaltdarstellung im Horrorfilm mit seinen Untoten in neue Höhen peitschte, suchte Roman Polanski im gleichen Jahr nach der Angst im Alltäglichen. Sein deutlich leiserer Film, obwohl er keinen einzigen Tropfen Blut zeigt, sollte letztlich der verstörendere von beiden werden. „Rosemary´s Baby“ geht eigentlich jedem unter die Haut.

Ein Film, der gerade über seine realistische und nachvollziehbare Darstellung von alltäglichen Problemen in der entfremdeten Großstadt eine ungeheure Kraft entfesseln kann. Mit dieser Form eroberte sich „Rosemary´s Baby“ nicht nur die Aufmerksamkeit der Oscar-Academy, sondern auch ein neues Publikum. Zudem trat hier das Okkulte und Satanische zum ersten Mal in seiner realistisch gezeichneten Form auf die Bildfläche. Dutzende Filme wie etwa „It’s Alive“ (1974), „The Stranger Within“ (1974), „Das Omen“ (1976) oder „Demon Seed „(1977) wurde im Fahrwasser von Polanskis Meisterwerk produziert. Und dann wäre da noch der nächste Film auf unserer Liste.

Rosemary´s Baby Trailer.

Filme, die man gesehen haben muss-Horror05

Der Exorzist auf Blu-ray *

Der Exorzist (1973)

William Friedkin ließ 1973 einen Geist aus der Flasche, der uns bis heute nicht in Frieden ruhen lässt. Was vorher als trashiger Okkult-Quatsch belächelt wurde, brach plötzlich mit unglaublicher Brutalität in die amerikanische Öffentlichkeit herein. Der „Exorzist“ befreite den Horrorfilm endgültig aus seiner subkulturellen Nische und setzte ihn ein für alle Mal auf die Landkarte der Filmkunst.

Friedkin ebnete nicht nur einer neuen Generation von Filmemachern den Weg ins nun allerorts respektierte Horrorgenre. Mit seiner krassen Bildsprache, dem obszönen Taboobruch und dem realistischen, körperlichen Terror veränderte „Der Exorzist“ auch die Mittel des Horrorfilms für immer. Der Film war seinerzeit ein Skandal und sorgte mit den heute legendären Reaktionen des Publikums auch gleich noch für eine neue Form der Horrorfilm-Vermarktung. Ein Label wie „Der unheimlichste Film aller Zeiten“ fällt schließlich auf.

Der Exorzist Trailer.

 

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Texas Chain Saw Massacre auf Blu-ray *

The Texas Chain Saw Massacre (1974)

„Das Blutgericht von Texas“ brachte den Horrorfilm gleich in mehrfacher Hinsicht voran. Die wohl wichtigste Genre-Innovation dürfte sich entlang der Figur des „Leatherface“ entfaltet haben. Anders als seine mordenden Vorgänger war „Leatherface“ nicht aufgrund eines psychologischen Traumas oder aus Rache auf der Jagd nach seinen Opfern. Die Figur hatte gar keine offensichtliche Motivation - sie war schlichtweg wahnsinnig. Das war neu. Und verdammt beunruhigend.

Genau dieses Unergründete und Ungreifbare war es, was Leatherface in Kombination mit seiner archaischen Brutalität eine ganz neue Dimension der Angst gab. Puren Terror wollte Regisseur Tobe Hooper entfalten. Ein Irrer mit einer Kettensäge will dich töten - und jetzt lauf! Hinzu kam der herunter gekommene Look des Films, der sich im Genre noch weit verbreiten sollte. Ein Film wie „Saw“ wäre zum Beispiel ohne „Texas Chain Saw“ (So der damalige Originaltitel) gar nicht möglich gewesen. Das Blutgericht von Texas zog das Genre in den provinziellen Dreck. Doch auch andere Formen des Films, wie etwa das „Final Girl“, das als einzige Überlebende den Kampf gegen den Wahnsinnigen aufnehmen muss, hinterließen im Genre für immer ihre Spuren.

 

Filme, die man gesehen haben muss-Horror10

Shining auf Blu-ray *

The Shining (1980)

Auch wenn sich mit „Das Omen“ und „Halloween“ Ende der 70er Jahre noch zwei weitere, sehr bedeutende Streifen für unsere Liste von Horrorfilmen, die man gesehen haben muss, empfehlen, so stellen sie doch in erster Linie nur besonders gut gemachte, clevere Variationen bereits realisierter Filme dar. Während sich „Halloween“ offenkundig bei „Psycho“ und „Texas Chain Saw“ bediente, entwickelte „Das Omen“ den christlich geerdeten Horror von „Der Exorist“ und „Rosemaries Baby“ stimmungsvoll weiter.

Auch Stanley Kubricks „The Shining“ könnte man auf den ersten Blick lediglich eine Weiterentwicklung des Slasher-Movie oder der Geistergeschichte attestieren. Das visuelle Erbe des Films würde man damit aber komplett außer Acht lassen. Und das wäre nicht in Ordnung.

Von den unheimlichen Kindern über die schaurige Anfahrt zum Hotel bis hinzu zu den Blutfontänen aus dem Fahrstuhl - Kubriks Bilder sind überall. Seine Axt hat sich seither durch etliche Türen geschlagen und an seinem genialen Hauptdarsteller muss sich jeder Psychopath bis heute messen. Und als wäre das noch nicht genug, hat Kubriks filmische Intelligenz den Horrorfilm an sich gleich noch für die Ewigkeit geadelt. Mit „The Shining“ stand für immer fest, dass Horrorfilme bildschön und sehr intelligent sein können.

 

Horrorfilm Klischee-Quiz: Würdest DU einen Horrorfilm überleben?

Du ärgerst dich immer über die platten Klischees in Horrorfilmen und die Dummheit der Protagonisten? Dann haben wir da was für dich. Mach´s besser! Würdest DU einen Horrorfilm überleben. Je besser du dich mit Horror-Klischees auskennst, desto höher sind deine Überlebenschancen.

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