Ex Machina - Kritik

Philipp Schleinig 1

EX MACHINA Trailer Deutsch German & Kritik Review | Oscar Isaac 2015 [HD].
Kann der Sci-Fi-Thriller „Ex Machina“ auch der Kritik der GIGA FILM Redaktion standhalten?

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Die cinematische Auseinandersetzung mit dem Thema künstliche Intelligenz ist, vielleicht nicht ganz so alt wie das Kino selbst, aber schon des Öfteren auf der großen Leinwand dargestellt worden. Das begann 1926, als Fritz Lang in „Metropolis“ den Menschen durch Roboter die Arbeit abnahm, und setzte sich in „2001: Odyssee im Weltraum“, „Terminator“ und natürlich Steven Spielbergs „A.I. – Künstliche Intelligenz“ fort. Die Ansprüche, wie auch die Erfolge waren jeweils verschieden. Alex Garland und seinem Versuch in „Ex Machina“ sei es zu gönnen, von zahlreichen Zuschauern gesehen zu werden.

Für Garland ist „Ex Machina“ die erste Regie-Arbeit, doch ein Unbekannter ist er in Hollywood nicht. So entwarf er bereits die Drehbücher zu den Danny-Boyle-Filmen „28 Days Later“ und „Sunshine“, nachdem Boyle bereits Garlands Roman „Der Strand“ umgesetzt hatte. In „Ex Machina“ geht es dem Regisseur nun nicht so sehr um die Bedrohung, die von einer künstlichen Intelligenz ausgehen kann und in Filmen wie „I, Robot“ oder „Transcendence“ ad absurdum behandelt wurde, sondern um die emotionale Bindung zwischen Mensch und Maschine.

Im Fokus von „Ex Machina“ steht der Web-Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson), der durch ein betriebsinternes Gewinnspiel die Möglichkeit bekommt, den zurückgezogenen Konzernchef Nathan (Oscar Isaac) in dessen abgelegenem Anwesen zu besuchen. Urlaub und Erholung stehen dabei aber weniger auf dem Plan. Vielmehr soll Caleb Nathan bei einem Experiment helfen und eine emotionale Verbindung zu einer künstlichen Intelligenz – der weibliche Roboter Ava (Alicia Vikander) – aufbauen. Doch in der Abgelegenheit entspinnt sich ein Spiel zwischen dem Trio, welches mit Vorsicht zu genießen ist.

Dies gilt allerdings weniger für den Zuschauer, denn der sollte sich vollkommen auf das Projekt „Ex Machina“ einlassen. Die massiven Betonwände, die die Grundlage von Nathans Anlage stellen, sorgen dafür, dass eine bedrückende Atmosphäre entsteht, der man sich kaum entziehen kann. Man wohnt ebenfalls in der Villa, ist Teil des Experiments und wird laufend dazu angehalten, sich zwischen Vertrauen und Misstrauen zu entscheiden. Dass dies nicht ganz so einfach ist, ist den grandiosen schauspielerischen Leistungen zu verdanken, die „Ex Machina“ definitiv benötigt.

Es ist für den Film unabdingbar, von sinnhaften Dialogen und den dementsprechend Vortragenden getragen zu werden, immerhin geht es hier nicht um eine sci-fi-artige Apokalypse, in der der Held gegen die künstliche Staatsmacht bestehen muss, sondern um ein leises Spiel der Emotionen. Domhnall Gleeson und Oscar Isaac ergeben ein Duo, welches nicht nur in „Star Wars 7“ bestehen muss, sondern auch ein Ausrufezeichen setzt. Dazu kommt Alicia Vikander, die es schafft, in einer starren Mimik und Gestik Gefühle zu vermitteln. Und während man als Zuschauer noch überlegt, wie man selbst auf diese künstliche Emotionsführung reagieren würde, hat „Ex Machina“ bereits alles erreicht, was der Film angesichts der dominierenden Vormachtstellung der (Superhelden-)Blockbuster zu erreichen im Stande ist: Die Auseinandersetzung mit dem Thema, welches unser zukünftiges Leben eines Tages bestimmen wird!

Fazit:

„Ex Machina“ ist weniger eine Studie über die technischen Finessen, als vielmehr eine beeindruckende Beschäftigung mit den Themen von Emotionalität, künstliche Intelligenz, Liebe, Verrat und Misstrauen. Für Fans der dystopischen Zukunftsaussicht ein absolutes Muss.

7,5/10

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