Cinematographie war gestern, heutzutage haben wir schließlich Digitalkameras und können unsere verwackelten, unscharfen Heimvideo-Aufnahmen sogar im Kino präsentieren, ohne dass gemeckert wird. Auch beim Found-Footage-Horrorfilm „Exists“ hat man sich den Kameramann gespart und gleich noch ein paar andere Altlasten über Bord geworfen, die dem Film versehentlich den Anschein von Professionalität verleihen könnten.

 

Exists: Die Bigfoot-Legende lebt!

Facts 

Das Found-Footage-Genre ist nicht gerade für seine Innovationen bekannt: In den meisten Filmen dieser Art geht es um eine Gruppe Jugendlicher mit stark ausgeprägten Geltungsdrang, die sich aus meist unerfindlichen Gründen bei den banalsten Aktivitäten filmen und schließlich bei verschieden Gelegenheiten ums Leben kommen. Auch „Exists“ von Eduardo Sánchez reißt da keine Bäume aus, dafür aber die haarige Kreatur, die den jugendlichen Nachwuchs dezimiert und mit Fahrrädern nach anderen Leuten schmeißt. Der gute alte Bigfoot ist zwar dauerhafter Gegenstand der Kryptozoologie und es wird immer wieder von neuen Sichtungen berichtet, bei denen auch oft der Alkohol keine ganz unwichtige Rolle spielt, doch in der Filmwelt bekommt man das zottelige Ungetüm mit der markanten Schuhgröße vergleichsweise selten zu Gesicht.

Eigentlich wollten die fünf Freunde Elizabeth (Denise Williamson), Todd (Roger Edwards), Matt (Samuel Davis), Dora (Dora Madison Burge) und Brian (Chris Osborn) nur ein paar entspannte Tage in der abgelegenen Hütte von Onkel Bob (Jeff Schwan) verbringen und das coolste YouTube-Video der Welt drehen, doch der Ausflug in die Wälder entwickelt sich schon bald zum Horrortrip. Auf der düsteren Landstraße haben die Teenager erst einen Zusammenstoß und müssen dann auch noch überrascht feststellen, dass sich ihre Behausung, die Onkel Bob schon seit Jahren nicht mehr besucht hat, in einem komplett verwahrlosten Zustand befindet. In der Nacht hören sie unheimliche Schreie, die aus dem Wald dringen und ihnen kommt es vor, als würden sie beobachtet werden. Brain ist sich sicher, es handele sich um den legendären Bigfoot, der in dieser Gegend sein Unwesen treibt. Er macht sich auf die Jagd, um das berüchtigten Waldmonster vor die Kamera zu bekommen, doch seinen Freunde und ihm wird bald klar, dass sie in Wahrheit selbst die Gejagten sind und das Untier aus den Erzählungen eine real existierende und tödliche Bedrohung ist.

Exists Fußabdruck

Anspruchsvolles Horrorkino sollte man bei „Exists“ nicht erwarten, aber mit einem geschulten Blick auf das Cover und die Besetzung sind solche Verwechslungen sowieso ausgeschlossen. Der Film versucht nicht das Rad neuzuerfinden, sondern bietet klassischen Wald-und-Wiesen-Horror mit Found-Footage-Aufsatz. In dieser Beziehung ist der Film allerdings etwas inkonsequent, denn anders als bei „The Blair Witch Project“, mit dem Eduardo Sánchez das Genre einst begründete, wird sich hier kaum um Glaubwürdigkeit bemüht und oft fragt man sich, wie und warum bestimmte Aufnahmen entstanden sind. Oder wo plötzlich der zweite Kameramann herkommt. Oder wie viele Kameras, Akkus, Speicherkarten usw. ein Mensch überhaupt transportieren kann. Die fünf Jugendlichen führen ein komplettes Elektrofachgeschäft mit sich rum, dekorieren damit den halben Wald und können dabei offenbar so verschwenderisch sein, dass sie sogar die nächtliche Dunkelheit filmen. Aus mehreren Perspektiven, mal mit Nachtsicht, mal ohne, um nach acht Stunden Schwarzbild den Sonnenaufgang zu filmen.

Wer dem Found-Footage-Genre generell wenig abgewinnen kann, wird mit „Exists“ kaum Freude haben und von der eher aufgesetzt wirkenden Kameraführung schnell genervt sein. Genrefans bekommen immerhin soliden Horror für zwischendurch, der dank seiner kurzweiligen Laufzeit und einem schnellen Einstieg, bei dem auf eine unnötig lange Einführung der ohnehin völlig klischeehaften Charaktere verzichtet wird, auch nicht wirklich langweilig wird - obwohl sich der Film teilweise schon Mühe gibt, uninteressante Momente auszuwalzen wie einen Crêpe auf dem Weihnachtsmarkt. Das Kostüm vom Bigfoot, von dem man wie in all diesen Filmen meist sowieso nicht viel erkennt, sieht eigentlich ganz okay aus. Dass sowas auch deutlich schlimmer geht, beweist zum Beispiel der Bigfoot-Horrorfilm „Abominable“, bei dem das Pelzmonster vermutlich zu heiß gewaschen wurde und aussieht wie ein Stammgast in Chalmuns Cantina. Wenn Onkel Bob dann später seinen großen Auftritt hat, wird der Film sogar ganz lustig und das skurrile Ende kann dem berühmten WTF-Moment am Schluss von „The Blair Witch Project“ fast das Wasser reichen. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

Die „Exists“ Fußspuren-Jagd

Es atmet. Es jagt. Es existiert. Auf den Seiten von giga.de, wicked-vision.de, dvd-forum.at und filmverliebt.de wurden Fußspuren des berüchtigten Sasquatch gesichtet. Findet alle vier Fußabdrücke, setzt mit ihrer Hilfe das Lösungswort zusammen und schickt eure Lösung an exists@inpromo.de.

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Jan-Thilo Caesar
Jan-Thilo Caesar, GIGA-Experte.

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