Exodus: Götter und Könige - Kritik

Christoph Koch
EXODUS: GÖTTER UND KÖNIGE Trailer Deutsch German & Kritik Review | Christian Bale 2014 [HD].
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Exodus Kritik

Die Bibel ist und bleibt ein beliebtes Thema in der Filmwelt. Schon zu Zeiten des Stummfilms diente sie als Vorlage für allerhand epochaler Filme, die sich mal mehr (“Die Zehn Gebote“) mal weniger (“Ben Hur“) an der Vorlage orientierten. Vor allem in diesem Jahr ist die Bibel im Kino in aller Munde, denn schon im Sommer brachte Regisseur Darren Aronofsky mit “Noah“ ein zentrales Kapitel der Bibel in die Kinos und nun folgt Ridley Scott mit “Exodus: Götter und Könige“. Der “Blade Runner“-Regisseur verbindet in seinem biblischen Werk einen klassischen Erzählstil mit der Bildgewalt des modernen Blockbuster-Kinos und schwelgt in eindrucksvollen Panoramen, doch vergisst bei all denn Schauwerten leider seine Figuren.

Im Jahre 1.300 vor Christus regiert Pharao Seti (John Turturro), unterstützt von seinen Generälen Ramses (Joel Edgerton) und Moses (Christian Bale), das ägyptische Königreich. Eines Tages wird Moses losgeschickt, um herauszufinden, warum es immer wieder zu Sklavenaufständen kommt. Bei seinem Ausflug berichtet ihm der Sklavenälteste Nun (Ben Kingsley), dass Moses ein Israelit sei, der einst versteckt wurde, als der Pharao alle Erstgeborenen aufgrund einer Prophezeiung ermorden ließ. Moses ignoriert das Gerede, doch als Ramses zum neuen Pharao gekrönt wird und er von Moses‘ wahrer Herkunft erfährt, verbannt er seinen Bruder in die Wüste. Dort streift Moses umher, findet schlussendlich Unterschlupf und schon bald hat er eine Vision von Gott, der ihm einen folgeschweren Auftrag erteilt.

Tolle Bilder, wenig Story.

In “Exodus: Götter und Könige“ stehen ganz klar die Schauwerte und die schwierige Beziehung der beiden Brüder Moses und Ramses im Mittelpunkt. Dies beginnt schon mit der eindrucksvollen Eröffnungsschlacht, in der Moses und Ramses gemeinsam in den Kampf ziehen. Hier zieht Ridley Scott alle Register des modernen Kinos und beeindruckt immer wieder mit spektakulären Aufnahmen. Der Konflikt der beiden Brüdern wird ebenfalls gesät und dabei allzu deutlich die Gegensätzlichkeit der beiden Protagonisten offenbart. Zeit für Zwischentöne bleibt nicht.

Die Konzentration auf ein epochales, visuell beeindruckendes Meisterwerk tut auch den Schauspielern nicht besonders gut. Christian Bale als Moses bekommt nur wenige Momente zugesprochen, in denen er seine ganze schauspielerische Klasse ausspielen kann. Sonst bleibt er jedoch unterfordert. Sein Gegenüber Joel Edgerton kann besondern im letzten Drittel des Films schauspielerrisch noch einmal ordentlich auftrumpfen.

Das Bruder-Duell steht eindeutig im Mittelpunk der Geschichte und überschattet alle anderen Schauspieler und Plots, wodurch erstklassige Mimen meist zu besseren Statisten degradiert werden. Joshua (Aaron Paul) sagt vielleicht zwei vollständige Sätze während der 160 Minuten Laufzeit und auch Sigourney Weavers Auftritte bleiben überschaubar. Dazu kommen noch merkwürdige Castingentscheidungen, denn John Turturro in der Rolle des ägyptischen Machthabers hat etwas ungewollt komisches.

“Exodus: Götter und Könige“ fehlt die nötige emotionale Wucht und Spannung um wirklich mitreißen zu können. Selten fiebert man mit den Sklaven oder dem Helden mit oder macht sich gar Sorgen um deren Schicksal. Auch die nötige Tiefe fehlt “Exodus: Götter und Könige“, denn zwar wird die Frage, wie man einem so herzlosen und vernichtenden Gott folgen kann, kurz aufgeworfen, doch verschwindet diese Frage schnell hinter dem nächsten spektakulären Bild, und es bleibt nichts anderes übrig, als visuell beeindruckendes Kino, dem es an Herz fehlt.

rating5

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