Vor zwei Jahren erblödelte sich „Fack ju Göhte“ mit Elyas M`Barek zumindest an den Kinokassen eine Eins mit Sternchen und der Pennäler-Film feierte seine Wiederauferstehung.  Da war ein Sequel natürlich unvermeidlich. Ob sich „Fack ju Göhte 2“ auch lohnt, erfahrt ihr in unserer Kritik! 

 

Fack ju Göhte 2

Facts 
Fack ju Göhte 2

Ein so ruppiger wie attraktiver Ganove tauscht die kühlen Gefängnismauern gegen hitzige Gesamtschulhallen, wird zum Hilfslehrer von Katja Riemanns Gnaden und zähmt eine aufmüpfige Klasse voller grenzdebiler Alpha Kevins und Chantals. Ach ja, nebenbei sucht er natürlich noch nach seinem Diebesgut und verliebt sich in seine strebsame Kollegin. Mit dieser so simplen wie wenig plausiblen Grundidee sorgte Regisseur  Bora Dagtekin mit „Fack ju Göhte“ 2013 für volle Kinosäle und Hauptdarsteller Elyas M`Barek ließ nicht nur die Herzen pubertierender Mädchen höher schlagen.

Dass die Renaissance von Pennälerfilmen wie „Pepe, der Pausenschreck“ nicht zu einer platt-absurden Farce verkam, sondern durchaus ihre Momente hatte, lag allerdings an anderen. Jella Haase als Chantal und Max von der Groeben als Danger haben ihre Rollen als hemmungslos bildungsresistente  Vollpfosten so dermaßen genussvoll und überzeichnet auf die Leinwand gerotzt, dass auch dem verbiestertsten Liebhaber korrekter deutscher Sprache ein kleines Lächeln übers entsetzte Gesicht fahren müsste. Entsprechend gut ist die Nachricht, dass beide Jungschauspieler in „Fack ju Göhte 2“ noch mehr in den Vordergrund rücken dürfen und einfach da weiter machen, wo sie in „Fack ju Göhte“ aufgehört haben. Das ist dann aber leider auch der einzige wirklich nennenswerte Coup einer ansonsten reichlich wirren und gagarmen Fortsetzung.

Sie ist zwar alles andere als hochbegabt, aber auf Chantal ist Verlass.
Sie ist zwar alles andere als hochbegabt, aber auf Chantal ist Verlass. © Constantin Film

Fack ju Göhte 2: Eine kesse Chantal allein reicht nicht aus

Nach einer recht gelungenen und durchaus bissigen Einführung mit einigen gelungenen Seitenhieben auf Bildungspolitik und innerschulische Seilschaften, geht es in „Fack ju Göhte 2“ auf Klassenfahrt nach Thailand. Karoline Herfurth darf wegen eines missratenen Scherzes der 10B nicht mit in den Flieger und so ist Elyas M`Barek alias Zeki Müller  mit der partywütigen Pubertäts-Meute auf sich allein gestellt. Blöd, dass er eigentlich weder Zeit noch Lust hat, sich um die ihm anvertrauten Jugendlichen zu kümmern, denn der wahre Grund für die ganze Unternehmung liegt einzig und allein darin, die Beute aus einem früheren Raub wiederzubeschaffen, die auf Grund einer Kette unlogischer Ereignisse in einem Kuscheltier gelandet ist, welches nun in einem Spenden-Karton für thailändische Obdachlose gelandet ist. Alles klar soweit? Eher nicht und hier kommt ein gravierendes Problem von „Fack ju Göhte 2“ zum Vorschein, das den Drehbuchautoren leider keine Bestnoten zukommen lassen kann. Die Story ist einfach so dermaßen hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen, dass es extrem schwierig wird, mit den gar nicht mal schlecht gezeichneten Figuren mitzufiebern.

Fazit:

Chantal, Danger und die anderen fleischgewordenen Schreckgespenster des Bildungsbürgertums hauen in Thailand richtig auf den Putz und machen Laune - vorausgesetzt man kann sich über derbe Scherze und fiese Wissenslücken amüsieren. Der Rest von „Fack ju Göhte 2“ wirkt leider nur wie eine Aneinanderreihung unlogischer Ereignisse, die weder irgendeinen Sinn ergeben, noch besonders lustig sind. Auch die Tonalität des gesamten Films ist unrund, was besonders bei der plötzlichen Einstreuung obdachloser thailändischer Kinder deutlich wird, die so gar nicht in das heiter-beschwingte Bild des restlichen Films passen wollen. Was bleibt, ist eine wenig stimmige Komödie, die dank einiger gelungener Figuren gerade so das Kino-Abitur schafft und sicher ihr Publikum finden wird, auch wenn ein akuter Kinobesuch nicht zwingend erforderlich ist.

rating5

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