News der Woche: Enttäuschung bei Oscar-Nominierungen

Daniel Schmidt

Es ist endlich soweit: mit der Veröffentlichung der Oscarnominierungen am 15. Januar beginnt wieder die Zeit der Vorfreude auf die größte Preisverleihung der Filmbranche. Aber was für die einen ein Grund zur Freude ist, ist für andere eine herbe Enttäuschung. Denn auch in diesem Jahr haben es einige klare Favoriten und Publikumslieblinge nicht in die Nominiertenliste geschafft.

Bei der Bekanntmachung der diesjährigen Nominierungen ernteten einige Namen auf der Liste tosenden Applaus, manchmal ging gar ein erstauntes Raunen durch die Menge der Zuschauer. Was man allerdings nicht hören konnte, waren die Enttäuschungen, die wohl einige der Anwesenden bei der Verkündung empfanden. Während einige Filme richtig abräumten, wurden andere in den wichtigsten Kategorien ausgelassen oder auch überhaupt nicht bedacht. Wir haben euch die größten Enttäuschungen zusammengefasst.

 

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The LEGO® Movie

Schon als der Golden Globe für den besten Animationsfilm an „Drachen Zähmen Leicht Gemacht 2“ ging, erntete die Entscheidung Kopfschütteln. „The LEGO®“ Movie“ war als klarer Favorit gehandelt. Bei den Academy Awards gab es für den witzigen Animationsfilm zum weltweit beliebten Spielzeugklassiker jetzt nicht mal eine Nominierung. Regisseur und Autor Phil Lord reagierte jedoch gelassen: Aus Legosteinen bastelete er sich kurzerhand seinen eigenen Oscar und teilte sein Werk über seinen offiziellen Twitteraccount.

Selma

Das Drama über den berühmten Menschenrechtler Dr. Martin Luther King ist ebenfalls ein heißer Oscaranwärter und wurde dementsprechend auch für den besten Film nominiert. Angesichts der Tatsache, dass kein einziger der Darsteller nominiert wurde und auch die Regisseurin Ava DuVernay auf der Liste der Trophäenanwärter fehlt, lässt die Chance auf einen Oscar in der eigentlichen Hauptkategorie fast wie ein Zugeständnis wirken.

Böse Zungen behaupten gar, die Academy wolle sich damit von dem Vorwurf reinwaschen, die Integration afroamerikanischer Themen und Darsteller nicht ausreichend zu beachten. Nebenbei: Dass alle nominierten Schauspieler weiß sind, gab es seit 1998 nur noch ein einziges Mal - und zwar 2011.

Ganz abgesehen von der in den USA ewig aktuellen Rassendebatte, ist es immer irgendwie merkwürdig, wenn ein nominierter Film aus der Königskategorie nur mit einer geringeren zusätzlichen Nominierung für den besten Soundtrack bedacht wird, wie im Fall „Selma“.

Foxcatcher

Eigentlich besteht erstmal kein Grund, bei gleich fünf Nominierungen von einer Enttäuschung zu sprechen. Hauptdarsteller Steve Carrell darf auf einen Oscar hoffen, ebenso Nebendarsteller Mark Ruffalo und auch Regisseur Bennett Miller hat die Chance, mit einer Trophäe nach Hause zu gehen. Obendrauf gab es noch Nominierungen für das Drehbuch und für das Maskenbild. Damit kann man durchaus zufrieden sein. Einen bitteren Beigeschmack hinterlässt jedoch die Entscheidung, „Foxcatcher“ nicht als besten Film zu nominieren. Zumal in dieser Kategorie nicht wie in allen anderen wichtigen stets genau fünf Nominierungen zu finden sind. Mit acht Nominierten wäre da auf jeden Fall noch Platz gewesen. Bis zu zehn Filme schafften es in jüngster Vergangenheit ins Rennen. Warum also nicht auch „Foxcatcher“.

 

Cake

Zugegeben, es ist fast ein bisschen aus Sympathie für Strahlefrau Jennifer Aniston, dass man sich zumindest eine kleine Nominierung für „Cake“ gewünscht hätte. Für die „Friends“-Veteranin wäre es die erste Nominierung für den Oscar gewesen. Immerhin war sie gerade für den Golden Globe nominiert, was ja oft als Orakel für die Oscars angesehen wird. Vielleicht ist es ihr ja ein Trost, dass sie dieses Jahr zumindest für eine ganz besondere „goldene Himbeere“ nominiert ist. Der Negativpreis geht nämlich in diesem Jahr mit einer neuen Kategorie an den Start, in der Künstler ausgezeichnet werden, die in der Vergangenheit auffällig schlecht gewesen sein sollen, sich aber gegenwärtig mit großen Leistungen hervortun. Wie dem auch sein, ihr berühmtes Lächeln wird sie sicher nicht verlieren.

Hier gibts die Nominierungen für die Goldene Himbeere 2015*

Gone Girl - Das Perfekte Opfer

Schon bei den Golden Globes lief für „Gone Girl - Das Perfekte Opfer“ nicht wirklich alles nach Plan für Ben Affleck und Co.. Zwar waren Rosamund Pike (Beste Hauptdarstellerin in einem Drama) und David Fincher (Beste Regie) nebst Drehbuch und Soundtrack nominiert, auf der Aftershow-Party gab es dann wohl aber eher Frustsaufen als Feierlaune. Der Film ging komplett leer aus. Bei den Oscarnominierungen hat es sogar einzig Rosamund Pike auf die Liste geschafft. Leider scheint die Academy nicht an den wirklich spannenden Streifen zu glauben, der von den Kritikern nahezu unisono hoch gelobt wurde.

Big Eyes

Ein Favorit der komplett aus den diesjährigen Nominierungen ausgelassen wurde, ist das emotionale Drama Big Eyes. Mit der Auszeichnung als „Beste Hauptdarstellerin in einem Drama“ hätte Amy Adams eigentlich die Oscarnominierung nahezu sicher haben müssen. Auch Christoph Waltz der den Golden Globe zwar nicht bekommen hat, hätte zumindest eine Nominierung verdient gehabt. Schade auch, dass Lana Del Reys Titelsong ihre Golden Globe-Nominierung nicht in eine Chance auf den Oscar verwandeln konnte. Bei den diesjährigen Oscarverleihungen kann das Team also traurigerweise nur mit großen Augen von den hinteren Plätzen aus zusehen.

 

 

Die Liste könnte immer so weitergehen. Immerhin möchte doch irgendwie jeder seinen Lieblingsfilm oder geliebten Kinostart mit einem Oscar ausgezeichnet sehen. Klar, dass nicht immer alle nominiert werden können. Jedoch sind einige Auslassungen schwerer zu verstehen als andere, betrachtet man nicht nur den Erfolg bei den Kritikern, sondern auch die herausragenden Leistungen vieler Beteiligter und den großen Erfolg beim Publikum. Im Zweifelsfall muss man sich eben immer wieder daran erinnern, dass es ja noch ein nächstes Jahr gibt.

 

Hier gehts zur Liste aller Nominierungen für den Oscar 2015*

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