Mit dem Oscar-nominierten Film „Foxcatcher“ ist Bennett Miller ein großartiger Film gelungen. Der Film basiert auf den wahren Ereignissen, die sich auf der Foxcatcher-Farm in den 1990er Jahren zugetragen haben. Daher wollen wir einmal kurz die Hintergründe und die wahre Geschichte von „Foxcatcher“ beleuchten.

 

Foxcatcher

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Achtung: Spoiler bezüglich „Foxcatcher“ können folgen!

Wer „Foxcatcher“ gesehen hat, weiß, dass die Faszination des Films vor allem von der Figur des John du Pont, der im Film von Steve Carell verkörpert wird, ausgeht. Auf der schauspielerischen Ebene gibt Carell die Verhaltensweisen sowie die Mimik und Gestik des Multimillionärs beeindruckend wieder. Es ist die Paranoia und die Cholerik, die Carell so auf die Leinwand bringt, dass sie sich nicht nur auf Mark Schultz (Channing Tatum), sondern auch auf den Zuschauer im Kinosaal überträgt.

Doch wer war eigentlich John du Pont, der sich soweit zum Psycho aufspielte, dass er 1996 den Ringer Dave Schultz niederschoß? Wir beleuchten mal die Hintergründe des „Foxcatcher“-Mordes.

Unsere Kritik zu Foxcatcher

Foxcatcher Hintergründe

Im Film wird die Zeit zwischen dem Verlassen der Foxcatcher-Farm von Mark Schultz und der Erschießung von dessen Bruder Dave unmerklich übersprungen. In der Realität waren es einige Jahre, in denen John du Pont zunehmend einem psychologischen Verfall ausgesetzt war. Er wollte seine Bediensteten und Leibwächter davon überzeugen, dass etwa Dinge aus den Wänden kommen und dass alles Schwarze böse sei. So mussten letztendlich auch alle afroamerikanischen Wrestler in seinem Team die Farm verlassen.

Zudem soll John du Pont seinen Drogen- und Alkoholkonsum in den Jahren vor dem Mord gesteigert haben, sodass es bereits vor der Konfrontation mit Dave Schultz zu einem Vorfall kam: So soll er bereits einen anderen Wrestler mit einer Waffe bedroht haben, was dieser sogar der lokalen Polizei meldete. Diese unternahm allerdings nichts dagegen, da John du Pont aufgrund seiner Großzügigkeit gegenüber der Polizei - Spenden, Übungsplatz auf dem Foxcatcher-Gelände etc. - Vorteile genoss.

Foxcatcher - Trailer Deutsch

Seine psychischen Probleme stammen vor allem aus seiner Kindheit und wurden von seiner Mutter ausgelöst - Tony Soprano lässt im Übrigen grüßen. Er ist komplett isoliert aufgewachsen und hatte nur einen einzigen Freund. Dieser wurde allerdings von du Ponts Mutter bezahlt, um mit ihm Zeit zu verbringen.

Seine wahnsinnigen Machtvorstellungen gingen am Ende sogar soweit, dass er teilweise nur noch einen orangefarbenen Trainingsanzug trug und von seinen Angestellten als „Dalai Lama“ angesprochen werden wollte. Was ihn letztendlich dazu bewog, den bei ihm angestellten Trainer Dave Schultz zu erschießen, wurde nie geklärt. Seine Paranoia und sein psychologischer Zustand lassen aber auf Beweggründe schließen - Neid, Wut, Angst.

Kurz nachdem John du Pont Dave Schultz niedergeschossen hatte, verschanzte er sich für zwei Tage in seinem Haus, bis ihn die Polizei schließlich stellen konnte. Er war nach draußen gegangen, um den Heizapparat wieder anzustellen, nachdem die Polizei ihm den Strom abgestellt hatte.

Wer sich in der Nähe des Anwesens einmal umsehen möchte, kann bei Google folgende Adresse eingeben: Newton Square, PA 19073. Dort hat John du Pont gelebt.

 

Quelle: The Guardian

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Philipp Schleinig
Philipp Schleinig, GIGA-Experte.

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