Wissenschaftler sagen, Komaglotzen ist für traurige & einsame Menschen

Jan-Thilo Caesar 3

Ob Netflix, Amazon oder Maxdome, mittlerweile haben sich schon viele Leute einen Streaming-Anbieter in die eigenen vier Wände geholt und können ihre Serien nicht nur episodenweise konsumieren, sondern gleich die komplette Staffel am Stück gucken. Wissenschaftler sehen hier aber eine Gefahr, denn Menschen, die sowas wirklich machen, haben womöglich ein Problem.

Eine neue Studie von der University of Texas in Austin hat nun bestätigt, was bisher niemand wahrhaben wollte: Wer gut 10 Stunden von seinem Wochenende der neuen Staffel von „Game of Thrones“ opfert, könnte auch Depressionen haben, unter Einsamkeit leiden und Probleme mit der Selbstbeherrschung haben. Die Wissenschaftler attestieren sogenanntes Komaglotzen oder auch Binge-Watching aber schon ab drei oder mehr Folgen, die hintereinander ohne größere Unterbrechung geschaut werden.

Von den 316 befragten Personen, alle im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, haben 75% zugegeben, schon einmal dem Komaglotzen verfallen zu sein. Offenbar eigenen sich vor allem Comedy-Formate oder romantische Serien für den selbstzerstörerischen Marathon: „Orange Is the New Black“, Grey’s Anatomy“, „One Tree Hill“ und Desperate Housewives“ zählen zu den Top-Kandidaten für lange Fernsehabende.

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Menschen, die unter Depressionen leiden oder einsam sind, neigen laut Studie eher zum Komaglotzen - möglicherweise als Form der Alltagsflucht. Für Leute, die sich nicht im Griff haben, gilt in etwa das Gleiche: Obwohl sie eigentlich etwas anderes zu tun hätten, können sie nicht mit dem Seriengucken aufhören. Wei-Na Lee, die die Studie zusammen mit  Yoon Hi Sung und Eun Yeon Kang angeleiert hat, dazu: „Alles begann mit dem Wort Binge. Der Begriff hat einen negativen Beiklang.“

Nach Analyse der Studie steht für Sung  fest, dass Komaglotzen „nicht länger als harmloses Suchtverhalten gesehen werden darf.“ Sung weiter: „Physische Erschöpfung und Probleme wie Fettleibigkeit oder andere Gesundheitsprobleme und Komaglotzen stehen in Zusammenhang und sind Anlass zur Sorge.“ Die Ergebnisse sollen im Mai auf einer Konferenz in Puerto Rico präsentiert werden. Bisher sei das Komaglotzen ein unerforschtes Gebiet, wie die Wissenschaftler um Sung anmerken, sie hoffen aber, dass sich dies in Zukunft ändern wird.

Bei uns geht’s hingegen spätestens zum Wochenende wieder in die Feldforschung, wenn unsere nächste Ausgabe „Komaglotzen“ kommt. Ab jetzt allerdings nur noch auf eigene Gefahr…

Quelle: Slashfilm

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