Normalerweise sind sich Medienkonzerne da ja einig – Piraterie schadet dem Geschäft. So wurden illegale Downloads von Serien, Spielen und Musik in der Vergangenheit geschlossen mit härtesten Mitteln angegriffen. Mit eigens initiierten Kampagnen malte man den Download-Teufel in allen erdenklichen Farben an die Wand und drängte die Rechtssprechung zu immer schärferen Kriminalisierungsmaßnahmen. Ungewöhnlich also, dass gleich drei Verantwortliche hinter „Game of Thrones“ so positive Worte zur illegalen Verbreitung ihrer Serie finden.

Anlass für die überraschenden Aussagen gab die Tatsache, dass HBOs „Game of Thrones“ die am meisten illegal gesaugte TV-Show 2012 ist. Für Time Warner-Chef Jeff Bewkes (HBO ist eine Tochter von Time Warner) offenbar kein Grund zur Besorgnis. Er sieht diese Statistik sogar als Auszeichnung: »Ich finde, dass ist besser als ein Emmy«, sagte er während eines Finanzberichts, der diese Woche stattfand. »Piraterie« ist für Bewkes demnach »auch ein enormes Mund-zu-Mund-Ding«. Zudem würden die negativen Effekte der Piraterie bisweilen überschätzt, denn in »unserer Erfahrung führt das alles zu mehr Verbreitung, mehr zahlenden Abo-Kunden und einer gesunderen Finanzlage von HBO«. Dass hört man nicht alle Tage aus den Reihen der Manager.

Mit dieser Einschätzung reiht sich der Time Warner-Chef zudem in die Aussagen von „Game of Thrones“-Regisseur David Petrarca und dem Autor der Vorlage, George R.R. Martin, mit ein. Beide hatten sich zuletzt ebenfalls über die fragwürdige Auszeichnung gefreut. Während Martin das Ganze als »Kompliment« ansah, hatte Petrarca die illegalen Downloads dem willkommenen »kulturellen Hype« der Serie zugeordnet.

 

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