The Faith of The Seven / Der Glaube der Sieben

dreifaltigkeit
Der Faith of The Seven ist mit den Andals, vor angeblich 6000 Jahren, nach Westeros gekommen. Die Religion vereint sieben Aspekte in einer Entität. Das Konzept ist damit ähnlich zur Heiligen Dreifaltigkeit des modernen Christentums.

Es gibt allerdings noch eine deutlichere Anleihe zur Geschichte des Christentums. Der Glaube der Sieben wird irgendwann so stark, dass er Cersei Lannister ihrer Macht berauben kann. Sie wird gefangen gehalten und muss schließlich in einem Demütigungsmarsch zurück zu ihrem Sitz laufen:

She had to move. Naked, shorn, barefoot, Cersei made a slow descent down the broad marble steps. He wanted this. Him and the High Sparrow. And the little rose as well, I do not doubt. I have sinned and must atone, must parade my shame before the eyes of every beggar in the city. They think that this will break my pride, that it will make an end to me, but they are wrong. (Dance with Dragons)

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Damit ergeht es Cersei wie König Heinrich IV. in 1077, der sich einer Opposition aus Bischöfen und Adel gegenüber sah und sich in einem Büßergewand beim Gang von Canossa dem Papst unterwarf:

Doch macht der Akt von Canossa zumindest deutlich, dass Heinrich IV. im Jahre 1077 das Papsttum nicht mehr behandeln konnte wie noch sein Vater, der Päpste geradezu willkürlich ein- und abgesetzt hatte . (Lubich)

So ergeht es auch Cersei, sie verliert die Macht über die Kirche und die Adeligen in der Hauptstadt King's Landing verweigern ihr die Unterstützung.

Historiographische Metafiktion

Zwar ist Martins Romanreihe durch die vielen realistischen Aspekte näher an unserer Geschichtsschreibung als viele Werke der Fantastik, trotzdem kann nicht von einem dokumentarischen oder realistischen historischen Roman die Rede sein.

Das ist darin begründet, dass Martin nicht den Anschein erwecken möchte, eine geschlossene Geschichte zu erzählen, die für sich selbst spricht. Ganz im Gegenteil:

While the story Martin tells is a game of thrones the form into which he put it is a game of perspectives. (Schultchen)

Das heißt, dass viele Elemente auch direkt aus einem Geschichtsbuch übernommen sein könnten und wie wir festgestellt haben auch sind, was allerdings nicht unreflektiert geschah. Das liegt unter anderem daran, dass wir es mit einer großen Menge an Erzählern zu tun haben, die jeweils die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise subjektiv erzählen.

Damit verbunden ist der Zweifel an angeblichen Fakten. Dies entspricht nicht nur der mittelalterlichen Historigraphie, in der Tatsachen häufig nicht klar überprüft werden konnten, sondern nimmt den Geschehnissen in A Song of Ice and Fire auch ihre Glaubwürdigkeit. Niemand kann sagen, ob die Others tatsächlich existieren. Es ist für den Leser unmöglich, die Größe von Robb Starks Heer einzuschätzen, als dieses in die Schlacht gegen die Lannisters zieht: „The predominant feature of Westerosi history is vagueness.“ (Whitehead)

Dadurch wird beim Leser die Erkenntnis hervorgerufen, dass das, was er liest, nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss, sondern nur eine begrenzte Sichtweise darstellt – ein Merkmal der Metafiktion.

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