Game of Thrones Staffel 5 Recap: Hier ist unser Review zum viel zu gehetzten Finale - Folge 10

Philipp Schleinig 6

Die fünfte Staffel von „Game of Thrones“ ist vorüber und endete wie üblich mit einem Paukenschlag. Nein, eigentlich waren es mehrere Paukenschläge, die nicht alle den richtigen Ton trafen. Mehr dazu in unserer Review zur finalen Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 – „Mother’s Mercy“.

Game of Thrones Staffel 5 Recap: Hier ist unser Review zum viel zu gehetzten Finale - Folge 10
Bildquelle: © HBO/Sky.

Game of Thrones Staffel 5, Folge 10 Review

Der Blick in das zermürbte Gesicht von Stannis Baratheon (Stephen Dillane) ist bezeichnend. Der Schmerz über den Tod der Tochter in „The Dance of Dragons“ sitzt tief, da können die beschwichtigenden Worte seiner Muse Melisandre (Carice van Houten) auch nicht mehr helfen. Das Karma bestraft Stannis umgehend und schwer: Zwar ist der Schnee, der den Truppen zugesetzt und den Weg nach Winterfell versperrt hat, am Tauen, doch die Hiobsbotschaft folgt unmittelbar. Die Hälfte von Stannis großer Armee hat dem einst so aussichtsreichen Thron-Kandidaten den Rücken gekehrt und dennoch lässt dieser sich von seinem Feldzug nicht abbringen.

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Das Bild, welches sich anschließend perfekt inszeniert ergibt, ist ein Trauerspiel. Zu Fuß marschiert Stannis auf Winterfell zu, wird dabei aber schnell von allesamt berittenen Truppen der Boltons abgefangen und gnadenlos beseitigt. Doch es gebührt Brienne (Gwendoline Christie), Stannis letztlich das Leben zu nehmen. Schon in dieser Szene beschlich mich ein komisches Gefühl, was die Auflösung des Handlungsstrangs anbelangte. Zu viele Folgen haben wir der Stagnation von Stannis‘ Kriegsvorbereitung beigewohnt, um nun in der finalen Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 in wenigen Minuten das Kapitel komplett zu schließen. Ein Gefühl, welches mich im Fortgang von „Mother’s Mercy“ nicht mehr verlassen sollte.

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10 kuriose Fakten über Game of Thrones.

We don’t choose whom we love

Denn schon wenige Minuten später blicken wir einem anderen Gesicht entgegen, welches weniger zermürbt, dafür umso besessener in Szene gesetzt ist. Meryn Trant (Ian Beattie) geht noch immer seiner übertrieben-pädophilen Neigung nach und drischt auf drei Mädchen ein. Dass mit der dritten Person in der Peinigungsreihe etwas nicht stimmt, lässt sich nur unschwer erkennen, doch dass Arya Stark (Maisie Williams) Meryn Trant plötzlich entgegenspringt, ihm die Augen aussticht und schließlich final die Kehle aufschlitzt, kommt so überraschend, dass ein „Arya hat sich das nur erträumt“ sinnvoll erscheint. Doch nein, der einstige Peiniger ist tot und Arya… blind. Auch die Bestrafung von Jaqen (Tom Wlaschiha) kommt traumartig unvorbereitet und etabliert den ersten Cliffhanger der finalen Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5.

Da dürfte man ja quasi fast aufatmen, als sich Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) von Prinz Doran Martell (Alexander Siddig) verabschiedet und Tochter Myrcella (Nell Tiger Free) mitnimmt, immerhin war Dorne in der gesamten fünften Staffel für genau Null Überraschung gut. Nicht einmal das emotionale Gespräch zwischen Vater und Tochter kann das noch retten. Doch ehe man sich überlegen kann, wie Myrcella und Jaime wohl auf das Schicksal von Cersei in King’s Landing reagieren werden, blutet der Lannister-Tochter schon die Nase und macht sich Entsetzen über mein Gesicht breit. Da war es wieder, das Gefühl der Übereilung. Dass Ellaria Sand (Indira Varma) eine große Abneigung gegenüber der Lannister-Tochter pflegte, war der gesamten fünften Staffel von „Game of Thrones“ anzusehen. Dass die Serien-Verantwortlichen Myrcella jetzt scheinbar noch mal eben über die Klinge springen lassen, kam für mich überraschend. Und wieder: Schnitt.

Shame!

Was wird Jaime tun? Dreht er das Schiff direkt um oder holt er sich erst Verstärkung? Doch „Mother’s Mercy“ hat nach der Etablierung des ersten Schocks dafür keine Zeit, immerhin sollen noch weitere Cliffhanger folgen. Sei es der beherzte Sprung von Sansa (Sophie Turner) und Reek (Alfie Allen) von der Winterfell-Mauer, um Ramsays (Iwan Rheon) Zorn zu entgehen, nachdem seine Geliebte etwas unsanft im Hof gelandet ist, oder aber der Handlungsstrang um Daenerys (Emilia Clarke), deren Drachenausflug nicht die gewünschte Erfüllung brachte, immerhin stellt sich das Tier nun stur. Und so unternimmt Daenerys einen kleinen Spaziergang, nur um sich plötzlich inmitten zahlreicher Dothraki-Krieger wiederzufinden. Dass deren Herannahen zu tausend und mit Pferden von Daenerys unbemerkt blieb, schiebe ich jetzt einfach mal… ach was, das war einfach merkwürdig, aber nun gut – die Neugier war geweckt.

Dafür erreichte die finale Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 mit Blick auf die Ereignisse in King’s Landing ihren absoluten Höhepunkt. Und so grausam und demütigend sich Cerseis (Lena Headey) Gang der Schande auch gestaltete, die Inszenierung befand sich auf dem höchsten Niveau. Das gesamte Setting, die Aufmachung und der Ablauf der Szenerie schrieben eine meisterliche Sprache, auch wenn der volle Körpereinsatz von Cersei hart am Limit war. Ebenso herausragend gestaltete sich einmal mehr das Schauspiel von Lena Headey, die in der fünften Staffel so richtig auftrumpfen konnte und jeden Skeptiker überzeugt haben dürfte. Ja, der Walk of Shame nahm mir die Sprache, die Rückkehr des Mountain ließ dagegen sämtliche Laute wieder raus. Darauf hatte ich die gesamte Staffel gewartet und nun ist er da. Doch wie könnte es anders sein – to be continued…

For the Watch

Ich hatte bisweilen – auch aufgrund des die Staffel 5 eröffnenden Flashbacks – damit gerechnet, dass Cersei sich nun aus der Serie verabschieden müsste, die Szenerie hätte dies durchaus zugelassen. Absolut schockiert hinterließ mich aber das wahre Ende von „Game of Thrones“-Staffel 5, denn diesen Schachzug habe ich als Nicht-Buchleser nicht kommen sehen. Dass sich Jon Snow (Kit Harrington) in seiner Rolle als Lord Commander of the Night’s Watch vor allem Feinde in den eigenen Reihen gemacht hatte, wurde dem Zuschauer mehrfach aufs Auge gedrückt. Die Konsequenz dahinter vermag zwar typisch „Game of Thrones“ sein, schockiert angesichts der Bedeutung des Charakters jedoch sehr. Der Mord an Jon Snow ist auf seiner emotionalen Ebene mit der Enthauptung von Eddard Stark (Sean Bean) gleichzusetzen, immerhin schlug diesen Charakteren nichts als Sympathien seitens der Zuschauer entgegen.

Und so nehmen wir nicht nur Abschied von der fünften Staffel „Game of Thrones“, sondern auch von einem tollen und wichtigen Charakter, der, dem Julius Caesar gleich, feige und hinterrücks ermordet wurde. Die Sympathien mit der Night’s Watch sind hingegen verflogen und ein auf Rache sinnender Sam (John Bradley) geht als Wunsch in die Welt hinaus. Vergeltung ist dabei das richtige Stichwort, denn an mehreren Stellen lässt uns „Game of Thrones“ mit diesem Gedanken zurück. Da wirkt auch auf einmal ein Mountain ganz reizvoll, der das Schwert schwingend ruhig mal durch King’s Landing marschieren darf.

Fazit

Die fünfte Staffel von „Game of Thrones“ hat vieles richtig gemacht, nur in der finalen Folge etwas zu übereilt einen Cliffhanger zu viel verbaut. Die Frage, was mit dem ein oder anderen Charakter passiert, würde sich so oder so stellen, Sprung von der Mauer hin oder her. Das Tempo hätte schon etwas früher angezogen werden können, vernichtet das eilige Finale doch einige interessante Charakterentwicklungen.

Game of Thrones - Staffel 5 Preview.

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