Winter is coming? Wohl eher: Winter is here. Die achte Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 brachte endgültig das Chaos, welches sich nun schon seit mehreren Staffeln anbahnte, nach Westeros und sorgte für eine atemberaubende Episode. Mehr dazu in unserer Review zu „Hardhome“.

 

Game of Thrones

Facts 

Game of Thrones Staffel 5, Folge 8 Review

Es läutet zum Unterricht. Geschichte steht auf dem Stundenplan. Die Dozenten: Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und Tyrion Lannister (Peter Dinklage). In „Hardhome“, der achten Folge der fünften Staffel von „Game of Thrones“, kommt es zu einer Unterredung der wohl beliebtesten Charaktere des Fantasy-Universums, die gleichzeitig in wenigen Sätzen zusammenfasst, worum es eigentlich in der HBO-Serie geht. Daenerys Pläne klingen simpel: Sie will dorthin zurück, wo sie herkommt und das einfordern, was ihr zusteht. Tyrion, der erst kürzlich aus jenen Gefilden entkommen ist, bremst die Mother of Dragons etwas und spricht vom politischen System, welches in Westeros vorherrscht.

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Game of Thrones: Die besten Momente aus Westeros & Co.

Diese Szenerie bietet eine schöne Zusammenfassung der Machtsysteme, die in „Game of Thrones“ am Werk sind und zeigt gleichzeitig, dass aus der Kooperation von Daenerys und Tyrion eine fruchtbare Zukunft entstehen kann. Wenn da nicht ausgerechnet noch die vielen anderen, komplizierten Machtverhältnisse existierten, deren Verknüpfungs- und Angriffspunkte wohl nur Lord Baelish (Aidan Gillen) in seiner Vollständigkeit versteht. Folge 8 etabliert zumindest endgültig die beginnende Symbiose einer gütigen, aber auch strengen Herrscherin mit einem gewieften Taktiker und Rhetoriker, der wie nur wenige Personen das komplexe System aus „Game of Thrones“ versteht.

The work continues...

Schaut man derweil in das Gesicht von Cersei Lannister (Lena Headey), bekommt man einen ziemlich guten Eindruck davon, was es heißt, jene Machtbeziehungen zu unterschätzen und zu naiv seine Vorteile daraus ziehen zu wollen. Nach fulminanten Schlägen gegen ihre ärgsten Konkurrenten ging der Plan für Cersei in der letzten Folge, „The Gift“, nach hinten los. Nun hockt sie im Kerker von King's Landing und muss sich dem Verfahren des High Sparrow stellen. Die Sache würde ihr leichter gemacht, so verspricht es zumindest eine strenge Nonne mit unbezweifelbarer Loyalität, wenn sie ihre Schandtaten doch gestehen würde. Es ist der Stolz, der Cersei bisweilen am Leben erhält... noch.

Einmal mehr ist Lena Headey in ihrer doch so undankbaren Rolle der zu scheitern drohenden Existenz zu loben! Der Schmerz, die Sorge um ihr geliebtes Kind und die Angst vor dem, was da kommen mag, sind Headey durch Mimik und Gestik selbst ohne Worte glaubhaft abzunehmen. Der Fall der Cersei – und somit auch des Hauses Lannister – ist ein langer und mir schwant Böses, wenn ich mir überlege, was am Ende des Sturzes wartet. Einen Ausweg scheint es noch zu geben. Der liegt jedoch noch unter einem Tuch im Labor des Qyburn (Anton Lesser) und könnte, wenn ich denn richtig liege, (wieder einmal) für das grausamste Ereignis in „Game of Thrones“ sorgen.

GIGA auf der Game of Thrones Ausstellung

I don't need an army. I need 20 good men.

Mir schwante unmittelbar – und das ist in „Game of Thrones“ natürlich keine Neuigkeit – nach dieser Aussage, die das Gespräch von Ramsay (Iwan Rheon) und Roose Bolton (Michael McElhatton) beendete, Böses. Angesichts der bevorstehenden Schlacht um Winterfell, bei welcher Stannis Baratheon (Stephen Dillane) definitiv die Manneskraft mitbringt, ist im Hause Bolton die Frage nach der richtigen Taktik ausgebrochen. Vater Bolton könnte aufs richtige Pferd setzen – in dem Sinne dann halt eben nicht – und den offenen Kampf vermeiden. Einer Belagerung würde Winterfell sechs Monate standhalten und das wäre der Gnadenstoß für Stannis, dessen Truppen jetzt schon vom Winter geplagt werden.

Klingt leider also alles nach Sieg für die Boltons. Doch Ramsay wäre nicht die grausige Gestalt, die wir in den letzten Episoden, allen voran „Unbowed, Unbent, Unbroken“, kennengelernt haben, wenn er keinen schlimmeren Abgang für Stannis im Kopf hätte. Er bittet also lediglich um 20 Männer, um das 6000 Mann starke Heer des Gegners zu besiegen. Das kann nur eines bedeuten: Ein fieser Angriff von hinten, der wohl auf das wertvollste zielt, was Stannis besitzt – seine Tochter Shireen (Kerry Ingram). Diese ist in „Game of Thrones“-Staffel 5 präsenter denn je und das könnte nicht ohne Grund so sein.

Apropos Winter...

Da war ja was. Die zweite Hälfte der achten Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 stand unter einem besonderen Gesichtspunkt, der allen Zuschauern den Atem verschlagen haben dürfte. Eigentlich rechnete ich damit, dass die Reise von Jon Snow (Kit Harrington) jenseits der Mauer noch länger andauern würde, doch schon befand er sich im neuen Hauptlager der Wildlings: Hardhome. Nach einigen unfreundlichen Worten, eingeschlagenen Köpfen und bösen Blicken konnte Jon Snow zumindest einen Teil der Wildlinge davon überzeugen, mit ihm hinter die Mauer zu kommen. Also alle ab auf die Schiffe und los geht's.

Und immer, wenn man etwas geplant hat und es durchziehen möchte, spielt das Wetter nicht mit. Ärgerlich! Die eindrucksvoll inszenierte und plötzlich hereinbrechende Schneelawine entlockte mir ein kleines, aber aussagekräftiges „Oh oh„. Ich glaube, es ist an der Zeit, den berühmte Spruch „Winter is coming...“ ad acta zu legen, denn er ist in „Hardhome“ soeben hereingebrochen. Dabei waren es nicht einmal die Scharen von Untoten, die mit dem Angriff auf die Wildlings und Jon Snows Kohorten begannen, die beeindruckten, sondern der Blick nach oben. Dort standen sie, die Fürsten der White Walker und ihr Anführer, The Knight's King.

Fazit

Halleluja, was war das für eine Szenerie: Der Kampf um Hardhome, die Flucht und die direkte Auseinandersetzung von Jon Snow mit einem White Walker, die tödlich hätte enden können, wenn der Anführer der Night's Watch kein Schwert aus valyrischem Stahl gehabt hätte. Es gibt also noch mehr Wege, beziehungsweise Materialien, mit denen die White Walker zu besiegen sind. Angesichts der Übermacht und der Fähigkeit, direkt die Getöteten zu rekrutieren, dürfte das aber erst einmal nur ein kleiner Trost sein.

Wo geht das Finale der fünften Staffel von „Game of Thrones“ hin? Sowohl im Norden, als auch in King's Landing wird es zu Entscheidungen kommen, über die noch lange gesprochen werden!

 

Zu welchem Game of Thrones-Haus gehörst du? (Quiz)

Zu welchem adeligen Haus in der Welt von Game of Thrones gehört ihr? Stark, Baratheon, Lannister oder doch Targaryen? Mit diesem ausführlichen Quiz-Test könnt ihr es herausfinden.

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