Game of Thrones Staffel 5 Recap: Review zu Folge 9

Philipp Schleinig 6

Es war die berüchtigte neunte Folge, die wir mit „The Dance of Dragons“ in „Game of Thrones“-Staffel 5 bekamen und einmal mehr zeigte sich, dass in der Erfolgsserie mit allem zu rechnen ist. Mehr dazu in unserer Review zu „The Dance of Dragons“.

Game of Thrones Staffel 5, Folge 9 Review

Als Hannibal im Jahre 218 v. Chr. zur Überquerung der Alpen ansetzte, machte ihm vor allem eines zu schaffen: die Natur. Kleine Angriffe von den dort ansässigen Bergstämmen sorgten zudem für die Nadelstiche, die Hannibals Kriegselefanten und damit mächtigste Waffe drastisch reduzierten. Stannis Baratheon (Stephen Dillane) hat vermutlich im „Game of Thrones“-Universum noch nie etwas von Hannibal gehört, wäre aber sicherlich verblüfft, in welcher ähnlichen Lage er sich befindet. Nachdem spätestens seit „Hardhome“ der Winter endgültig in Westeros Einzug gehalten hat, droht Stannis Krieg im Norden zu scheitern. Dass er sich dessen voll und ganz bewusst ist, verrät der leere Blick, mit dem Stannis auf die Taktik-Karte schaut.

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Game of Thrones: Die besten Momente aus Westeros & Co.

Ramsays (Iwan Rheon) hinterhältige Attacken, die dem Zermürbungskrieg gegen Hannibal entlehnt sein könnten, zielen und treffen ins Schwarze. Zelte brennen und Belagerungswaffen sowie die überlebenswichtigen Nahrungsmittelvorräte werden zerstört. Das geradezu flehende Drängen von Ser Davos (Liam Cunningham), einen taktischen Rückzug nach Castle Black anzutreten, dürfte nun auch dem letzten Zuschauer als einzige Möglichkeit naheliegend erscheinen, um in naher Zukunft doch noch einen Sieg gegen die Boltons und Winterfell einfahren zu können. Doch in seiner Verzweiflung steht Stannis dem Fanatismus, der von seiner Muse Melisandre (Carice van Houten) ausgeht, näher als jeglicher Realität. Und fanatisch bedeutet tragisch, wie wir in der neunten Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 erleben mussten.

Die Opferung von Stannis Tochter Shireen (Kerry Ingram) auf dem Scheiterhaufen war in seiner Grausamkeit zwar nur schwer zu überbieten, wurde aber im Laufe der gesamten fünften Staffel schon angedeutet. Die überschwängliche Tragik, die in der Beziehung von Vater und Tochter in dieser Season herausgestellt wurde, konnte nur in der endgültigen Tragödie enden. Was schon im Alten Testament thematisiert wird, erreicht in „Game of Thrones“ eine grausamere Ebene, die sich mit den Todesschreien von Shireen und dem Gesichtszug von Stannis für immer ins Zuschauergedächtnis einschreiben wird. Dabei haben wir noch nicht einmal in das Gesicht von Ser Davos geschaut, dessen Loyalität und Herz endgültig brechen dürften.

Foreshadowing

Die Vorausdeutungen nehmen auch in Castle Black und dem Handlungsstrang von Jon Snow (Kit Harrington) die Oberhand. Wenn Alliser Thorne (Owen Teale) meint: „You have a good heart, Jon Snow. It’ll get us all killed.“, dann spricht da kein Zyniker, sondern der Drehbuchautor, der vielleicht schon im Finale von „Game of Thrones“-Staffel 5 die berühmte „Ich hab es euch ja gesagt„-Floskel anbringen könnte. Dass das Übel im Norden von Westeros bereits vor der Tür steht, hat das Ende der achten Folge bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vielmehr stellt sich nun die Frage, was Jon Snow bevorsteht, wenn er lediglich Sam (John Bradley) und wenige Krähen noch zu seinen Verbündeten zählen kann.

Spannend dürfte es in der finalen Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 auch in Braavos werden, wo Arya (Maisie Williams) nach einiger Zeit nun endlich auf einen ihrer Todeskandidaten trifft. Meryn Trant (Ian Beattie) erreicht als Eskorte von Mace Tyrell (Roger Ashton-Griffiths) die Iron Bank. Während das naivste Mitglied der Tyrell-Familie mit Mycroft Holmes, pardon Tycho Nestoris (Mark Gatiss) über den Finanzhaushalt von King’s Landing verhandelt, sucht Arya entgegen der Anweisung von Jaqen (Tom Wlaschiha) bereits nach einer Möglichkeit, Meryn Trant, der sich zudem noch als Pädophiler etablieren muss, zu töten. Lediglich die Tatsache, dass dieser zu lange braucht, um Arya zu erkennen, bewahrt uns (noch) vor der nächsten Aufregung.

I believe in second chances. I don’t believe in third chances.

Sich so richtig zu etablieren, dazu bekam der Handlungsstrang in Dorne kaum Gelegenheit. Ähnlich verhält es sich mit Prinz Doran Martell (Alexander Siddig), der sich als kluger und vorausschauender Blick in jenem Moment etabliert, wo die fünfte Staffel von „Game of Thrones“ schon fast wieder vorbei ist. Dass der Mann ein geschickter Stratege ist und sich angesichts der heiklen Beziehung zu den Lannisters wohl auch schon einen Plan zurechtgelegt hat, lässt sich in „The Dance of Dragons“ zumindest erahnen. Doch es wird wohl die sechste Staffel benötigen, um der Geschichte um Dorne und den Martells die volle Aufmerksamkeit zu schenken. So bleibt zumindest noch eine Folge Zeit, um das Verhältnis Tyrell-Lannister ordentlich zu kippen. Für die finale Folge schwant mir schlimmes.

Game of Thrones Staffel 5 - Featurette Sandschlangen.

Eine zweite Chance hat sich Ser Jorah (Iain Glen) schon lange verdient. Sein Auftritt im Daznak’s Pit, der Kampfarena in Meereen, hat, wie die gesamte Folge 9, etwas tragisches und doch rühren sich große Sympathien, als es seine Stimme ist, die Daenerys (Emilia Clarke) aus den Gesprächen mit Hizdahr (Joel Fry) und Daario (Michiel Huisman) herausholt. Zwar vermag man ihm angesichts der Lage – dem Kampf auf Leben und Tod zum Vergnügen der Bevölkerung Meereens – theoretisch Dummheit unterstellen, ist man aber wenige Augenblicke später so froh wie noch nie, Ser Jorah in der Nähe von Daenerys zu wissen.

The Dance of a Dragon

Die Ruhe, die sich während der gesamten Folge etabliert hat, löst sich schlagartig und hervorragend inszeniert in Chaos auf. Und plötzlich wirkt der Angriff der Sons of the Harpy vor allem für diejenigen, die die Bücher von „Game of Thrones“ nicht kennen, absolut bedrohlich, was das Überleben von Daenerys anbelangt. Während Ser Jorah das Vertrauen seiner Königin zurückgewinnt und beim Zuschauer für einen kurzen Augenblick für Freude und Erleichterung sorgen dürfte, muss sich selbst Tyrion (Peter Dinklage), dessen Rolle in „Game of Thrones“-Staffel 5 eher kleiner war, beweisen. Und gerade, als es für alle Beteiligten nicht schlechter stehen könnte, ertönt ein Geräusch in der Kampfarena, welches mir umgehend ein Grinsen ins Gesicht zauberte.

Daenerys sterben zu lassen, wäre abseits der Buchhandlung ein absoluter Genickbruch für die Serie. Von daher stand nicht die Frage nach dem „Ob“, sondern nach dem „Wie?“ des Überlebens im Raum. Auch das Einschreiten des Drachens Drogon hatte sich in der gesamten Staffel schon irgendwie angebahnt und so war es eine Freude, zu sehen, wie sehr das Kind zur Mutter steht. Hierbei stellte jedoch Alan Sepinwall von HitFix eine interessante Frage:

Why am I booing the burning of one person and cheering the burning of many?

Warum verurteile ich das Verbrennen einer Person und begrüße das Verbrennen von vielen?

Auch wenn die Szenerie für Genugtuung sorgte und den Sons of the Harpy endlich einmal Einhalt geboten wurde, ist das ein interessanter Punkt, den die Serien-Verantwortlichen sicher nicht zufällig in ein und dieselbe Folge packten.

Fazit

Nachdem die Ereignisse in Meereen zumindest für die fünfte Staffel von „Game of Thrones“ vorerst „geklärt“ sein dürften, kann sich in der finalen zehnten Folge nun voll und ganz auf die Situation in King’s Landing konzentriert werden. Und wie wir wissen, steht auch dort das absolute Unheil bevor.

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