Veto der Woche: Halloween-Horrorfilm-Abende

Philipp Schleinig 3

Alljährlich versammeln sich Liebhaber von Horrorfilmen am Abend des 31. Oktober, um dem US-amerikanischen Halloween-Mythos mit einem Genrefilm-Abend Tribut zu zollen. Alljährlich frage ich mich: Was soll diese verzweifelte Suche nach Legitimation?

Es sind die letzten Tage im Oktober und alles läuft auf dieses eine Event hinaus: Halloween steht vor der Tür. Während die einen ihre Kostüme kreieren und sich auf den kommenden Zuckerschock vorbereiten, planen die anderen ihren Filmabend. Halloween. Ein Tag, dem ich noch nie etwas abgewinnen konnte. Und doch respektiere ich sein Dasein: Die einen bekommen Süßigkeiten und die anderen genießen die hohe Kunst der Filmunterhaltung.

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Filmabende! Es gibt kaum etwas Besseres. Man versammelt sich mit Freunden, Kollegen, Bekannten, Fremden etc. und frönt gemeinsam einem besonderen Film. Und zu Halloween – das haben sich einige schlaue Köpfe ausgedacht – wird halt ein Horrorfilm in den DVD-Player, ehemals Videorekorder, gelegt. Zusammen gruselt es sich doch gleich viel besser!

Pustekuchen! Erstens sind andere Menschen bei der Sichtung von Horrorfilmen ein Graus, das ist Fakt! Gruselfilme bedürfen einer hohen Konzentration und eines gewissen Maßes an Disziplin, schließlich will ich nicht jedem Schockeffekt und nicht jedem Jump-Scare, die der Regisseur freundlicherweise eingebaut hat, weil vermutet, es würde die Freude am Film erhöhen, auf den Leim gehen. Wenn dann aber mein leicht nervöser Sitznachbar schon beim Auftauchen der Katze an die Decke geht, schadet das auch oft meinen Nerven.

Wiederum leben Horrorfilme von einer gewissen Stille, die lediglich mit der eigenen Konzentration gefüllt werden muss, aber gerne von irgendeinem Anwesenden gestört wird. Zumeist handelt es sich hierbei um die Sorte „Während der Film läuft, erschrecke ich lieber meine Mitmenschen“-Typ. Nicht zu vergessen sind nahestehende Personen, die sich mit ihren Fingerspitzen dann mit Vorliebe in meinen Unterarm bohren.

Zweitens – und eben das nervt mich an Halloween – besteht am 31. Oktober der Zwang, ausgerechnet an diesem Tag und nur an diesem Tag, weil kein anderer Tag dafür möglich ist, sich Horrorfilme anzuschauen. An Halloween steht das Gruseln im Vordergrund, das verstehe ich. Doch warum wird mir aufgrund dieser Konvention vorgeschrieben, was ich gucken muss? Habt ihr euch schon einmal Filme von Jonathan Liebesman angesehen? Die laden aufgrund ihrer unterirdischen Qualität ebenso zum Gruseln ein! Könnte man doch ebenso schauen.

Es ist ja nicht so, dass wir Horrorfilme zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr feiern. Aber nein, an Halloween müssen Gruselfilme her. Das ist ebenso nervig wie der Kinotrend, am Valentinstag romantische Komödien in die Lichtspielhäuser zu bringen. Und so wird, wie so oft, am Abend des 31. Oktobers darüber gestritten, welcher Horrorfilm nun geschaut wird. Dass dies schwer fällt, ist angesichts der Tatsache, dass das Zeitfenster für dieses Genre sehr schmal ist, nur allzu verständlich.

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