Hitman: Agent 47-Kritik - Bumm, Krach, PENG!

Daniel Schmidt

HITMAN: AGENT 47 Trailer Deutsch German & Kritik Review (2015).
Es ist schon das zweite Mal, dass die Computerspiel-Reihe „Hitman“ einen Film spendiert bekommt. Während die erste Version aus dem Jahr 2007 heute eher nur bei Hardcore-Fans im DVD Regal stehen dürfte, soll das Reboot aus diesem Jahr zu einem großen Klassiker werden. Ob die Chancen darauf gut stehen, verraten wir euch in unserer Kritik.

Hitman: Agent 47

Agent 47 ist eine genetisch optimierte Kampfmaschine ohne Emotionen. Entstanden aus dem brillanten Verstand eines ukrainischen Wissenschaftlers, ist er nahezu unbesiegbar. Klar, dass da jeder so einen Agenten haben will. Das Problem ist allerdings, so einfach sind die Übermenschen gar nicht zu besorgen. Wenn man nur den Wissenschaftler, der die ersten „Agenten“ erschaffen hat, dazu bringen könnte, seine geheime Formel auszuplaudern. Doch der hat keine Lust mehr auf Laborkittel und hat sich dementsprechend dünne gemacht. Der Schlüssel zu seinem Versteck scheint eine junge Dame zu sein, die aber von ihrem Glück soweit noch nichts ahnt. Trotzdem versteckt sie sich instinktiv in Berlin und macht sich ihrerseits auf die Suche nach dem begehrten Genetiker. Agent 47s Auftrag: Verhindern, dass die Schergen der bösen Mega-Organisation die Wahlberlinerin in die Finger bekommen, koste es, was es wolle. Es beginnt ein Wettlauf um das Leben und das Vertrauen der Lady, die zwar nicht weiß, wie und warum sie auf der Suche nach einem alten Wissenschaftler ist, es aber trotzdem nicht sein lassen kann.

(Nicht nur) dummes Geballer

Was wäre, wenn wir tatsächlich Menschen genetisch verändern und zu perfekten Kampfmaschinen machen könnten? Diese Frage wird nicht zum ersten Mal cineastisch behandelt, scheint aber nach wie vor aktuell. Allzu tief in die Materie taucht der Film allerdings nicht ein, frei nach dem Motto: Science is boring, let’s blow shit up! In die Luft gejagt, zerschossen oder sonstwie zerlegt wird dann auch eine ganze Menge, jedoch nicht komplett ohne Stil.

Der durchaus vorhandenen Ästhetik von „Hitman: Agent 47“ ist es dann auch zu verdanken, das die etwas dünne Story nicht immer auffällt. Sowie man beginnt, die Handlung transparent und vorhersehbar zu finden, ziehen Actionszenen in der Berliner U-Bahn, spektakuläre Stunts oder bildschöne Panoramashots von Singapur sämtliche Aufmerksamkeit auf sich.

Durchaus lobend zu erwähnen sind die Leistungen der Hauptdarsteller Rupert Friend (Agent 47), Hannah Ware (Katia) und Zachary Quinto (John Smith). Alle drei schaffen es durchaus, ihren Charakteren eine gewisse Tiefe zu verleihen, die man von den Rollen so nicht erwartet hätte. Die Komplexität der Protagonisten, die erst ein Stück unter der Oberfläche zum Vorschein kommt, wirkt glaubhaft und spricht für das Talent des Ensembles.

Dennoch wird die Spannung, die für einen Actionfilm von essentieller Bedeutung sein sollte, vielmehr von Stunts und Explosionen getragen, als von einer wirklich überraschenden Geschichte. Darin liegt leider das größte Problem der Videospiel-Verfilmung, die durchaus Potential zu einem wirklich spannenden Thriller gehabt hätte, wäre der Hintergrund nicht etwas lieblos abgefrühstückt worden.

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Die schrecklichsten Verfilmungen: Wie kann man Videospiele nur so beleidigen?

Fazit

„Hitman: Agent 47“ ist ein passabler Actionthriller, allerdings leider auch nicht viel mehr. Wer gerne schönen Menschen in Mitten von Explosionen und Kugelhagel zusieht, der ist hier richtig. Nach einer guten, komplexen Story sucht man leider vergeblich. Einzig die gute Schauspielleistung könnte es vielleicht schaffen, den Film aus der Masse von Krawall-Streifen herauszuheben, die schnell in Vergessenheit geraten.

rating5

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