Hitman - Agent 47: Unser Set-Besuch und Interviews mit den Stars

Christoph Koch 1

In dieser Woche startet „Hitman: Agent 47“ in den deutschen Kinos und der Videospielheld Agent 47 kommt nach dem eher verkorksten Versuch „Hitman - Jeder stirbt alleine“ aus dem Jahre 2007 erneut auf die Leinwand. Wir haben das Set von „Hitman: Agent 47“ besucht und uns mit den Produzenten und den Stars Zachary Quinto, Rupert Friend und Hannah Ware getroffen! Lest hier unseren Erlebnisbericht.  

Es war wohl der erste sonnige Tag 2015 und ich stand viel zu früh am Flughafen Tegel und wartete auf den Bus, der mich ins beschauliche Brandenburg zum Set von „Hitman: Agent 47“ bringen sollte. Nach ein wenig Rumgesuche entdeckte ich ein kleines, schwarzes Gefährt, auf dem ein dickes 20th Century Fox Logo prangte. Ich denke mal, das sollte er sein. Nach einem netten Plausch mit den beiden Damen, die diesen Trip begleiten sollten, trafen auch schon die Kollegen aus ganz Europa ein. Das klingt jetzt größer, als es eigentlich war, denn insgesamt waren wir nur acht aufgeregte Reporter, die auf den Hitman treffen würden. Also ab in den Bus und auf ging’s, mit Sonne im Gesicht, in ein kleines Örtchen Namens Wildau, in dem der Killer in einer Art Stahlwerk sein Unwesen treiben sollte.

Nach einer 45 Minuten Fahrt kamen wir am Stahlwerk an und der Executive Producer von Fox, Michael Hendrickson, begrüßte uns mit seinem strahlend weißen Lächeln. Mit seinem typisch amerikanischen Slang erklärte er uns, dass die Dreharbeiten zu „Hitman: Agent 47“ eigentlich schon 2014 abgeschlossen waren und es sich bei diesen Shoots um Nachdrehs handle. Nach den Kern-Dreharbeiten habe man dem Studio den Film gezeigt und sie seien so begeistert gewesen, dass sie noch mehr Geld hineinstecken wollten, um noch das letzte Quäntchen Hitman aus dem Film herauszuholen. Man wolle noch mehr ikonische Hitman-Action in den Film bringen und somit dem Videospiel seinen Tribut zollen.

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Die schrecklichsten Verfilmungen: Wie kann man Videospiele nur so beleidigen?

Für die Nachdrehs habe man die Regisseure Chad Stahelski und David Leitch gewinnen können, die als letztes mit dem sehenswerten Action-Streifen „John Wick“ für Furore sorgten. Sie seien eigentlich schon von Beginn an für „Hitman: Agent 47“ eingeplant gewesen, doch dann hätten sie die Chance bekommen „John Wick“ auf die Leinwand zu bringen und sprangen kurzfristig ab. Ganz nebenbei leiten die beiden schon seit längerem eine der größten Action- und Stunt-Unternehmen der Welt und sind somit die perfekten Kandidaten, um bei den Nachdrehs für allerhand brutal inszenierte Action zu sorgen.

Man habe schon 2014 in einer Halle in Singapur gedreht und wolle diese Aufnahmen nun noch ein wenig ausbauen und mit den Drehs in diesem Stahlwerk verbinden. Man erklärte uns, dass sich die Hauptcharakterin Katia van Dees in diesen Szenen drastisch ändern werde und es in einem großen Kampf zwischen Agent 47 und einem Kontrahenten Agent Smith gipfelt. Dieser Kampf soll sich ungefähr in der Mitte des Films befinden. Also keine Explosionen heute, sondern knallharte Faustkämpfe mit zahlreichen gebrochenen Nasen.

Natürlich drückte man sich um weitere Details, denn man wolle uns ja nicht den Spaß am Film verderbe. Hendrickson machte sehr deutlich, dass es sich bei „Hitman: Agent 47“ um ein vollständiges Reboot handle und bis auf die Vorlage keine Verbindung zum 2007 erschienen Film besteht.

Stahl, Rauch und Polizisten - Eine eindrucksvolle Location

Nach dieser kurzen Einleitung ging es in die riesige Fabrik-Halle und ich war aus den Stand sehr beeindruckt. Künstlich geschaffener Rauch erfüllte den Raum, ein Geruch von altem Stahl und Schweißerarbeiten lag in der Luft und überall lagen große, massive Stahlteile für Flugzeuge und anderen Maschinen herum. Lauter Menschen wuselten am Set herum, zwischen ihnen auch immer wieder schwer ausgerüstete, in schwarzen Rüstung einpackte Elite-Polizisten, die wohl später eine wichtige Rolle spielen würden. Die vier Kameras, mit denen jede Szene hier gedreht wurde, blickten auf das Szenario hinab. Neben mir kniete ein Mann und schaute konzentriert in eine Richtung. Ich war verwirrt, bis er mich aufklärte: „Sie stehen ein bisschen in der Kamera.“. Ungewollter Statist. Läuft.

Nach einem kurzen Rundgang durch die atmosphärische Location trafen wir auf den Producer Adrian Askarieh, der uns erklärte, das man mit „Hitman: Agent 47“ Fans der Videospielreihe mindestens genau so begeistern wolle, wie Kinogänger, die noch nie etwas von dem Anti-Helden gehört haben. Marvel sei dabei eine große Inspiration, denn sie haben anscheinend die Formal gefunden, wie man „Nerd“-Themen für ein großes Publikum attraktiv machen kann. Davon möchte man lernen und es bei „Hitman Agent 47“ umsetzen. Als kleiner Hint, und total Marvel, verrät er, dass man als Zuschauer am besten bis nach den Credits sitzen bleiben sollte, denn womöglich gibt es da einen kleinen Hinweis, der Großes verkündet.

GIGA im Interview mit Rupert Friend zu \"Hitman: Agent 47\".

Dennoch wolle man kein für ein Massenpublikum weichgespülten Hitman-Film abliefern, sondern man konzentriere sich auf brutale Kills ohne Gnade. Getreu der Vorlage. Dafür wolle man besonders viele Stealth Action einbauen, für die die Videospielreihe berühmt und berüchtigt ist. Man habe sich dafür bei mindestens 80% der Kills direkt beim Spiel inspirieren lassen.

Er sei sich außerdem bewusst, dass Videospielverfilmungen nicht den besten Ruf haben, doch er ist davon überzeugt, dass „Hitman: Agent 47“ eine neue Ära der Videospielverfilmungen einläuten werde, die mit „Assassins Creed“ und dem „Warcraft“-Film fortgeführt wird und in ein paar Jahren Videospielverfilmungen den Superhelden-Filmen Konkurrenz machen könnten. Viel Zuversicht war da zu spüren und man konnte nicht anders, als zu hoffen, dass der Film diese Versprechen halten wird. Nach einem netten Plausch und vier Cola, wartete auch schon der erste Held des Abenteuers auf uns.

Zachary Quinto kam etwas verschlafen und mit einem dicken Buch, der Biografie von Tennessee Williams, in der Hand in den Raum und schien noch nicht ganz wach zu sein. Im gemütlichen Outfit und sichtlich entspannt sprach er mit uns ein wenig über die Arbeit mit den „John Wick“-Regisseuren und ließ durchblicken, dass man mit „Hitman: Agent 47“ schon ein größeres Filmprojekt plane, da er wohl für 2-3 Teile dabei sein werde, wenn der erste denn ein Erfolg sein sollte. Es sei schwierig gewesen, nach so langer Zeit wieder in die Rolle des Agenten Smith zu schlüpfen, denn er bereite sich grad auf seine Rolle des Glenn Greenwald im Edward Snowden-Film von Oliver Stone vor. Und nein, sein Charakter Agent Smith habe nichts mit dem aus „Matrix“ zu tun. Mit einem breiten Grinsen und vielen Sympathiepunkten verließ er uns nach einem knappen Interview auch schon wieder.

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