Hotel Transsilvanien 2 - Kritik: Putzige Monster stehlen Dracula die Show

Marek Bang

Mit „Hotel Transsilvanien 2“ gelang Sony in diesem Jahr endlich ein Hit an den Kinokassen. Ob das Sequel zu „Hotel Transsilvanien“ wirklich ein überzeugender Film geworden ist, erfahrt ihr bei uns. Hier ist unsere Kritik zu „Hotel Transsilvanien 2“! 

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Er hat sich wirklich bemüht. Graf Dracula toleriert nicht nur menschliche Touristenmassen in seinem „Hotel Transsilvanien“, sondern auch den anstrengenden Rucksackträger Johnny, den sich seine Tochter als Ehemann ausgesucht hat. Es hat den Traditionalisten einiges an Überwindung gekostet, der Mensch-Monster-Hochzeit zuzustimmen, doch letztlich siegte die Liebe zu seiner Tochter vor seinen tief sitzenden Vorurteilen. Im Sequel „Hotel Transsilvanien 2“ kommt nun die nächste Herausforderung auf den Fürsten der Finsternis zu und die hört auf den Namen Denisovic. So hätte es der frischgebackene Großvater jedenfalls gern, doch sein Enkel heißt schlicht Dennis und ist viel eher ein ganz normaler Mensch als ein blutrünstiger Vampir.

Als Draculas Tochter Mavis auch noch beschließt, mit dem kleinen Jungen zu den Schwiegereltern nach Kalifornien zu ziehen, sieht der Hotelbetreiber der etwas anderen Art endgültig seine Felle davon schwimmen. Gemeinsam mit Johnny, der das Reich der Monster ebenfalls nicht verlassen möchte, schließt er kurzerhand einen Pakt. Während Mavis und Johnny in die USA reisen, kümmert er sich eine Woche lang um seinen Enkel. Heimliches Ziel bei der Aktion ist es, den Vampir in Dennis zum Leben zu erwecken und so sicherzustellen, dass der kleine Junge zu der Gattung der Monster gehört und die junge Familie somit bei ihrem Großvater im „Hotel Transsilvanien“ bleiben kann. Gemeinsam mit einer mehr oder minder gruseligen Schar an Monstern macht sich Dracula auf einen Road-Trip, der seinen Enkel für immer verändern soll…

Putzige Monster und ein alter Mann retten Hotel Transsilvanien 2

Mit der Reise von Dracula und seinem Enkel beginnt die eigentliche Handlung des wieder einmal brillant animierten Films, der seine Gags hauptsächlich daraus bezieht, dass keines der Monster wirklich gruselig ist, sondern mit der Zeit zur knuffigen Touristen-Attraktion wurde. Der zum Schoßhund umerzogene Werwolf ist ein wahrer Brüller, ebenso wie der wabbelige Blob und die Mumie mit Rückenproblemen. Hier spielt „Hotel Transsilvanien 2“ seine größten Stärken aus und unterhält mit rasantem Tempo, gelungenen Gags und niedlichen Sidekicks.

Was des einen Freud, ist jedoch oft des anderen Leid und so ist es komischer Weise die Figur des Dracula selbst, die durch ihre immer gleichen Moves und Sprüche auf die Dauer eher ermüdet als das sie zu unterhalten vermag. Auch die Idee, aus dem Rucksack-Liebhaber Johnny einen minderbemittelten Vollidioten zu machen, mit dem man zu keinem Zeitpunkt sympathisieren kann, ist nicht gerade hilfreich. So bleibt immer die Frage im Raum, was die so schlaue wie hübsche Vampirin Mavis eigentlich geritten hat, sich ausgerechnet in eine Trottel-Ausgabe eines jungen Mannes zu verlieben und alles auf diese eine Karte zu setzen.

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Fazit:

„Hotel Transsilvanien 2“  ist ein großer Spaß für die ganze Familie mit wunderbaren Sidekicks, hohem Tempo und vielen gelungenen Gags. Die Story hingegen ist reichlich schlicht und die Hauptfiguren bleiben oft so blass wie die Haut der Nachtschwärmer aus Transsilvanien. Rick Kavanian und Palina Rojinski als deutsche Stimmen von Dracula und Mavis machen in der Synchro-Abteilung einen soliden Job, doch es ist Dieter Hallervordens Stimme, die kurz vor Schluss für den nötigen Glanz sorgt. Der Altstar leiht dem im Original von Kino-Legende Mel Brooks gesprochenen Urgroßvater-Vampir Vlad sein markantes Organ und setzt in wenigen Minuten mehr Akzente als seine jüngere Kollegen in knapp eineinhalb Stunden. Insgesamt ist „Hotel Transsilvanien 2“ ein recht simples Vergnügen, dass jedoch dank vereinzelter Höhepunkte stellenweise richtig Spaß macht.

rating6

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