Netflix will Ländersperre aufheben: Bald alle Inhalte auch bei uns verfügbar?

Daniel Schmidt 7

Dass der Netflix-Geschäftsführer Reed Hastings ein wahrer Visionär des digitalen Business ist, ist alles andere als eine Neuigkeit. Als Mitbegründer des weltweit größten Streaming-Anbieters hat er nicht nur das beliebte Video-on-Demand-Portal nach Deutschland und in die ganze Welt gebracht, sondern hat uns auch wundervolle Meisterwerke aus der Eigenproduktion beschert. Sein nächster Geniestreich: Die Ländergrenzen zwischen den verschiedenen Netflix-Portalen einfach aufheben. 

Netflix will Ländersperre aufheben: Bald alle Inhalte auch bei uns verfügbar?
Bildquelle: ©Netflix.

 

Was als DVD-Verleih per Postversand begann, ist heute einer der größten Namen im E-Business: Netflix! Seit seiner Gründung vor fast 20 Jahren hat es der Anbieter geschafft, immer wieder Grenzen des scheinbar Möglichen zu sprengen, um seinen Kunden die wunderbare Welt von Filmen und Serien immer näher zu bringen. So ist es in vielen Ländern auf der ganzen Welt heute überhaupt kein Problem mehr, mit ein paar Klicks auf der Tastatur, dem Tablet oder der Fernbedienung alle Arten von Bewegtbild digital und legal zu sich nach Hause zu holen.

Doch damit nicht genug. In einem Interview mit dem australischen Magazin Gizmodo kündigte Reed Hastings nun seinen nächsten Geniestreich an. Der klingt so einfach wie logisch: Die Ländergrenzen zwischen den verschiedenen Netflix-Angeboten einfach aufheben. Konkret hieße das: Alles, was in den USA auf Netflix verfügbar ist, wäre genauso auch in Deutschland und überall dort, wo man einen Netflix-Zugang bekommen kann, gleichzeitig zu haben. Momentan ist es nämlich so, dass die Inhalte in den einzelnen Ländern sich oft stark unterscheiden. Das beste Beispiel dafür ist die hauseigene Polit-Serie „House of Cards“die auf Grund verschiedener Rechteinhaber in Deutschland nicht über Netflix verfügbar war. Fans der Serie brauchten hierzulande ein zusätzliches Abo für den Konkurrenten Sky. Daraus hat das Unternehmen offensichtlich gelernt, denn andere Eigenproduktionen wie „Bloodline“ oder etwa „Marvel’s Daredevil“ laufen schon jetzt parallel auf allen lokalen Netflix-Kanälen.

Warum also sollte das nicht auch mit fremden Content, also Filmen und Serien, die Netflix nicht selbst produziert, die aber dort verfügbar sind, möglich sein? Leider scheitert das bisher meistens an den eigentlichen Rechteinhabern, die Lizenzen für Ausstrahlung und Streaming nicht weltweit, sondern an Länder oder Regionen herausgeben. An diesem Problem will Hastings nun arbeiten und sich mit den großen Verleihern und Sendern besser absprechen. Der große Vorteil daran wäre vor allem, dass User, die nicht in den USA leben, in Zukunft nicht mehr den illegalen Weg über einen so genannten VPN-Server gehen müssten, um auch die nur in Amerika verfügbaren Inhalten sehen zu können.

Sollte Hastings mit diesem Plan tatsächlich Erfolg haben, würde dass den ganz großen nächsten Schritt in der Globalisierung von Film- und Fernseh-Inhalten bedeuten und sicher auch dem Unternehmen an sich gut tun. Denn damit würde einer der größten Kritikpunkte am Netflix-Angebot außerhalb der USA einfach so wegfallen und den Streaminganbieter noch attraktiver machen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung