Unsere Top-Filme 2014 - Philipp

Philipp Schleinig 6

Zum Ende eines jeden Jahres sind Film-Top-Listen in Film-Redaktionen ein absolutes Muss – oder ein notwendiges Übel, wie auch immer man es sehen möchte. Daher hat auch die GIGA FILM Redaktion ihre Sieger gekürt. Jeder Redakteur wird euch in den nächsten Tagen seine Top 5 vorstellen. Den Anfang macht Philipp.

Unsere Top-Filme 2014 - Philipp

Ist es schon wieder soweit? Ein ganzes Jahr rum? Junge, junge, das ging schnell. Gerne wird man ja mal gefragt, was denn der persönliche Lieblingsfilm sei. Eine schwierige Aufgabe angesichts der vielen großartigen Werke, die existieren. Etwas leichter und dennoch nicht einfacher erweist sich die Frage nach den Top-Filmen eines Jahres. Die Auswahl ist nicht zu verachten! Und so haben meine Kollegen und ich uns gefragt, welche Filme des Jahres 2014 wir denn platzieren würden.

So folgt gleich meine Top 5 des Jahres. Dabei muss ich jedoch noch einen Film hervorheben, der darunter nicht auftaucht, aber bei mir als Fan einen Platz im Herzen bekommen hat: „Stromberg: Der Film“. Nachdem ich die fünf Staffeln von „Stromberg“ nicht nur ein Mal gesehen hatte, war es Anfang 2014 an der Zeit, Abschied zu nehmen. Die Serien-Film-Umsetzung ist grandios gelungen, „Stromberg: Der Film“ super lustig und Christoph Maria Herbst für mich auf ewig der Bernd. Das gesagt schauen wir doch nun mal auf meine Top 5!

Platz 5: „Interstellar“

And we reached for the stars…“ – Was hatte ich Gänsehaut, als ich den ersten Teaser zu „Interstellar“ sah! Der Beitrag war sogar noch besser als die dann erschienenen Trailer. Mir war schnell bewusst, dass Christopher Nolan erneut auf dem besten Wege war, ein Meisterwerk zu schaffen. Das war es letztlich auch. Definitiv nicht weniger. Drei Stunden entführte uns Nolan mit „Interstellar“ in Welten, die wir noch nie zuvor betreten hatten, und in physikalische Theorien, an die wir uns aus der Schulzeit nur dunkel erinnern konnten.

Zudem wartete „Interstellar“ mit einem fantastischen Cast auf, der sich nicht nur auf die Oscar-Preisträger Matthew McConaughey und Anne Hathaway beschränkt, sondern auch Altmeister Michael Caine sowie Jessica Chastain und Casey Affleck enthielt. Als besonders (Film-)musikalischer Mensch muss ich zudem auch nochmal Hans Zimmer, wie so oft, für seine Arbeit loben. Der Soundtrack zu „Interstellar“ ist definitiv der beste, den ich 2014 gehört habe.

Interstellar - Final Trailer Englisch.

Platz 4: „Boyhood“

Hätte ich „Boyhood“ vor vier Monaten in dieser Liste aufgeführt, wäre ich zwar nicht der einzige gewesen, hätte mir aber einen Indie-Charme behalten können. Doch nun ist „Boyhood“ auch in aller Munde, handelt es sich bei dem Film doch nicht nur um einen Golden-Globe-, sondern möglicherweise auch Oscar-Kandidaten. Zu Recht, wie ich nicht nur angesichts meiner Top-Liste sagen kann! „Boyhood“ begegnete mir schon auf der Berlinale und war eine Überraschung. Drei Stunden wird vom Heranwachsen eines Jungen (Ellar Coltrane) erzählt, ohne wirklich einen erzählerischen Spannungsbogen aufzubauen.

Doch das ist in „Boyhood“ gar nicht nötig. Regisseur Richard Linklater schafft es, diese Entwicklung in die Adoleszenz so zu erzählen, dass keine Langeweile auftaucht. Vielmehr verfolgte ich fasziniert das ja auch reelle Heranwachsen der Darsteller, da Linklater den Film über 12 Jahre drehte, und fühlte mich das ein oder andere Mal auch an meine Kindheit erinnert.

Boyhood - Trailer Deutsch.

Platz 3: „The Wolf of Wall Street“

Es ist eigentlich so gut wie selten, dass meine Top-Liste keinen Scorsese-Streifen – insofern er denn im Jahr einen Film produziert hat – enthält. So ist es kaum eine Überraschung, „The Wolf of Wall Street“ hier auf Platz 3 zu finden. Die Erwähnung des Films kommt natürlich nicht von ungefähr: „The Wolf of Wall Street“ ist ein großartiger Film, der vom Aufstieg und Fall des Börsenmaklers Jordan Belfort berichtet. Die Thematik, die mir eigentlich fern liegt, wird dabei lustig, aber auch verständlich erzählt und das obwohl Leonardo DiCaprio nur eine Aufgabe gestellt bekommt: Verkaufen Sie mir diesen Stift!

Apropos Leonardo DiCaprio! Es dürfte allseits bekannt sein, dass sich der Schauspieler in den letzten Jahren zu einem Charakterdarsteller gemausert hat, der seinesgleichen sucht. Herrlich übertrieben, exzentrisch, panisch, aber auch charmant verkörpert er den betrügerischen Börsenmakler. Der Oscar? Ja, darüber wurde viel diskutiert. Aber von hinten ruft einfach Matthew McConaughey, der für mich persönlich in diesem Jahr einen Oscar fürs Lebenswerk erhalten hat.

"Wolf of Wall Street" - Trailer deutsch.

Platz 2: „Her“

Ich liebe Filme, die unseren aktuellen Zeitgeist treffen. Und auch wenn „Her“ mit seinem futuristischen Ansatz natürlich etwas über unseren Alltag hinausgeht, erzählt der Film doch in seinen Grundfesten von einem Thema, das so alt ist wie die Menschheit selbst: die Liebe. Spike Jonze verpackt diese komplexe, vielseitige und mit so vielen Facetten ausgestattete Lebensgrundlage in eine fantastische Geschichte um die Liebe 2.0. Den Drehbuch-Oscar hat er daher für mich absolut verdient erhalten.

„Her“ fasziniert mich nicht nur aufgrund seiner Geschichte, sondern auch und vor allem durch seine Darsteller. Seit jeher vergöttere ich Joaquin Phoenix, der einer der größten Schauspieler unserer Zeit ist. Dazu kommt eine Scarlett Johansson, die nur durch ihre Stimme so viel Charakter in das Betriebssystem Samantha bringt, dass es eigentlich schon fast gruselig ist. Selbst die kleinsten Nebenrollen sind mit Amy Adams, Chris Pratt, Rooney Mara und Olivia Wilde nicht minder hochkarätig besetzt.

"Her" - Trailer deutsch.

Platz 1: „Im August in Osage County“

Anfang 2014 war es mir zwar noch nicht bewusst, doch schon im März des Jahres hatte ich meinen Lieblingsfilm für 2014 gefunden. Absolut erwartungslos sah ich mir das Familiendrama „Im August in Osage County“ an und bekam einen Film, dem der Balanceakt zwischen hochkarätiger Besetzung und großartiger Geschichte meisterhaft gelingt. Wer denkt, der Film wäre mit Meryl Streep, Benedict Cumberbatch, Chris Cooper, Julia Roberts und Ewan McGregor überladen, liegt falsch.

Im Gegenteil: Ohne diese überragenden Darsteller würde der Film nur seine halbe Wirkung entfalten. Und so präsentiert sich mit „Im August in Osage County“ ein Drama, dessen Intensität sich nicht nur an der Hitze in den Tagen im August wiederspiegelt, sondern auch den Figurenkonstellationen inhärent ist. Wenn Chris Cooper dann an einer Stelle seiner Meinung Luft macht, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf!

"Im August in Osage County" - Trailer deutsch.

Was sind eure Topfilme 2014?

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