Panik vor dem Ungewissen: Die 6 gemeinsten Cliffhanger

Timo Löhndorf 2

Ob in Serie, Spiel oder Film, überall taucht er auf. Die Rede ist vom Cliffhanger, dem offenen und frustrierenden Ende einer Geschichte. Ich habe in meinem Kopf herumgewühlt und die sechs fiesesten Cliffhanger rausgesucht, mit denen Filmregisseure davongekommen sind.

Panik vor dem Ungewissen: Die 6 gemeinsten Cliffhanger

ACHTUNG: Um effektiv über die dreisten Cliffhanger zu schreiben, muss ich in diesem Artikel die Enden einiger Filme spoilern. Solltet ihr also in einer Überschrift einen Film entdecken den ihr nicht kennt oder noch sehen wollt, solltet ihr schnell eure Augen waschen und zur nächsten Seite klicken!

Inception

6. Inception

In einer Welt in der die Träume von Menschen infiltriert werden können leitet Cobb (Leonardo DiCaprio) eine Gruppe von Leuten an, um das Unterbewusstsein eines reichen Erben  zu manipulieren. In einem Labyrinth aus verschiedenen Traumebenen stolpern Cobb und seine Diebestruppe durch die Gedankenwelt ihres Opfers und verlieren sich dabei selber zwischen Traum und Realität.

Als einer der erfolgreichsten und am meisten diskutierten Filme des Jahres 2010 sollte das Ende von „Inception“ noch bekannt sein. Der ehemals verfolgte Cobb kehrt erstmals wieder in seine amerikanische Heimat zurück und sieht endlich seine Kinder wieder. Am Ende des Films benutzt er sein Totem, ein Gegenstand der Menschen dazu dient, sich zwischen Traum und Realität zu orientieren. Doch bevor sein Totem (ein Kreisel) ihm sagt was Sache ist, bestraft Regisseur Christopher Nolan sein Publikum mit einer plötzlichen Schwarzblende.

Wirklich so schlimm?
Empfangen wurde dieses Ende, wie so viele Cliffhanger, mit einem gemeinschaftlichen Raunen und einer hitzigen Diskussion in Kinofoyer und Internet. Einige Zuschauer fühlten sich von Nolans Schachzug vor den Kopf gestoßen, andere fingen unmittelbar an zu diskutieren:

– Ist das Happy End des Films real?
– Ist es ein Traum?
– Spielt das überhaupt eine Rolle?

Und nun?
Ob man es glaubt oder nicht, der Cliffhanger von „Inception“ ist nicht das unlösbäre Rätsel, das er zu sein scheint. Sieht man sich den Film aufmerksam an, fällt ein interessantes Detail auf. Der Kreisel, den Cobb bei sich trägt, gehört nicht ihm. In keiner Zeile des Films beschreibt er ihn als sein Totem. Tatsächlich gehörte er seiner verstorbenen Frau Mal, die ihn während des Films aus dem Jenseits heimsucht.

Cobbs Totem ist sein Ehering. Am Anfang des Films, als die Grenze zwischen Traum und Realität noch deutlich definiert ist, wird dies klar. In der Anfangssequenz trägt er den Ring. Auch in der Traumszene im Café trägt er ihn. In der realen Welt trägt Cobb seinen Ring nicht. Auch am Ende des Films, bei seiner Ankunft in den USA, sieht man seine Hand ohne Ehering. Gemäß dieser Theorie ist das Ende des Films in der Tat real und Leo kann mit seinen Kindern durch den Garten hüpfen ohne Strafverfolgung zu fürchten. Für den erheblichen Speicherplatz, den die Diskussion um „Inception“ anno 2010 im Internet eingenommen hat, ist allerdings jede Hoffnung verloren.

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