News der Woche: Filmmusik-Gewerkschaft verklagt Hollywood

Philipp Schleinig 8

Wo Geld fließt, kommt es schnell einmal zu Streitigkeiten. So ist es nun in Hollywood passiert: Die Gewerkschaft der Filmkomponisten in Nordamerika hat gegen drei große Filmstudios eine Klage eingereicht. Warner Bros., MGM und Paramount Pictures sollen für Millionenbeträge aufkommen, die sich in letzter Zeit angesammelt haben.

News der Woche: Filmmusik-Gewerkschaft verklagt Hollywood
Bildquelle: © Warner Bros.

Man stelle sich einmal vor, man inszeniere in den USA als Regisseur einen Film und ist mit dem aktuellen Kamera-Winkel noch nicht ganz so zufrieden. Ein paar Grad weniger wären schön. Warum also nicht einfach die besagte Kamera um jenen Winkel selbstständig neigen und dann die Produktion fortsetzen? Einfach: Diese Tätigkeit könnte schnell zu einer Klage führen.

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In den USA besitzt jede Berufsgruppe, die an einem Film beteiligt ist, eine eigene Gewerkschaft, die sich streng für die Rechteeinhaltung am Set einsetzt. So wird eben sehr darauf geachtet, dass jeweilige Aufgaben am Set auch nur von der dafür zuständigen Berufsgruppe ausgeübt werden. Zudem spielt, wie auch in diesem Fall der Filmmusik-Gewerkschaft, die Herkunft eine Rolle.

Was ist also passiert?

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Klage gegen Hollywood-Studios – Filmmusik im Ausland aufgenommen

So besagt eine Regel der American Federation of Musicians of the United States and Canada, dass die Filmmusik für kanadische und US-Produktionen auch in dem jeweiligen Land aufgenommen werden muss. Dagegen hat zum Beispiel erst vor Kurzem das Produktionsstudio Warner Bros. verstoßen, die den Soundtrack zu „Interstellar“ in Großbritannien aufnehmen ließen.

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Ebenso werden in der Klage „Carrie“ und „Robocop“ aufgeführt, die ebenfalls im Vereinten Königreich vertont wurden. Die Gewerkschaft führt auf, dass nicht nur die Regel verstoßen wurde, sondern somit auch Berufsmusikern wichtige Einnahmen verwehrt wurden. Jene Gehälter, inklusive Versicherungsbeiträge, sollen nun von den Studios nachgezahlt werden.

Die besagten Produktionsfirmen haben sich bisher noch nicht dazu geäußert. Angesichts der starken Position der Gewerkschaften in den USA ist es allerdings fraglich, ob sie der Klage überhaupt widersprechen können. Vermutlich wird es sich im Gerichtsverfahren dann nur noch um die Höhe der zu zahlenden Beträge gehen. Die Anklageschrift ist übrigens öffentlich einsehbar.

Quelle: Deadline

"Interstellar" - Trailer 2 englisch.

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