Into the Woods - Kritik

Philipp Schleinig

INTO THE WOODS Trailer Deutsch German & Kritik Review | 2015 [HD].
In unserer Text-Kritik zu „Into the Woods“ erfahrt ihr, wie wir als GIGA FILM Redaktion (in diesem Fall: Philipp) die Musical-Adaption fanden.

INTO THE WOODS Trailer Deutsch German & Kritik Review | 2015 [HD].
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Die Symbiose zwischen den Theaterproduktionen am Broadway und der Filmindustrie in Hollywood reicht weit zurück. Als Anfang der 1930er Jahre die Einführung des Tonfilms es endlich ermöglichte, Sprech- und Singparts auf der Leinwand darzustellen, richteten sich die Blicke der Filmproduzenten auf jene Musicals, die an einer der berühmtesten Straßen New Yorks so viel Geld einbrachten. Ungelegen kam der Film für die Theaterregisseure wiederum ebenfalls nicht, konnte die Begrenzung des Raumes durch die Bühne im Film doch einfach aufgehoben werden.

Und so wagten viele Theaterschaffende den Sprung nach Los Angeles, wo die Filmstudios das große Geld versprachen. Produktionen wie „Ein Amerikaner in Paris“ und „Singing in the Rain“ machten das Musical auch in Hollywood populär. Seit den 1970er Jahren beherrscht ein Mann den Broadway: Stephen Sondheim - prämierter Musicalkomponist und Texter. Auf seine Kappe geht auch das 1987 erschaffene Stück „Into the Woods“, welches nun 28 Jahre später für die Leinwand adaptiert wurde.

Es verwundert nicht, dass als Regisseur von „Into the Woods“ ausgerechnet Rob Marshall verpflichtet wurde. Marshall machte sich nämlich besonders als Filmmusical-Regisseur einen Namen und brachte etwa „Chicago“ mit Catherine Zeta-Jones und „Nine“ mit Daniel Day-Lewis in die Kinos. „Into the Woods“ soll nun der neue Genie-Streich von Marshall werden und so hat er sich Stars wie Meryl Streep, Emily Blunt, Anna Kendrick, Chris Pine und Johnny Depp an Bord geholt, um verschiedene Märchen und deren Handlungsstränge zu einer neuen Geschichte zusammenzuknüpfen.

„Into the Woods“ verpasst allerdings den Sprung in die Ohren des Zuschauers. Ohne Frage: Die Bilder, die Szenerie und die Figuren sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet und fangen den Charme eines Märchen-Musicals wunderbar ein. Aber es ist die Geschichte und die untermalenden Songs, die leider für mich nicht funktionierten. Natürlich bleibt die Frage, inwieweit Rob Marshall gegenüber des originalen Bühnenstücks überhaupt Änderungen vornehmen konnte und was ich hiermit also wirklich kritisiere - das Stück oder den Film?

Dennoch bleibt die Musical-Offensive aus. Die Geschichte, in welcher ein Bäckerspaar den Fluch einer alten Hexe (Meryl Streep) brechen möchte, um endlich Kinder bekommen zu können, scheint teilweise doch sehr an den Haaren herbeigezogen zu sein und weist einige Wendepunkte auf, die mich nur kopfschüttelnd zurückließen. Zudem ist die Haupthandlung eigentlich nach 90 Minuten vorbei, nur um dann eine weitere halbe Stunde einen unnötigen Nebenplot aufzumachen. „Into the Woods“ weist leider nur einige Lieder auf, die tatsächlich als Musicalsongs funktionieren, während der Rest sprechartige Dialoge sind, in denen die Darsteller etwas die Stimme heben und senken.

Zumindest kann den Darstellern keine schlechte Performance angekreidet werden, im Gegenteil: Meryl Streep bietet eine gewohnt tolle Leistung ab, während die Singstimmen von Emily Blunt und Chris Pine doch positiv überraschen. Doch es ist Anna Kendrick, die sowohl mit ihrer Stimme (und wir haben sie schon öfters singen hören), als auch mit ihrer Darbietung und ihrer Persona am meisten überzeugen kann. Und so wird letzten Endes ein Gesamtwerk kreiert, welches zumindest als seichte Unterhaltung für zwei Stunden funktioniert, aber an keine andere Musical-Adaption jemals heranreichen wird.

Fazit:

„Into the Woods“ ist zwar schön anzusehen, doch die Offenbarung bleibt aus.

rating4

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