James Bond 007- Spectre: Kritik - Mehr Bond geht nicht

Daniel Schmidt

 „James Bond 007 – Spectre“ markiert den bereits vierten Auftritt von Schauspieler Daniel Craig als wohl berühmtester Geheimagent der Welt. Bereits zum zweiten Mal brilliert der Brite unter der Regie von Sam Mendes, der nahtlos an seinen großen Erfolg des vorangegangen Spionage-Abenteuers anknüpfen möchte. Ob er das schafft? Unsere Kritik verrät es euch. Zusätzlich im Video die Kritik von Kollege Robert Hofmann.

SPECTRE Trailer Deutsch German & Kritik Review (2015).
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 James Bond 007 – Spectre: Auf eigene Faust

In der Londoner Geheimdienstzentrale steht alles auf Veränderung. Der Geheimdienst wie er einmal war habe ausgedient, meint die Regierung, und der neue M (Ralph Fiennes) sieht seinen MI6 von einer Fusion bedroht, mit der auch das 00-Program abgeschafft werden soll. James Bond beeindruckt das allerdings erstmal wenig, denn eine kryptische Botschaft aus seiner Vergangenheit lässt alles andere vergessen. Im Alleingang macht er sich daran, die Geheimorganisation Spectre hochgehen zu lassen, und auch seine letzten Vertrauten Q (Ben Wishaw) und Moneypenny (Naomie Harris) können ihm irgendwann nicht mehr helfen. Um den Kopf der Organisation konfrontieren zu können, muss er eine Reise in seine Vergangenheit unternehmen, bei der er auch die schöne Ärztin Dr. Madeleine Swann (Léa Seydoux) aufgabelt.

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James-Bond-Autos: Die heißesten Schlitten von 007.

 James Bond 007 – Spectre: Mehr Bond passt nicht in einen Film

Wer sich „Spectre“ im Kino anschaut, dem wird ein komplettes Fan-Fest geboten, wie man es sich schöner nicht hätte erträumen können. Egal, welchen Aspekt der Film-Reihe man am liebsten mag, man wird sicher bedient. Physikalisch unmögliche Verfolgungsjagden? Check! Irrsinnige Gadgets? Check! Tolle Frauen, exotische Orte und Bösewichter, die sich so nur in Bond-Filmen verhalten? Check, check und check! Daniel Craigs vierter Auftritt wird so zu einem Mikrokosmos der alles beinhaltet, was Bond so ausmacht.

Ja, Bösewicht Franz Oberhausers (Christoph Waltz) Verhalten macht wirklich nur im Bond-Kontext irgendeinen Sinn. Aber dort befindet er sich nun mal. Das obligatorische Ausplaudern des bösen Masterplans ist ebenso ein wichtiger Bestandteil des Genres wie das Bondgirl. Apropos Bondgirl. Léa Seydoux vereint in Madeleine Swann alles, was wir am Bondgirl lieben. Sie ist verletzlich und kämpferisch, entschlossen und emotional. Wenn sie sich nicht gerade retten lassen muss, gibt es von ihr auch mal was auf die Mütze. Wie der ganze Film ist sie eine Quintessenz.

Betrachtet man Daniel Craigs Darstellung der ikonischen Figur fällt auf, dass er wie kaum jemand vor ihm (Das Maß aller Dinge wird trotzdem immer Sean Connery bleiben) die Balance von Actionheld und tragischer Figur schafft. Oder konnte sich vor ihm jemand den Haudegen Bond als traumatisierten Waisen vorstellen? Ich jedenfalls nicht. Sein Hintergrund wird von der Randnotiz endlich zum greifbaren Teil seiner Motivation. Dies wird umso deutlicher, wenn wir als Zuschauer fast spüren, wie er sich gegen das Eindringen in seine Vergangenheit wehrt, die wir noch tiefer erkunden dürfen als schon in „Skyfall“. Wer auch immer den nächsten Bond spielen wird, er wird sich an Craigs dreidimensionaler Darstellung messen lassen müssen.

James Bond 007 – Spectre: Paket mit Schleife drauf

Mit „Spectre“ schafft es Regisseur Sam Mendes, die Schleife auf ein Gesamtpaket zu setzen, welches alle Bond-Filme mit Daniel Craig umfasst. Anders als bisher im Bond-iversum endet mit dem jüngsten Film der Reihe eine Erzählung, die mit „James Bond 007 – Casino Royale“ begonnen hat und sich bis jetzt durchzieht. Für den Bond-Fan ist das ein ganz besonderes Bonbon, denn noch nie in der Geschichte des Geheimagenten haben sich vier Filme gegenseitig so bereichert und dem Zuschauer ein Erlebnis angeboten das über die übliche, episodenhafte Erzählweise hinausgeht. Leider heißt das auch, dass man diese Filme nun nicht mehr so ohne weiteres einzeln genießen kann, ohne dabei etwas zu verpassen.

Das Reboot der Reihe ist komplett und fühlt sich auch so an. Chronologisch könnte man Daniel Craig als ersten Bond vor die anderen Filme stellen, und es würde Sinn ergeben. „Spectre“ ist nicht nur ein großartiger Bondfilm, sondern auch fruchtbarer Nährboden, auf dem sich wunderbar Neues säen lassen dürfte.

James-Bond-Theme: Die 10 besten Titellieder von 007 - Bilderserie *

James Bond 007 – Spectre: Fazit

Diese Riesentüte voller Bond ist ein Kinospektakel, dass trotz Überlange wenig Längen aufweist. Bondfans werden „Spectre“ lieben, für Neueinsteiger oder Gelegenheitszuschauer empfiehlt es sich allerdings, bei „Casino Royale“ anzufangen, und sich über ein „Quantum Trost“ und „Skyfall“ vorzuarbeiten.

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