2015 ist es soweit. Mit „Jurassic World“ kommt der vierte Teil des „Jurassic Park“ Franchise in die Kinos. Viele Fans warten gespannt auf die Fortsetzung, andere sind aus ihrer Dinosaurierphase längst herausgewachsen. In unserer Rubrik Pro & Contra schauen wir uns deshalb an, ob die Welt noch einen Dinoschocker gebrauchen kann, oder nicht.

 

Jurassic Park 4: Jurassic World - Trailer, Kritik, FSK & weitere Infos

Facts 

Pro: „Jurassic World“ wird gut, weil... (Christoph)

...endlich wieder Dinosaurier Einzug ins Kino halten! Es geht also wieder los! Der Dino-Park, der jetzt sogar zu einem „World“ aufgestiegen ist, öffnet im Sommer dieses Jahres endlich die Tore. Als ich damals, in eigentlich viel zu jungen Jahren, der ersten Teil von „Jurassic Park“ sah, wurde ein kleiner Kindheitstraum wahr, denn plötzlich waren die prähistorischen Monster zum Leben erwacht und stolzierten brachial und elegant über die Kinoleinwand. Als kleiner Pimpf nahm mich das sofort gefangen und brannte sich in mein Gedächtnis ein. Schon die nachfolgenden Teile taten meinem Dino-Enthusiasmus keinen Abbruch, auch wenn die Qualität zu wünschen übrig ließ und der dritte Teil des Dino-Abenteuers eigentlich schon keine Daseinsberechtigung mehr hatte. Aber was solls: DINOS!

Auch dem jetzt kommenden vierten Teil wird es sicherlich nicht gelingen, den legendären ersten Teil auch nur ansatzweise das Wasser zu reichen, doch das muss er auch gar nicht! Ich erwarte nicht, dass „Jurassic World“ das Rad neu erfindet oder was revolutionäres Neues auffährt, denn im Duell mit „Jurassic Park“ kann der vierte Teil nur als Verlierer aus dem Rennen gehen. Doch wenn wir die Scheuklappen einmal beiseite nehmen, die ständigen Vergleiche mit „Jurassic Park“ links liegen lassen und mit offen Augen an den kommenden vierten Teil herantreten, dann haben wir verdammt nochmal einen riesigen Park, den man sich als Dino-Freund schon immer gewünscht hat! Was will das Dino-Herz eigentlich mehr?

Was 1993 lediglich ein Plan war, der natürlich nach Hinten losging, wurde in „Jurassic World“ nun tatsächlich umgesetzt und der Dino-Park öffnet fertiggestellt seine Tore. Träume werden wahr. Schon allein die offizielle Website, die aussieht, als wenn sich hier der Parkbesucher die nötigen Informationen für einen Besuch besorgen kann, versetzt mich in Euphorie. Ich brauche kein „Jurassic Park“-Abklatsch, ich will einfach endlich in diesen Park abtauchen, den man sich damals, beim ersten Teil, nur wage vorstellen konnte.

Sicherlich, auch ich muss schmunzeln, wenn Chris Pratt auf seinem Motorrad zusammen mit seinen dressierten Raptoren durch einen Wald prescht auf dem Weg, den bösen, genmanipulierten Dino zur Strecke zu bringen, aber wer sagt denn, dass man wilde Tiere nicht mit ein bisschen Spucke und Feingefühl in treue Begleiter verwandeln kann? Solange mir „Jurassic World“ eine plausible Erklärung dafür liefert, kann ich damit leben. Ich hoffe lediglich, dass die, zugegeben, etwas grenzdebile Idee an den Genen der Dinos rumzuspielen und einen genmanipulierten Übderdino zu erschaffen, die Stimmung nicht zerstört und die Dinos damit der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Solange sie keine Waffen auf dem Rücken tragen und irgendwie an die alte Serie „Extreme Dinosaurs“ erinnert, bin ich beruhigt.

Ich möchte liebend gern zum Parkbesucher werden und bin schon sehr gespannt, ob „Jurassic World“ den Flair der alten Teile einfangen kann und 14 Jahre nach dem letzten Teil endlich wieder Dinos auf die Leinwand bringt, die mich als Saurierliebhaber in Verzückung versetzen. Da ist mir am Ende dann wohl auch relativ egal, ob die Geschichte aus Lücken und Lufbläschen besteht, wenn es die Dinos auf der Leinwand ordentlich krachen lassen und mein Dino-Herz zu hüpfen beginnt. Schon allein die aus dem Wasser aufsteigende Riesenechse auf der großen Leinwand zu erleben, ist für mich ein Kinobesuch wert. Ich löse ein Ticket für „Jurassic World“ und Frage: Wo ist der Eingang zum Dino-Park?

Bilderstrecke starten(7 Bilder)
Thanksgiving 2015: So feiern Chris Pratt & Co. das Erntedankfest auf Instagram

Contra: „Jurassic World“ braucht kein Mensch, weil... (Daniel)

...manche Mythen einfach unangetastet bleiben sollten. Jurassic Park“ ist für mich ein solcher Mythos. Den ersten Teil des Franchise habe ich in einem Alter gesehen, in dem ein Kinobesuch ungefähr so aufregend war, wie heute eine Überseereise oder ein Heiratsantrag. Das Popcorn, für das man sein Taschengeld sparen musste, war schon vor dem Film aufgegessen und jedes trockene Maiskorn am Boden der Tüte wurde auf eventuelle fluffige Reste untersucht. Da war er dann, einer der größten Filme der frühen 90er Jahre. Der Film mit seiner für die damaligen Verhältnisse bahnbrechenden Animationstechnologie hat mich so geflasht, dass der Nikolaus mir ein Federmäppchen mit Dinoprint gebracht hat.

Das waren noch Zeiten. Leider dauerte es schon damals nicht lange, bis der kommerzielle Erfolg von „Jurassic Park“ und das damit verbundene Potential zum Kassemachen erkannt wurden. Autor Michael Chrichton soll sich angeblich geweigert haben, ein Sequel zu schreiben. Wäre er doch bloß standhaft geblieben. Zwar war ich 1997, als der zweite Teil in die Kinos kam dann zu alt, um vor Enttäuschung zu heulen, viel gefehlt hat aber nicht.

Jetzt geht es also in die vierte Runde. In typisch US-Amerikanischer Manier wird diesmal alles größer, bunter und lauter. Ganze sechs Drehbuchentwürfe hat es gebraucht, bis endlich eine Story mit ausreichen „Kaboom“ gefunden wurde. Statt eines schnöden Parks, ist die prähistorische Erlebnisanlage jetzt schon zur „World“ aufgestiegen. Unweigerlich fragt man sich, hat von allen Beteiligten niemand kapiert, dass Dinosaurier kein Spielzeug sind? Sicher wird es auch diesmal wieder für überraschte Gesichter sorgen, wenn die angeblich so harmlosen Donnerechsen auf der Suche nach einem Snack die ersten Homo Sapiens verspeisen. Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Unglaubwürdig!

Als wären die angeblich so weisen Wissenschaftler, die ein komplettes ausgestorbenes Ökosystem zurückbringen können, nicht schon tief genug in der Facepalm-Zone, wird in Teil 4 dann auch noch an den Genen der so oder so schon gefährlichen Biester geschraubt. Was könnte da wohl schief gehen? Und als wäre die Dinosaurierkacke zu diesem Zeitpunkt nicht schon genug am Dampfen, werden dann auch noch die anderen, angeblich weniger gefährlichen Dinosaurier auf den Mutanten losgelassen, um das Monster auszuschalten. Mir ist jetzt schon schwindelig vor Kopfschütteln.

Zugegeben, Chris Pratt ist schon irgendwie ne coole Socke und wer liebt nicht den vom Schwabbelkomiker zum Frauenschwarm mutierten Actionhelden? Ob der „Guardians of the Galaxy“-Star sich mit dem Machwerk aber einen Gefallen tut ist tatsächlich fraglich.

Ganz abgesehen davon, dass tatsächliche, studierte Wissenschaftler wahrscheinlich wieder die Hände über den denkenden Köpfen zusammenschlagen werden, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, mein letztes bisschen Kindheitserinnerung an „Jurassic Park“ auch noch einzustampfen. Muss ich wirklich sehen, wie irgendein Seeungeheuer, dass seit weiß ich wie lange ausgestorben sein sollte, in einem Aquarium mit Haien gefüttert wird? Die Antwort ist ganz klar: Nein! Am Ende kann jeder machen, was er oder sie will und wer Lust auf fleischfressende Dinos hat, soll sich bloß nicht aufgehalten fühlen. Mich wird man an den Kinokassen sicher nicht sagen hören: „Einmal „Jurassic World“, bitte.“

 

Jurassic World-Quiz: Teste dein Wissen über das Jurassic Park-Franchise!