Szeniastisch: Uma Thurman in Kill Bill I - Kampf mit den Verrückten 88

Daniel Schmidt 3

Gute Filme gibt es wie Maiskörner am Boden der Popcorn Tüte. Wirklich großartige Szenen, die sogar noch aus ihrem cineastischen Umfeld heraus den Zuschauer anspringen, festhalten und ordentlich durchschütteln, sind allerdings wesentlich seltener. Nur was eine Gänsehaut verursacht und einem ein dreifaches boah!boah!BOAH! entlockt, hat einen Platz unter den Filmszenen der Woche verdient. So wie dieser Schnipsel aus der Feder des genialen Filmemachers Quentin Tarantino.

Szeniastisch: Uma Thurman in Kill Bill I - Kampf mit den Verrückten 88
Bildquelle: © MIRAMAX.

Den Soundtrack von „Kill Bill Vol. 1“ habe ich rauf und runter gehört. Im Kino habe ich den Film fünf Mal innerhalb einer Woche gesehen. Sogar auf einer Urlaubsreise bin ich in Indonesien ins Kino gegangen, weil ich gehört hatte, dass die berühmte schwarz-weiß Szene in Asien in Farbe läuft. Das galt wohl leider nur für Japan. Kurzum, „Quentin Tarantino“ hat mit diesem Meisterwerk mein komplettes Verhältnis zu Filmen und zur Cinematographie auf den Kopf gestellt. Auch heute freue ich mich noch jedes Mal, wenn mir einfällt, dass man den Film ja noch mal gucken könnte.

 

Als Szene der Woche hätten sich sicher fast alle Ausschnitte aus „Kill Bill Vol. 1“ geeignet: Der Showdown zwischen Uma Thurman und Lucy Liu im verschneiten Garten, die Verfolgungsjagd mit dem gelben Motorrad durch Tokyo oder die erste Begegnung mit dem Legendären Hattori Hanzō (Sonny Chiba). Schlussendlich ist die Wahl aber auf den Kampf zwischen der Braut (Uma Thurman) und der Leibgarde von O-Ren Ishii (Lucy Liu), den Verrückten 88 gefallen. 

Die Braut ist zu diesem Zeitpunkt schon ein gutes Stück auf ihrer Reise vorangekommen. Wohl eine der schwersten Aufgaben, ein mächtiges Samuraischwert von Großmeister Hanzō zu ergattern, hat sie bereits erledigt. Im Haus der blauen Blätter, einem Amüsieretablissement, lauert die von den Toten auferstandene Kriegerin ihrer ehemaligen Vertrauten O-Ren Ishii und ihrer Bande auf. Das Ziel: Rache an der Frau, die an dem Mordanschlag auf sie beteiligt war. Doch dafür muss sie erst an den Verrückten 88 vorbei.

Schon der kurze Austausch von Blicken der beiden Feindinnen, bei dem wir nur Nahaufnahmen der so unterschiedlichen aber wunderschönen Gesichter sehen, fasziniert auf Anhieb. Dann folgt der Einmarsch der Truppen. Man weiss nicht,ob man dem rhythmischen Stampfen von 176 Füßen, oder einer Kriegstrommel lauscht. Der unvermeidliche Fight wird in dem Moment auf schwarz-weiß umgestellt, als die Braut einem Gegner mit der bloßen Hand einen Augapfel amputiert. Es ist gerade diese scheinbare Verschwendung der Blutspritzer, die man nun nicht mehr wirklich sieht, die der Szene ihre Schönheit verleiht und sie von allen anderen abhebt. Was folgt ist eine wunderschöne Choreographie aus Tanz und Terror, in der man nicht nur eindeutig die Kunstfertigkeit von Tarantino erkennt, sondern auch die coolen Anspielungen auf alte Kung-Fu Filme aus Hong Kong.

Euch gefällt unsere Reihe „Szeniastisch“? Hier gibt es noch die vorherigen Ausgaben aus „The Big Lebowski“ und „An jedem verdammten Sonntag“.

Wenn ihr jetzt auch solche Lust habt, euch den ganzen Film noch mal zu geben, die DVD gibt es zum Beispiel bei Amazon.

Um die Wartezeit bis zur Lieferung zu verkürzen, kann man sich auch einfach noch mal den Trailer angucken.

Kill Bill Vol. 1 - Trailer Englisch.

 

 

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA FILM

* Werbung