News der Woche: Bye, Bye Lilyhammer!

Marek Bang 2

Nach drei Staffeln ist das Aus der herrlich verschrobenen Serie „Lilyhammer“ beschlossene Sache und Hauptdarsteller Steven Van Zandt verkündete die traurige Nachricht höchstpersönlich via Twitter. Grund genug, in unserer News der Woche die schwarzhumorige Gangsterserie angemessen zu würdigen! 

News der Woche: Bye, Bye Lilyhammer!
Bildquelle: © Netflix.

#Lilyhammer RIP. Not my decision. Let’s just say for now the business got too complicated. Very proud of our 24 shows. New ideas on the way.

— Stevie Van Zandt (@StevieVanZandt) 22. Juli 2015

Mit diesem Tweet verkündete Steven Van Zandt kurz, knapp und ein klein wenig wütend das Ende der Serie „Lilyhammer“, in der er über drei Staffeln lang den New Yorker Gangster Frank Tagliano spielte, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms Norwegen unsicher macht. Mit einer lächerlichen Elvis-Perücke ausgerüstet gab der im ersten Leben als Gitarrist von Bruce Springsteens E-Street-Band beschäftigte Musiker sein Debüt als Hauptdarsteller einer TV-Serie. Zuvor entdeckte der auf der Bühne stets wie eine Art Comicausgabe von Keith Richards wirkende Mann mit dem Bandana auf dem Kopf in den 1990er Jahren sein schauspielerisches Talent als Silvio Dante in der preisgekrönten Mafia-Serie „Die Sopranos“ an der Seite des viel zu früh verstorbenen James Gandolfini. Doch erst als rücksichtsloser Mafiosi unter wunderlichen Schraten konnte Steven Van Zandt wirklich allen beweisen, was für ein Naturtalent er vor der Kamera wirklich ist.

Ist Zoff hinter den Kulissen Schuld für das Aus von Lilyhammer?

„Lilyhammer“ ist die erste Serie, an deren Entstehung Netflix unmittelbar beteiligt war und der originelle Spaß entwickelte sich nicht nur in Norwegen zu einem veritablen Hit, sondern fand auch international beim Publikum durchaus Anklang. Ein Grund ist sicher die Popularität von Steven Van Zandt, der als chaotischer Paradiesvogel-Sidekick von Bruce Springsteen bereits ein Liebling der  Fangemeinde vom Boss war und natürlich immer noch ist. Doch die Produktion von „Lilyhammer“ gestaltete sich hinter den Kulissen nicht immer einfach. Wer aber nun meint, dies läge vor allem am viel beschäftigten Little Steven (so Van Zandts Bühnenname), der irrt. Sogar der Boss musste sich auf Tour ab und an von Tom Morello beim Abrocken behilflich sein lassen, weil Steve Van Zandt in Norwegen bei den Dreharbeiten beschäftigt war. Die Prioritäten waren also klar verteilt und so müssen andere Gründe dafür gesorgt haben, dass sie Serie nun eingestellt wurde.

Natürlich kann ein schwindendes Interesse des internationalen Publikums nicht ganz geleugnet werden und auch die Qualität der dritten Staffel reichte nicht mehr ganz an ihre Vorgänger heran, doch hauptverantwortlich für den Rückzug von Netflix scheint ein Zwist mit den Produktionsfirmen Rubicon und dem Sender NRK zu sein, wie Views and News from Norway berichtet. So sollen letztere die komplette dritte Staffel von „Lilyhammer“ auf einen Schlag ins Netz gestellt haben, ohne dass der große Investor Netflix diesem Bingewatching-Exzess zugestimmt hat. Es könnte also gut sein, dass sich Netflix über`s Ohr gehauen fühlt und sich deshalb zurückzieht.

Warum wir Lilyhammer vermissen werden

„Lilyhammer“ verfügt über drei große Stärken, welche nun nicht mehr weiter ausgebaut werden können. Die eine ist ihr charismatischer Hauptdarsteller, dem das Kunststück gelingt, seine Figur herrlich überzogen und glaubwürdig zugleich auf den Bildschirm zu zaubern. Der zweite große Trumpf ist definitiv die originelle Grundidee, einen ignoranten und skrupellosen Mafiosi aus dem New Yorker Großstadtsumpf in das malerisch verschneite Lillehammer zu schicken und ihn ungebremst auf die freundlich-naive Bevölkerung loszulassen. Der äußerst geringe Widerstand, der sich ihm bei seinen kriminellen Aktivitäten in den Weg stellt, lässt Raum für extrem unterhaltsame Dreistigkeiten, die dafür sorgen, dass sich „Lilyhammer“ zu jedem Zeitpunkt mühelos von anderen 08/15-Gangsterserien absetzen kann. Abgerundet wird der schwarzhumorige Spaß durch die vielen liebevoll gezeichneten Nebenfiguren wie etwa den arbeitslosen Torgeir (Trond Fausa Aurvag), die in ihrer Schrulligkeit für eine ganz spezielle Atmosphäre sorgen, die maßgeblich für den Reiz der Serie verantwortlich ist.

  Alle Informationen über Lilyhammer *

Obwohl es noch einen minimalen Hoffnungsschimmer gibt, dass ein neuer Investor für eine mögliche Season 4 von „Lilyhammer“ gefunden werden könnte, so ist der Tweet von Steve Van Zandt doch eindeutig genug und wir sagen an dieser Stelle Adjø „Lilyhammer“! Vielleicht schließt sich aber auch der Kreis für Herrn Van Zandt, denn nun ist es ausgerechnet die Folge mit seinem Gaststar-Boss, die den Abschluss seines TV-Star-Ausflugs abrundet.

Seht Bilder von Bruce Springsteens Gastauftritt in Lilyhammer

„Lilyhammer“ bei Maxdome streamen

 

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