Was wurde aus... Mad Max-Star Mel Gibson?

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1979 schaffte der bis dato unbekannte Schauspieler Mel Gibson als „Mad Max“ seinen Durchbruch. Es folgte eine erfolgreiche Karriere in Hollywood mit Blockbustern wie der „Lethal Weapon“-Reihe und einem Oscar für „Braveheart“. Doch dann geriet einiges aus dem Ruder und bei „Mad Max: Fury Road“ wüten mittlerweile andere auf der Leinwand.  Deshalb werfen wir in unserer Reihe „Was wurde aus…?“ einen genaueren Blick auf Mel Gibson und verraten euch, was der Schauspieler und Regisseur heute so treibt. 

Als ehemaliger Polizist Max Rockatansky rächte Mel Gibson im legendären ersten „Mad Max“-Franchise zwischen 1979 und 1985 den Tod seiner Familie und stellte sich dem Kampf gegen Anarchie und Barbarei im postapokalyptischen Brachland Australiens. Besonders die ersten beiden Filme setzten Maßstäbe im Actionkino und wurden zur Legende. Der Hauptdarsteller ging nach Hollywood und landete mit dem „Lethal Weapon“-Franchise eine weitere Reihe an Blockbustern. Insgesamt vier Mal stand er gemeinsam mit Danny Glover, der stets beteuerte, zu alt für den ganzen Scheiß zu sein, vor Richard Donners Kamera und erweiterte seinen düsteren Auftritt als „Mad Max“ um eine gehörige Portion flapsigen Witz und Selbstironie.

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Aktuell überzeugt „Mad Max“-Schöpfer George Miller auf voller Linie im Kino und lieferte mit  „Mad Max: Fury Road“ den besten Actionfilm seit einer gefühlten Ewigkeit ab. Die ikonische Rolle des Max spielt nun Tom Hardy, doch die eigentliche Sensation des Films ist neben den perfekt choreographierten Verfolgungsjagden und den handgemachten Stunts eindeutig Charlize Theron als Imperator Furiosa, die sich als wahre Nachfolgerin von Mel Gibson fühlen darf. Und der Altstar selbst? Wie Screenrant berichtet, war Mel Gibson bei der Premiere des Films zugegen, saß neben seinem einstigen Regisseur und bekundete seine Zufriedenheit mit der Neuauflage. Doch was treibt der Schauspieler sonst so, wenn er nicht seine Nachfolger auf der Leinwand begutachtet?

 Was wurde aus Mel Gibson?

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Dank des „Lethal Weapon“-Franchise und Mel Gibsons Erfolg als Actionheld sowie Protagonist in (romantischen) Komödien folgte nach  „Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel“ eine knapp 20 Jahre andauernde Hochphase seiner Karriere, die erst aufgrund diverser privater Eskapaden in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends zum Erliegen kam. Dabei sah es in den 1990er Jahren noch so aus, als könne Mel Gibson gar in die Fußstapfen des Actionhelden Clint Eastwood treten und sich auch hinter der Kamera einen Namen  machen. Doch nach dem Oscar für „Braveheart“ 1995 folgte 2004 das Herzensprojekt „Die Passion Christi“, für das sich der Filmemacher Mel Gibson viel Schelte gefallen lassen musste. Der bekennende Katholik löste mit seinem Werk eine heftige Kontroverse aus und musste sich sogar den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen. Dennoch spielte das in hebräischer Sprache gedrehte Epos hunderte Millionen Dollar ein und der Regisseur Mel Gibson realisierte zwei Jahre später mit „Apocalypto“ ein weiteres Mammutprojekt, diesmal über den Untergang der Maya-Kultur im Mittelamerika des 15. Jahrhunderts.

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Nach „Apocalypto“ überwarf sich Mel Gibson dann endgültig mit Hollywood und verschwand für mehrere Jahre von der Bildfläche. Schlagzeilen machte er nur noch wegen Alkohol-Exzessen, familiären Problemen und fragwürdigen Äußerungen. 2006 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet und musste sich erneut wegen antisemitischen Äußerungen rechtfertigen (Quelle: CNN). Da sich in den Folgejahren derartige Vorfälle wiederholten, geriet Mel Gibson immer mehr ins gesellschaftliche Abseits und selbst George Miller gab an, dass er die Probleme seines einstigen Stars als einen der Hauptgründe betrachtet, warum „Mad Max: Fury Road“ letztlich ohne Mel Gibson realisiert wurde. Anfang der 2000er Jahre plante Miller nämlich durchaus noch mit Mel Gibson (Quelle: The Daily Beast).

Ob Mel Gibsons körperliche Verfassung ein weiterer Grund für Tom Hardys Übernahme sein könnte, bleibt dahingestellt, denn seit 2010 bastelt der Schauspieler an einem Comeback im Kino. Neben seinem Auftritt in Jodie Fosters an der Kinokasse gefloppten Drama „Der Biber“ versuchte er sich auch wieder als Actionheld und schrieb für den B-Film „Get the Gringo“ sogar am Drehbuch mit. Das ist erst drei Jahre her und erinnert mit seinem knallharten Wüsten-Look sogar ein wenig an „Mad Max“:

Get the Gringo - Trailer deutsch.

Nach der Neuinszenierung als dreckiger Actionheld in „Get the Gringo“ blieb Mel Gibson dem staubigen Gewalt-Kino treu und übernahm eine Rolle in Robert Rodriguez‘ Thriller „Machete Kills“ neben Danny Trejo und wurde Teil der „Expendables“. Und da soll nicht wenigstens ein kleiner Gastauftritt bei „Mad Max“ drin sein? Nun ja, was nicht ist, kann noch werden, schließlich wurde gerade erst bekannt, dass „Mad Max: Fury Road“ der Auftakt für eine ganze neue „Mad Max“-Trilogie werden könnte.

Ob es mit Herrn Gibson und Herrn Miller wirklich etwas wird, darf natürlich bezweifelt werden. Als nächstes steht jedenfalls erst einmal der Actionthriller „Blood Father“ an, in dem Mel Gibson einen ehemaligen Gangster spielt, der seine Tochter vor einer Bande Drogenhändler beschützen muss. Klingt wieder nach B-Film, doch das muss ja nicht zwingend gleich Schund bedeuten. Hoffen wir an dieser Stelle also, dass gelungene Werke wie „Get the Gringo“ mehr Aufmerksamkeit erhalten und sich ansonsten wieder eine größere Gelegenheit für den guten Mel ergibt, sich von seiner explosiven und vor allem sympathischen Seite zu zeigen.

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