Ihr zweifelt an eurem Verstand? Ihr erinnert euch an Dinge, die so gar nicht stattgefunden haben? Wenn ihr damit nicht allein seid, willkommen beim Mandela-Effekt. Wir erklären, was er ist und ob er mit Alzheimer zu vergleichen ist.

 

MANDELA: Der lange Weg zur Freiheit

Facts 

Mandela-Effekt – Was ist das?

Der Mandela-Effekt bedeutet, dass sich eine Gruppe von Menschen über ein Geschehen in der Vergangenheit absolut sicher sind, obwohl das nachprüfbar so nie geschehen ist. Scheinbar sind die Erinnerung dann verfälscht.

Beispiel:

  • In Star Wars (Episode V) fiel der berühmte Satz von Darth Vader:
    „Luke, ich bin dein Vater!“
  • Richtig? – Nein, falsch! Korrekt hieß er: „Nein, ich bin dein Vater!“ und war Teil eines längeren Dialogs zwischen Luke und Darth Vader (Kontext).

Woher kommt der Begriff?

Fione Bromme hat den Begriff unter anderen geprägt: Sie war sich zusammen mit anderen einig, dass Nelson Mandela, der sich stark für Menschenrechte einsetzte, in den 80er-Jahren im Gefängnis gestorben war. Laut Geschichtsbüchern ist er aber erst viel später im Jahr 2013 gestorben. Wie kann das sein?

Erklärungen des Mandela-Effekts

1. Broomes Erklärung

Broome selbst vertritt dazu auf ihrer Webseite die Theorie, dass die Aussage „Mandela starb 1980 im Gefängnis“ zwar in dieser Welt falsch sei, aber nicht in einer anderen. Es geht also um Paralleluniversen.

2. Eine Erklärung ohne Paralleluniversen

  • Ein durchschnittliches, menschliches Gehirn kann eine Menge speichern.
  • Der „Speicher“ Gehirn ist aber erstens nicht unendlich, und zweitens funktioniert er nicht wie eine Festplatte.
  • Sicher werdet ihr schon bemerkt haben, dass das Gehirn sich mit am besten Geschichten und Zusammenhänge merken kann.
  • Je weiter die Erfahrung oder das Ereignis zurückreicht, desto mehr abstrahiert das Gehirn die eigentliche Kerninformation der Geschichte und Einzelheiten verblassen.

Um beim obigen Beispiel zu bleiben: Der Satz „Luke, ich bin dein Vater“ ist viel prägnanter als das originale Zitat und damit lässt sich das Geschehene anderen Menschen in einem kurzen Satz (als Kerninformationen) viel besser mitteilen.

Diese Funktion des Abstrahierens ist auch nötig, weil unser Gehirn auf Dauer nicht jede Einzelheit behalten kann. Oft wisst ihr beispielsweise noch, wo ihr eine Information in Büchern oder im Internet findet, aber nicht mehr, was dort konkret gestanden hat. Und das ist auch in Ordnung, denn ihr wisst ja, wo ihr nachzugucken habt. Das Gehirn ist sehr intelligent in der Hinsicht.

Mit Alzheimer hat das allerdings nicht viel zu tun.

Der Mandela-Effekt ist kein Alzheimer

Wie oben erklärt, ist der Mandela-Effekt nicht wirklich mit Alzheimer zu vergleichen:

  1. Bei Alzheimer schrumpft das Gehirn wortwörtlich, wodurch seine Funktionsweise eingeschränkt wird.
  2. Der Mandela-Effekt lässt sich eher auf eine generelle Funktionsweise des Gehirns zurückführen.

Nicht zu vergessen, erzählen wir Menschen Geschehnisse gerne so, wie sie uns in einem besseren Licht erscheinen lassen, als es tatsächlich der Fall gewesen ist. Stichtwort: Der Sieger schreibt Geschichte!

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Robert Schanze
Robert Schanze, GIGA-Experte für Windows, Android, Linux und Software.

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