Margos Spuren - Kritik: Charmante Klischees

Daniel Schmidt

MARGOS SPUREN Trailer German Deutsch & Kritik Review (2015).
Nach „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist „Margos Spuren“ schon der zweite Roman des erfolgreichen Jugendbuch-Autors John Green. Standhaft widersetzt er sich dem Trend zu Prequels, Sequels, Trilogien und Endzeit-Thematiken. Statdessen schreibt er lieber Bücher - und macht daraus Filme - die in einem Mikrokosmos spielen, statt in einer düsteren Dystopie. 

Margos Spuren - Die Geschichte der wilden Margo

Der linkische Quentin, genannt „Q“ ist bis über beide beide Ohren in die wilde Margo verknallt, seit sie mit ihrer Familie in seine Nachbarschaft gezogen ist. Obwohl sie als Kinder noch beste Freunde waren, haben sie sich bis kurz vor  ihrem gemeinsamen Schulabschluss auseinander gelebt. Margo ist beliebt und wild, Quentin eher ein stiller Zeitgenosse, der schon jetzt sein angestrebtes Medizinstudium durchgeplant hat. Eines Nacht klopft Margo jedoch ans Fenster und entführt Quentin auf eine Tour durch die Vorstadt, bei der die beiden böse Streiche anrichten. Am Tag darauf ist Margo verschwunden und auch in den Wochen danach taucht sie nicht auf. Gemeinsam mit  seinen besten Freunden, die wie er Außenseiter sind, macht sich der verknallte Schüler auf die Suche nach ihr, denn Margo hat Spuren hinterlassen. Spuren, so ist sich Quentin sicher, die nur für ihn gemeint gewesen sein können. Es beginnt ein Roadtrip, bei dem die Jugendlichen viel mehr finden als das, was sie sich zu Suchen aufgemacht hatten.

Margos Spuren - Charmant, Witzig und ein bisschen Klischee

„Margos Spuren“ ist eine willkommene Abwechslung in der Welt der Jugendfilme. Da muss nicht die Welt gerettet werden, nicht einem allmächtigen Bösewicht entflohen oder gar mit Zähnen und Klauen um das eigene Leben gekämpft werden. Stattdessen führt die Geschichte zurück zu Problemen und Erlebnissen, die wir alle kennen und nachvollziehen können. Die klassische Coming-of-age-Story ist zeitlos und hätte vor 20 Jahren schon funktioniert und wird es wohl auch noch in weiteren 20.

Wahrscheinlich ist es dieser Zeitlosigkeit geschuldet, dass wir im Mikrokosmos Highschool auch eben die gleichen Klischees vorfinden wie schon in den Achtzigern. Die Vorstadt-Welt ist eingeteilt in Sportler und Streber, beliebt und unbeliebt, schwarz und weiß. Während man darin sofort viele Filmklassiker wieder entdeckt, wirkt die Geschichte dadurch jedoch stellenweise sehr unmodern und man fragt sich unweigerlich, was der Film noch Neues zu erzählen vermag. Das ist leider nicht viel, denn was die Jungs und Mädels auf Ihrer Reise zum Erwachsenwerden erleben, haben schon etliche vor ihnen erlebt, ihre Geschichten sind altbekannt.

Margos Spuren - Fazit

„Margos Spuren“ ist charmant, aber nicht innovativ. Man sieht dem bunten Haufen junger Darsteller gerne zu und kann sich wunderbar in sie hineinversetzen, jedoch wirken sie eher wie alte Bekannte, als wie neue Freunde. Ein hübscher Film, den man durchaus genießen kann, aber von dem man nicht zu viel erwarten sollte. Alles in allem eine solide Leistung.

rating6

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