MAZE RUNNER - Die Auserwählten im Labyrinth - Kritik

Philipp Schleinig

"MAZE RUNNER - Die Auserwählten im Labyrinth" Kritik & Trailer Deutsch German Review | 2014 [HD].
Erfahrt in unserer Kritik zu „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“, wie die Verfilmung des Jugendbuches abgeschnitten hat und wie sie sich im Vergleich zu anderen Literatur-Adaptionen, die für das jugendliche Publikum gefertigt werden, schlägt.

"MAZE RUNNER - Die Auserwählten im Labyrinth" Kritik & Trailer Deutsch German Review | 2014 [HD].
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MazeRunner Kritik

Filmische Jugendbuch-Adaptionen. Es gibt sie wie Sand am Meer. Aber welchen filmischen Gegenstand gibt es schon nicht wie Sand am Meer? Manch einer mag ja behaupten, dass wir in einer Zeit der Superhelden-Filme leben. Aber erleben wir nicht auch gerade eine Hochphase von Jugendbuch-Verfilmungen? Und was ist mit Werken über die US-amerikanische Sklaverei? Hochphasen werden schnell deklariert, doch bei genauerer Betrachtung als immer dagewesen betrachtet. Kommt die Verfilmung der „Maze Runner“-Trilogie also, wie sagt man, zur rechten Zeit? Mit Blick auf das Kinojahr 2014 mit Sicherheit nicht. Aber in Anbetracht der Qualität des Films hätte der Verleih gar keinen besseren Zeitpunkt wählen können.

Wieso? Das Jahr 2014 ist mit „Divergent – Die Bestimmung“, „The Giver – Hüter der Erinnerung“ und „Die Tribute von Panem 3 – Mockingjay Teil 1“ schon gut mit Jugendbuch-Verfilmungen ausgestattet. Jede weitere – und „Maze Runner: Die Auserwählten des Labyrinths“ ist nun die vierte des Jahres – könnte schon zur Übersättigung führen. Daher ist der Zeitpunkt sicherlich weniger günstig. Und dennoch würde ich den ersten Teil der geplanten Film-Trilogie 2014 nicht missen wollen, denn er macht überraschenderweise vieles richtig.

Gehen wir von der Basis des Films aus: Ein Haufen Teenager bevölkert seit nun mehr drei Jahren die Lichtung – ein Ort inmitten eines von riesigen Betonmauern umgebenen Labyrinths. Täglich suchen die schnellsten Läufer unter ihnen einen Weg nach draußen. Doch seit eben diesen drei Jahren ist noch niemandem die Flucht geglückt. Denn nachts bevölkern die sogenannten Griever das Labyrinth, sodass die Jungs nur in ihrer Lichtung Schutz finden. Neuling Thomas (Dylan O’Brien) will sich nicht mit diesem Schicksal abfinden und sucht einen Ausweg. Und damit beginnen die Probleme erst.

Maze Runner

Wer einen Trailer zu „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ gesehen hat, mag vielleicht denken, er habe schon alles gesehen. Doch das ist tatsächlich ein Irrtum. Die erste Stärke des Films ist seine Unvorhersehbarkeit. Abgesehen von kleinen Story-Klischees sind Ereignisse und Abläufe selten schon vorher zu erkennen. Daraus resultiert auch die beeindruckende Spannung, die „Maze Runner“ nicht nur sehr schnell aufbaut, sondern auch konstant zu halten weiß. Dabei verliert sich der Film nicht in der Wiederholung von Labyrinth-Erkundungen. Vielmehr lässt er eine Aufregung, die sich auf den Zuschauer zu übertragen weiß, auch in der Gruppe entstehen, sodass vor allem psychologische Belange zum Tragen kommen.

Die zweite Stärke von „Maze Runner“ entspringt diesem letztgenannten Punkt: Wer hier von einer klassischen, dystopischen Jugendbuch-Verfilmung ausgeht, darf angenehm überrascht sein, dass pubertäre Verhaltensweisen und Angewohnheiten fast kaum zur Geltung kommen. Vielmehr greift eine gewisse Situationspsychologie, die sich darin äußert, dass einige Jungen schneller als geplant erwachsen sein müssen und wieder andere jämmerlich daran scheitern. Und so ist es fast schon egal, ob wir in „Maze Runner“ Jugendliche oder Erwachsene zu sehen bekommen. Charakteristische Unterschiede bestehen selten und das macht den Film auch für ein älteres Publikum ansprechend.

Dabei ist es manchmal sogar schade, dass der Film eine Altersfreigabe ab 12 Jahren bekommen hat. Wenn das ein oder andere Team-Mitglied doch einem Griever zum Opfer fällt – und es wäre schlimm, wenn das nicht passieren würde – dann dürfte dies durch entsprechende Farbgebung ruhig gekennzeichnet werden. Aber hier befinden wir uns wieder auf der Basis der Buch-Adaption. Die Fans sollen nicht durch diverse Splatter-Einlagen, sondern durch die detailgetreue Umsetzung ihres geliebten Buches überzeugt werden. Wer die Reihe letztendlich nicht gelesen hat, dürfte sich beim Cliffhanger am Ende auf die Fortsetzung freuen.

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Fazit:

„Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ gelingt es, Literatur-Verfilmungsklischees und nervende Teenie-Themen zu vermeiden und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was die Geschichte ja eigentlich ist: Ein dystopischer Kampf um Leben und Tod, dem es an Spannung und Unvorhersehbarkeit nicht mangelt.

rating7

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