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    Memento

    Martin Beck

    Leonard hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Mörder seiner Frau zu finden und sich an ihm zu rächen. Dies wird jedoch durch seinen derzeitigen Gesundheitszustand erschwert. Seit einem Unfall ist sein Kurzzeitgedächtnis geschädigt, wodurch er nicht mehr in der Lage ist, neue Erinnerungen zu speichern. Leonard kann sich zwar noch an all die Dinge erinnern, die vor seinem Unfall passiert sind, er weiß wie er heißt, wo er aufgewachsen ist und wie sehr er seine Frau geliebt hat, doch die Zeit nach seinem Unfall ist ein einziges schwarzes Loch. Für Leonard beginnt das Leben alle paar Minuten neu, wenn er sich plötzlich an das eben geschehene nicht mehr erinnern kann. Notizen, Polaroids und Tattoos sind die einzigen zuverlässigen Quellen, die ihm einen Einblick in die jüngere Vergangenheit liefern und mit denen er versucht, den Mörder seiner Frau zu finden.

    Der große Trick bei „Memento“ liegt in der rückwärts laufenden Erzählung der Geschichte – was aber eigentlich überhaupt kein Trick, sondern die faszinierende Unterstreichung des inhaltlichen Geschehens ist. Dadurch dass quasi „von hinten“ erzählt und immer dann angesetzt wird, wenn Leonard gerade wieder sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat, bekommt der Zuschauer die Orientierungslosigkeit des Protagonisten hautnah mit. Wenn Leonard zum Beispiel mit einer leeren Flasche Wein in der Hand auf der Toilette aufwacht und sich fragt, wie er dort hingekommen ist, stellt sich für den Zuschauer unweigerlich die selbe Frage.

    Besonders gegen Ende des Films entfaltet das gut durchdachte Drehbuch seine ganze Cleverness. Obwohl man ja bereits weiß, wie die Geschichte enden wird, kann der Schluss des Films noch einmal überraschen. Man muss bei „Memento“ höllisch aufpassen, ansonsten bleibt einem nichts anderes übrig, als den Film nochmal zu sehen – was keine allzu große Pein auslöst, weil Christopher Nolan nämlich *mal wieder* dem ach so blöden Mainstream durchaus intelligente, tiefgründige Kleider angelegt hat.

    In den Hauptrollen von “Memento“ spielen Guy Pearce, Carrie-Anne Moss, Joe Pantoliano, Mark Boone Junior und Stephen Tobolowsky.

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