Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: 5 Dinge, die ihr wissen müsst!

Kristina Kielblock 1

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist das Drehbuch-Debüt der Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling und soll der Auftakt einer neuen Trilogie werden. Der Kinostart des Potter-Prequels in Deutschland ist für den 17. November geplant. Rowling hat zur Erklärung der Neuen Welt vier Kurzgeschichten veröffentlicht, denen wir 5 Informationen entnommen haben, die ihr wissen solltet, bevor ihr euch den Film anschaut.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind - Trailer deutsch.

Während das Harry Potter Universum komplett fiktional war, sind in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, einige Erzählstränge die Bezug zu real existierenden Kulturen, Mythen, Orten und Ereignissen in der nordamerikanischen Geschichte haben. Zuerst wären da die Anspielungen auf Mythen der Native Americans zu nennen, die im Vorfeld schon für Ärger sorgten, aber auch die Hexenprozesse von Salem spielen eine Rolle. 5 Punkte, die wissenswert rund um das Potter-Prequel sind, haben wir hier gelistet.

5. J.K. Rowling eignet sich kulturelle Konzepte an, von denen sie keine Ahnung hat

J.K. Rowling hat angekündigt im Vorfeld des Films vier neue Geschichten zu veröffentlichen, die auf Pottermore veröffentlicht werden sollen und Einblicke geben in bislang nicht erforschte Epochen der Geschichte der Zauberei. Die erste dieser Geschichten heißt History of Magic in North America und Rowlings Intention war, damit einen Grundstein zu konstruieren, der in die Welt der nordamerikanischen Zauberer einführt. Die Rezeption der Geschichte rief aber andere Reaktionen hervor, als es die Autorin vermutlich intendiert hat.

Native Americans fanden ihre Charakterisierung der indigenen Bevölkerung des Kontinents nämlich nicht nur inakkurat, sondern auch extrem verletzend. Der Hauptkritikpunkt wird häufig vorgebracht, Nicht-Native-Americans zeigen sich aber in dieser Hinsicht auch als äußerst belehrungsresistent: Rowling beschreibt nämlich ganz typisch Native Americans als eine monolithische Kultur, womit sie - wie viele andere auch - die extreme Vielfalt und Unterschiedlichkeit der 500 verschiedenen indigenen Stämme Nordamerikas einfach unterschlägt. Wenn Rowling „The Native American community“ schreibt, ignoriert sie mindestens die letzten 20 Jahre politischen Diskurs und den Kampf der heute lebenden Natives um die Anerkennung ihrer Verschiedenheit in Sprache, Kultur & Geschichte.

Dr. Adrienne Keene, die sich in ihrem Blog Native Appropriations schon seit Jahren mit dieser Thematik auseinandersetzt, ist auch im Bezug auf den neuen Rowling-Film in die Diskussion eingestiegen und bietet zumindest für Menschen, die der englischen Sprache mächtig sind, einen großartigen Pool der Information, der allen Interessierten hier wärmstens für eine nähere Auseinandersetzung empfohlen wird.  

Um das Ganze noch mit einem Beispiel zu konkretisieren: Die sogenannten Skin-Walker. Auch in diesem Fall schreibt Rowling Traditionen und Glauben der nordamerikanischen Stämme einfach um, wie es ihr gefällt und subsumiert dies dann auch noch als „ihre Zauberer-Welt“. Die Skin-Walker haben aber eine reale Tradition und sind eingebettet in einen realen Kontext. Es sind keine Schreckgespenster oder Geschichten, die man den Kindern erzählte. Es ist ein wichtiger Aspekt des Überlebens einer Kultur (z.B. Navajo), dass ihre Bestandteile nicht einfach von Außenstehenden aufgegriffen und völlig verfremdet werden. Das kann einem vielleicht aus weiß-westlicher Perspektive völlig egal sein, aber man sollte sich dessen gewahr sein, dass dies kolonialistisches Verhalten ist, das viele Angehörige der verschiedenen Kulturen - die vielfach nur noch als Fantasiegestalten wahrgenommen werden - verärgert und verletzt: „You can`t put a fantasy bandage on a cut that hasn`t stopped bleeding.“ Nicht-Natives sollten aus historischen Gründen lernen, die Grenzen zu akzeptieren - J.K. Rowling gibt in dieser Hinsicht ein schlechtes Beispiel ab.

4. Die Hexenprozesse in Salem in Rowlings phantastischer Welt

Die berühmten Hexenprozesse in Salem wurden ebenfalls in Rowlings Welt inkorporiert. Nach ihren Ausführungen haben diese Prozesse die Welt der Magier und Hexen für immer verändert. Die in die magischen Künste eingeweihte Bevölkerung nahm dramatisch ab, nicht nur aufgrund von Morden, sondern auch, weil viele Magier und Hexen geflohen sind. Aus diesem Grund, so Rowling, gab es in Nordamerika weit weniger magische Personen als dies in Europa, Asien und Afrika der Fall war. Die grauenvollen Ereignisse trugen sich in den Jahren 1692 und 1693 zu - es bleibt abzuwarten, wie sie sich auf die Handlung des Films auswirken, der im Jahre 1926 spielt.

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3. Was ist der Magical Congress of America?

Die Organisation wurde als direkte Antwort auf die Hexenprozesse im Jahr 1693 gegründet. Wie Rowling schreibt, war es die erste öffentliche Regierungseinrichtung für Angehörige der Zauberer-Gemeinschaft, die inmitten Nicht-Magischer Menschen lebten. Die MACUSA entwickelte Gesetze und Regeln für das tägliche Leben, aber ihre Hauptaufgabe war Scourers zu finden und zu verurteilen. Scourers waren Banden von Schurken, die im 17. Jahrhundert operierten und sozusagen als Kopfgeldjäger tätig waren.

Sie fingen alles, wofür eine Belohnung ausgesetzt war und somit standen auch Zauberer auf ihrer Liste. Sie tauschten auch Nicht-Zauberer gegen Gold bei den Puritanern ein. Solche Scourers, die erwiesenermaßen Hexen und Zauberer verraten hatten, wurden von der MACUSA bestraft und zumeist hingerichtet. Im Laufe der Zeit infiltrierten sie auch durch Heirat die magische Gesellschaft und gaben in der Öffentlichkeit Zeugnis darüber ab, das Magie real ist. Tatsächlich ist diese Organisation womöglich ein Hinweis darauf, dass „normale“ Menschen in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, eine größere Rolle spielen, als es in den Potter-Filmen der Fall war.

2. Die vier Wandmaker - Die Hersteller der Zauberstäbe in der Neuen Welt

Natürlich können die Magier in Nordamerika ihre Zauberstäbe nicht in Ollivanders Geschäft in der Diagon Alley kaufen. Sie haben ihre eigene Zauberstabmanufaktur und in den USA der 20er Jahre gibt es laut Rowling vier große Hersteller von Zauberstäben:

  • Shikobe Wolfe ist Choctaw (Native American) und sie ist berühmt für ihre komplizierten Designs mit Donnervogel-Federn als Verzierungen. Man sagt, sie seien sehr kraftvoll, aber schwer zu beherrschen.
  • Johannes Jonker, ein als Nicht-Magier geborener Zauberer, er hat sich die Herstellung von Zauberstäben selbst beigebracht und sie haben in der Regel ein Perlen- und Katzenhaar-Inlay.
  • Thiago Quintana ist berühmt für seine schlanken und eleganten Stäbe, deren Kern aus der Wirbesäule des White River Monsters von Arkansas gemacht sind.
  • Violetta Beauvais aus New Orleans, deren Stäbe vorwiegend für schwarze Magie verwendet werden. Ihr Kern ist aus dem Haar des Rougarou gemacht, ein hundeköpfiges Monster, dessen Lebensraum die Sümpfe von Louisiana sind.

1. Die Prohibition ist nichts für Zauberer

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind spielt in den Zeiten der US-amerikanischen Prohibition und es scheint, als würde die Komik, die sich daraus ergeben kann, im Film auch voll zur Geltung kommen. Denn im Gegensatz zur Nicht-Magischen Bevölkerung haben die Hexen und Zauberer von der MACUSA die ausdrückliche Erlaubnis Alkohol zu konsumieren. Kritiker sagen zwar, dies käme der Gemeinschaft nicht zu Gute, dass die Zauberer betrunken und die anderen nüchtern sind, aber das schlagende Argument der MACUSA lautet: Ein Zauberer in der Neuen Welt zu sein, ist schon hart genug. Prohibition hat also keine Chance in der magischen Gemeinschaft oder mit Rowlings Worten: „The Gigglewater is here to stay.“ Gigglewater ist ein wunderbarer Spitzname für Alkohol und die ohnehin schon verschrobenen magischen Charaktere werden sicher nach dem Genuss von Alkohol noch skurriler.

Bilder: © Warner Bros. GmbH / Shutterstock.com /

 

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