Pixels-Kritik: Infantiler Adam-Sandler-Spaß, der keinem wehtut

Marek Bang 2

Die Welt wird verpixelt, Donkey Kong randaliert in New York und Pac-Man ist ein hungriger Schurke. Die frühen 1980er Jahre feiern eine gamegantische Wiederauferstehung auf der Leinwand und der Alpha Kevin aller zotigen Komödianten ist mittendrin statt nur dabei. Ob die neue Adam-Sandler-Komödie „Pixels“ etwas taugt, erfahrt ihr in unserer Kritik zu „Pixels“!

Pixels - Trailer #2 englisch.
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Die Welt hat ein ernsthaftes Problem: Der King of Queens ist Präsident der USA. Als ob das nicht schon Anlass genug zur Sorge wäre, droht dem gesamten Planeten in naher Zukunft der Untergang. Schuld am außerirdischen Angriff in „Pixels“ ist eine Videokassette, die 1982 unbedarft in den Orbit gefeuert wurde. Auf dem Band war Bildmaterial der ersten Gamer-Weltmeisterschaft, in der sich Adam Sandler und „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage einen heftigen Wettstreit um den Weltmeistertitel im „Donkey Kong“-spielen geliefert haben. Die Aliens halten die Bilder der Spiele für echt und interpretieren sie als Kampfansage. Sie wollen sich in einem Wettkampf mit den Erdbewohnern messen und verwandeln die Erde  zu diesem Zweck in den Schauplatz eines Best-of-Three-Real-Life-Videospiels aus der Gaming-Urzeit.

Der US-Präsident (Kevin James) hat sich glücklicherweise in den frühen 1980er Jahren selbst für Videospiele interessiert und pflegt noch einen regen Kontakt zum Nerd Sam Brenner (Adam Sandler), der immer noch ein amtliches Trauma mit sich herum trägt, weil er bei der Gamer-WM nur den zweiten Platz hinter seinem Rivalen Eddie Plant (Peter Dinklage) belegt hat. Nun hat seine große Stunde geschlagen, denn er darf die Welt retten, muss sich allerdings mit seinem Widersacher als weiteres Teammitglied anfreunden. Gemeinsam gehen sie in die entscheidenden Schlachten, denn die ersten beiden Kämpfe wurden vom Militär noch nicht ernst genommen und gingen demnach an die Aliens…

„Kevin allein zu Haus“-Regisseur Chris Columbus hat sich dem gleichnamigen französischen Kurzfilm von Patrick Jean aus dem Jahr 2010 angenommen und die reizvolle Gaga-Story auf Blockbuster-Niveau aufgemotzt. Da hätten wir eine so obligatorische wie aufgesetzt wirkende Love-Story zwischen Adam Sandler und Michelle Monaghan, ein paar lieblos reingezwiebelte Seitenhiebe gegen die Brutalität heutiger Ego-Shooter und die Message, dass es auch der dümmste Nerd zum Retter der Menschheit bringen kann. Die Verpixelung der Welt erfolgt dann zwar großspurig und aufwendig, es wird aber zu keiner Zeit irgendwem auch nur der kleinste aller kleinen Finger gekrümmt, so dass auch die jüngsten Zuschauer im Kino keinen Schrecken bekommen. So belanglos wie harmlos also, wären da nicht die niedlich animierten Schlümpfe und natürlich der lebende Hüpfsack Q*bert, der seinen menschlichen Schauspielkollegen in Punkto Mimik und Gestik jederzeit überlegen ist.

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Statt verschrobenem Nerd-Revival ist „Pixels“ einfach nur ein harmloser Adam-Sandler-Film mit größerem Budget

Stolze 110 Millionen Euro hat „Pixels“ gekostet, dafür wurde unter anderem ganz New York City in eine gute alte Videospielhalle verwandelt und die verpixelten Figürchen aus den 1980er Jahren machen durchaus Laune, besonders die jüngeren Zuschauer hatten während der Pressevorführung ihren Spaß. Da die Story extrem simpel ist und nicht allzu viel Gewicht auf eine authentische Nerd-Geschichte gelegt wird, ist das auch das Mindeste, was man von dem so harmlosen wie knallbunten Film erwarten darf. Weil diese Komponente aber blendend funktioniert und Q*bert einfach hart niedlich ist, rettet sich die lauwarme Komödie gerade noch so vor dem Game Over.

Fazit:

Es gibt charmante Filme mit Adam Sandler wie „50 erste Dates“ und hanebüchenen Mumpitz wie „Jack und Jill“. „Pixels“ rangiert irgendwo dazwischen und bietet so solide wie harmlose Unterhaltung für die ganze Familie. Wer den Komiker mag, wird mit einer Art „Kindsköpfe“ im knallbunten und ultra-teuren Bonbonkostüm belohnt. Alle anderen dürften sich über den immer gleichen Sandler-Trott pixelig ärgern.

rating5

 

 

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