Bei seinem neusten Fall bekommt der Münchner Kommissar von Meuffels alias Matthias Brandt prominente Unterstützung in Form von Barbara Auer. Ob die beiden auch gut miteinander harmonieren und was es mit dieser Zusammenarbeit auf sich hat, erfahrt ihr bei uns! Hier kommt die „Polizeiruf 110“-Kritik zur Episode „Kreise“ von GIGA FILM. 

Story vom „Polizeiruf 110: Kreise“

Ein Wald in der Nähe von München bildet nicht nur eine Gelegenheit für Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels, sich zu verfahren, er ist zugleich der Tatort im gestrigen  „Polizeiruf 110“. Nachdem sich der Ermittler aus der bayerischen Metropole und seine neue Kollegin Constanze Hermann (Barbara Auer) halbwegs in dem ungewohnten Terrain zurecht gefunden haben, stehen sie auch schon vor zwei eilig verbuddelten Leichen. Neben ihrem geliebten Hund liegt die Möbelfabrikantin Claudia Hoffer im Laub, erwürgt mit einem Kabel.  

Eine erste Spur führt im „Polizeiruf 110: Kreise“ zum Ex-Mann der von ihren Angestellten wenig geliebten Unternehmerin. Peter Brauer (Justus von Dohnányi) hat die gemeinsame Firma zwar verlassen, scheint aber immer noch Gefühle für seine ermordete Verflossene zu haben. Schnell wird klar, dass sich die Möbel-Fabrikantin nicht nur wenig Freunde im Leben gemacht hat, sondern dass es auch finanziell in den letzten Jahren bergab ging.

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Alle aktuellen Polizeiruf 110-Kommissare im Überblick

Ermittler vom „Polizeiruf 110: Kreise“: Matthias Brandt als Hanns von Meuffels 

Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels ist seit 2011 im Einsatz für den Münchner „Polizeiruf 110“ und ermittelte zunächst mit der Polizistin Anna Burnhauser (Anna Maria Mühe) zusammen, doch die Assistentin hat sich wieder in ihre provinzielle Heimat verabschiedet und der aus einer Adelsfamilie stammende Ermittler arbeitet allein. Ob sich das dank des Einsatzes von Constanze Hermann alias Barbara Auer nun ändert, wird die Zukunft zeigen.

Hanns von Meuffels ist eigentlich eher so der Typ „Alt-68er Freigeist“ und auch dem ein oder anderen Genussmittel nicht abgeneigt, dennoch haben die vielen Jahre Polizeiarbeit ihre Spuren hinterlassen. Der Kommissar ist mittlerweile ein gewissenhafter, akribisch arbeitender Beamter geworden, der allerdings auch privat gern den Einzelkämpfer vom Dienst gibt und ein einsamer und schüchterner Mann ist. Besonders deutlich wird dies in der Episode „Morgengrauen“, in der sich der Kommissar in einer amourösen Verstrickung äußerst unbeholfen anstellt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es im gestrigen „Polizeiruf 110: Kreise“ zwar auch zwischen Herrn von Meuffels und der Hamburgerin Constanze Hermann nach anfänglicher Abneigung knistert, letztlich aber kein amouröses Kapitel bei der Ermittlungsarbeit aufgeschlagen werden kann.

Besondere Vorkommnisse im „Polizeiruf 110: Kreise“

Die bislang acht ausgestrahlten „Polizeiruf 110“-Folgen mit Matthias Brandt sind allesamt komplexe Thriller auf hohem Niveau. Auch explizite Gewaltausbrüche sind oft an der Tagesordnung, etwa in der zweiten Episode „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ über einen Terroranschlag, der immerhin nur ein einziges Mal an einem Freitagabend um 22 Uhr ausgestrahlt und bislang nicht wiederholt wurde. Christian Petzolds Krimi setzt im Gegensatz dazu eher auf leise Töne und der „Polizeiruf 110: Kreise“ gerät mit zunehmender Laufzeit zu einem veritablen Kammerspiel, in dem vor allem die kleinen Gesten zählen.

Das besondere Vorkommnis ist natürlich das Aufeinandertreffen der drei wunderbaren Schauspieler Matthias Brandt, Barbara Auer und Justus von Dohnányi, seines Zeichens immerhin der Regisseur des gefeierten „Tatort“-Exzesses „Im Schmerz geboren“ aus dem letzten Jahr. Dass der gute Mann auch vor der Kamera etwas zu bieten hat, stellt er im gestrigen „Polizeiruf 110“ fulminant unter Beweis. Auch seine Kollegen glänzen in ihren Rollen und es sieht fast so aus, als ob seit „Morgengrauen“ das Innenleben des Kommissars von der Isar verstärkt in den Mittelpunkt rückt. In diesem Geiste geht es gestern einmal mehr um die Unfähigkeit des nach Leibe suchenden Einzelgängers von Meuffels, seine Sehnsüchte auf sein reales Leben zu übertragen.

Fazit vom „Polizeiruf 110: Kreise“

Während sich die aktuelle „Tatort“-Saison eher durchwachsen präsentiert und alteingesessene Teams wie die Ermittler aus Wien, die eigentlich Garanten für Qualität darstellen, schwächeln, bleibt der „Polizeiruf 110“ auch im Jahr 2015 auf konstant hohem Niveau. Das liegt einerseits an den rauen Ermittlern aus Rostock, andererseits an den furiosen Episoden aus München. Matthias Brandt ist in der Lage, einen Seelenstriptease hinzulegen, an dem die meisten seiner Kollegin reihenweise zerbrechen würden und in der Regel auch scheitern. So ist es einmal mehr sein Verdienst und natürlich auch der seiner wunderbar besetzten Mitspieler und Gegenspieler, dass auch die Episode „Kreise“ nahtlos an frühere Glanztaten anknüpfen kann.

Es sieht fast so aus, als hätten sich die Verantwortlichen der ARD für die Krimi-Saison 2014/15 das Beste zum Schluss aufgehoben.

Noch bis zum  05. Juli 2015 könnt ihr den „Polizeiruf110: Kreise“ bei der ARD in der Mediathek ab 20 Uhr ansehen. Hier ist eine Liste aller aktueller „Polizeiruf 110“-Kommissare, ein „Tatort-Quiz“ haben wir auch für euch vorbereitet.

Polizeiruf 110: Kreise - Trailer deutsch.

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