Requiem for a Dream

Martin Beck

Regisseur Darren Aronofskys und Hubert Selby jr.: Zwei die sich gesucht und gefunden haben. „Requiem for a Dream“ vereint den Regisseur von „“ mit dem Autor von „“) und erreicht so einen wilden, intensiven und formal äusserst ausdrucksstarken Film.

Im Zentrum steht Sarah Goldfarb, eine alleine lebende Witwe, deren einzige Lebensinhalte die „Tappy-Tibbons-Schlankheits-Show“ und Pralinen sind. Ihr Sohn Harry kommt nur ab und zu vorbei, um den Fernseher gegen Bargeld für seine Drogensucht einzutauschen. Als Sarah erfährt, dass sie zur „Tappy-Tibbons-Show“ geladen ist, probiert sie ihr bestes Kleid an und muss feststellen, dass sie dafür leider zu dick geworden ist. Unfähig eine Diät durchzuhalten, lässt sie sich von einem verantwortungslosen Arzt mit Appetitzüglern helfen, bunten Pillen, die sie nach und nach abhängig und psychisch krank machen.

Zur selben Zeit ist Harry gemeinsam mit seinem Freund Tyrone (Marlon Wayans) ins große Drogengeschäft eingestiegen. Mit gestrecktem Heroin versuchen sie innerhalb kurzer Zeit so viel Geld zu verdienen, dass sogar für Harrys Freundin Marion (Jennifer Connelly) genug abfällt, um selbstständige Modedesignerin zu werden. Der große Deal scheint auch fast zu funktionieren, wäre da nicht die ständige Versuchung des „Schusses zwischendurch“. Der tägliche Eigenbedarf wächst im gleichen Maße wie sich die Situation auf dem Heroinmarkt verschlechtert. Die jungen Leute werden bald mit äußerster Brutalität konfrontiert, und Marion sieht ihre einzige Chance in der Prostitution.

Spätestens ab dann wird der Zuschauer mit den Protagonisten kurzgeschlossen und in einen unglaublichen Bilderstrudel geworfen: Die Reise der Mutter, die ihre Umwelt bald nur noch verzerrt wahrnimmt, und die des Sohnes und seiner Freunde, die zu allem bereit sind, um an Heroin und Geld zu gelangen. Die Spirale der Süchte führt abwärts, immer schneller und hektischer verfolgen wir vier Abstürze in Richtung Katastrophe.

„Requiem for a Dream“ ist zum einen ein klassischer Drogenaufklärungsfilm und behandelt zugleich die generelle Perspektivenlosigkeit und Vereinzelung einer teilnahmslosen Gesellschaft. Der Automatismus des Drogenkonsums spiegelt sich in sich gleichenden, mechanisch ablaufenden, blitzschnellen Schnittfolgen. Das Getrenntsein der Menschen voneinander wird im Film häufig verdeutlicht durch eine „Split-Screen“-Bildmontage. Jeder bleibt in seinem privaten Scheitern für sich allein, das Ideal des amerikanischen „Way of Life“ ist unerreichbar.

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