Sausage Party ist in den USA Anfang August angelaufen und auch hierzulande dauert es nur noch bis zum 06. Oktober 2016 bis es um die Wurst und hart zur Sache geht. Der Film ist bekanntlich der erste computeranimierte Film, der ein R-Rating verpasst bekommen hat, sodass Jugendliche unter 17 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Kino dürfen. Auch in Deutschland ist bereits die Empfehlung der FSK bekannt. 

Seth Rogen musste lange daran arbeiten, ein Filmstudio zu finden, dass bereit war, seine krude und leicht wahnwitzige Idee zu verwirklichen. Zu verdanken haben wir dieses Erzeugnis animierter Filmkunst dann letztendlich der Zusammenarbeit von Sony Pictures Entertainment, Point Grey Pictures und Annapurna Pictures, die mit dem Drehbuch in Produktion gingen. Auch wenn es sich dabei um eine vordergründig niedliche Geschichte handelt, die eigentlich auch recht harmlos anfängt, gibt es zahlreiche Gründe, den Film erst für ein höheres Alter als geeignet zu definieren und ihn Kindern besser vorzuenthalten.

Aber: Die Einschätzungen und Kriterien unterscheiden sich in anderen Ländern ganz erheblich, denn beispielsweise in Schweden können Kinder bereits ab sieben Jahren in Begleitung Erwachsener den Film im Kino sehen. Das scheint daraus zu resultieren, dass die Bewertungsrichtlinien weniger auf die Angemessenheit des Inhalts wie in der BRD oder den USA zielen, sondern vielmehr auf das Wohlbefinden der Kinder ausgerichtet sind. Dies wird in Schweden anscheinend nicht durch fluchende Würstchen in Sex-Orgien gefährdet gesehen.

Sausage Party - Es geht um die Wurst: FSK-Freigabe in Deutschland ab 16 Jahre

Auch in Deutschland hat die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft ein Mindestalter verkündet: Ohne Begleitung von Erwachsenen müssen Kinder bzw. Jugendliche das 16. Lebensjahr vollendet haben, damit sie Einlass ins Kino gewährt bekommen und Sausage Party anschauen können.

sausage party

Seth Rogen hatte bei der Einreichung des Films beim US-amerikanischem Pendant zur MPAA (Motion Picture Association of America) zunächst ein NC-17-Rating bekommen - dann hätte niemand unter 18 den Film ohne Begleitung von Erwachsenen sehen dürfen. Tatsächlich war es eine eher geringfügige Änderung, mit der der Streifen das eigentlich angepeilte R-Rating erhielt: Ein Pita-Brot hatte zu viele Schamhaare, nach einer digitalen Intimrasur waren die Bilder für ein jüngeres Publikum schon besser geeignet.

Warum ist Sausage Party erst ab 16 Jahre in Deutschland? Was solltet ihr wissen, bevor ihr den Film seht?

Eltern, die sich aufmerksam den Trailer ansehen, werden sicherlich gut einschätzen können, ob sie den Film ihren Kindern zumuten können. Abgesehen von gewalthaltigen Szenen und einem äußerst rüden Wortschatz, könnte die Identifikation mit den Lebensmittelcharakteren zu kurzfristigem Mitleid mit echten Nahrungsmitteln führen und bei kleinen Kindern neue Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme auslösen. Ältere Kinder sollten diese inhaltliche Komponente des Films gelassen verarbeiten können.

sausage party fsk

Grundsätzlich basiert der größte Teil der Komik des Films darauf, dass er - wie Seth Rogen so schön sagte - sehr versaut ist. Die MPAA hat folgende Punkte bewertet:

  • Sex & Nacktheit (9/10): Am Ende des Films kommt es zu einer gigantischen Sex-Orgie der Nahrungsmittel (hier musste das Pita-Brot eine Hodenrasur bekommen). Man sieht nicht alles explizit, aber gute drei Minuten hört man eindeutige Geräusche und die Szene endet mit der Großaufnahme eines Anus. Davon abgesehen sprechen Kondome mit Hot-Dog-Würstchen, Toilettenpapier plaudert aus dem Nähkästchen und der Film ist dauerhaft durchzogen von diversen harten und soften sexuellen Anspielungen und Punch-Lines.
  • Gewalt (7/10): Hier hält sich die Anstößigkeit eher in Grenzen. Es gibt einige Szenen, die das Kochen und die Essenszubereitung aus der Perspektive der Nahrungsmittel zeigen - dies ist grausam, aber für Jugendliche ab 16 sicherlich ohne nachhaltige Schäden zu überstehen. Auch die Attacke der Lebensmittel auf Menschen ist sehr komisch und trotz ein wenig Bluts nicht in diesem Sinne wirklich grausam.
  • Verbale Obszönitäten (10/10): Hier hat der Film die volle Negativ-Punktzahl erreicht. Die Anzahl der Flüche und Schimpfwörter kann sich definitiv sehen lassen: 150 x Fuck; 3 x Cunt; 50 x Shit; 2 x Pussy; 5 x Asses; 9 x Asshole, usw. - man wird sehen, ob die deutsche Synchronisation dem Original folgt, oder das Ganze etwas softer angeht.
  • Alkohol, Rauchen, Drogen (3/10): Einige der Lebensmittel sind in jedem Fall Kiffer, man sieht auch das Würstchen Frank beim Konsum. Außerdem geht jemand mit Badesalz auf einen Trip.
  • Furchteinflössende Szenen (4/10): Eigentlich nur für kleine Kinder unangebracht, die von den Koch-Szenen verstört werden könnten. Für ältere Jugendliche erscheint es unproblematisch, denn die Szenen setzen mehr auf Komik als Brutalität.

Bilder: Sony Pictures Entertainment / Annapurna / Point Grey via Sausage Party