Shutter Island-Ende: Das bedeutet der Schluss (Erklärung)

Selim Baykara 3

Das Ende von Shutter Island sorgt bei Filmfreunden weiterhin für Rätselraten: Ist Leonardo Di Caprio alias US-Marshall Teddy Daniels verrückt oder ist das Ashecliffe-Hospital tatsächlich eine geheime Forschungseinrichtung für verbotene Experimente? Wir haben uns den Psycho-Thriller noch einmal angeschaut und verraten euch hier, was es mit dem Shutter-Island-Ende wirklich auf sich hat.

Shutter Island: Offizieller HD-Trailer.

Achtung: Im folgenden Artikel finden sich zahlreiche Spoiler zur Handlung und natürlich auch dem Ende von Shutter Island. 

Im Unterschied zum Ende von Inception ist die Lage in Shutter Island eigentlich gar nicht so unklar. Nach dem massiven Plot-Twist im letzten Drittel des Films stellt sich heraus, dass Teddy Daniels in Wirklichkeit nur eine erfundene Persönlichkeit ist - tatsächlich handelt es sich bei der von Leonardo Di Caprio gespielten Hauptfigur um den geisteskranken Mörder (und ehemaligen Marshall) Andrew Laeddis, der nicht verkraften konnte, dass er seine Frau umgebracht hat und sich deshalb eine Scheinrealität aufgebaut hat. Am Ende des Films wird Laeddis abgeführt, um einer Gehirn-Lobotomie unterzogen zu werden. Wenn da nur nicht dieser letzte Satz von ihm wäre…

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Die 14 besten Amazon-Prime-Serien, die ihr jetzt streamen könnt.

Shutter-Island-Ende: Ist Leo verrückt oder nicht?

Im Film wird das Ende so erklärt: Alle Ereignisse, die sich abgespielt haben, also die gesamte Untersuchung auf Shutter Island, waren nur gespielt. Ziel des Verwirrspiels war es, Laeddis zu ermöglichen, seine Wahnvorstellungen auszuleben, um ihn dadurch zu heilen. Fast sieht es auch so aus, als ob das gelingt: Laeddis gibt zu Protokoll, dass er seine Selbsttäuschung jetzt erkennt. In der letzten Szene fällt er aber wieder in sein früheres Verhalten zurück.

Blu-ray-Bestseller bei Amazon *

Als er zusammen mit seinem Partner Chuck (in Wirklichkeit sein Psychiater) auf der Treppe sitzt, meint er verstohlen zu ihm „Die sind zu schlau für uns, was Chuck? Da er offensichtlich doch nicht geheilt ist, wird er von den Ärzten der Anstalt abgeführt, die ihn einer Gehirn-Lobotomie unterziehen und damit seinem freien Willen berauben. Die letzten Worte von Leo: „Was ist besser - als Monster zu leben oder als guter Mann zu sterben?“

Wenn ihr Nachschub an Filmen braucht, schaut hier vorbei:

Shutter Island: Zwei Lesarten zum Ende

Genau dieser Satz sorgt schon seit langem für Verwirrung: Handelt es sich dabei einfach einfach um das Gefasel eines Verrückten oder bedeutet es in Wirklichkeit, dass Laeddis seinen Rückfall nur vorgespielt hat? Nach dieser Lesart hat Laeddis zwar erkannt, dass er sich in eine Scheinwelt geflüchtet hat, ist aber so sehr von Schuldgefühlen überwältigt, dass er nicht mehr weiterleben kann. Um seinen schlimmen Taten zu entfliehen, opfert er sich und wählt freiwillig die Lobotomie als einzigen verbleibenden Ausweg.

Regisseur Martin Scorecese hat sich nicht zum Ende von Shutter Island geäußert und auch Hauptdarsteller Leonardo Di Caprio war sich nicht ganz sicher. In einem Interview gab er an, dass er den Dreh insgesamt als sehr verstörend empfunden habe und sich an viele Dinge nicht mehr richtig erinnern könne. Auch Dennis Lehane, der Bestseller-Autor der von Shutter Island, bleibt im Vagen. Interessanterweise taucht der letzte Satz von Leo in seinem Buch nicht auf – die Geschichte ist ursprünglich also viel eindeutiger.

Shutter Island Leo

Die Lösung: So erklärt ein Psychiater das Ende von Shutter Island

Eine eindeutige Aussage zum Ende von Shutter Island gibt es von Professor James Gilligan, der im Film Martin Scorcese als psychologischer Berater betreute. Seiner Meinung nach bedeuteten die letzen Worte von Laeddis tatsächlich, dass er von Schuldgefühlen überwältigt ist und sich deshalb freiwillig opfert. Gilligan zufolge verstehen Menschen, die wie Laeddis töten, zum Zeitpunkt der Tat oft nicht, was sie gerade tun. Die Erkenntnis kommt erst nach einer erfolgreichen Behandlung und kann dazu führen, dass sie daran zerbrechen.

Blu-ray-Bestseller bei Amazon *

Wenn man sich das Ende von Shutter Island noch einmnal anschaut, macht diese Erklärung tatsächlich Sinn. Bei den letzten Worten von Andrew Laeddis kann man deutlich erkennen, dass Leonardo Di Caprio in seiner Rolle bewusst schauspielert. Anschließend steht er auf und begibt sich zielstrebig in die Hände der Ärzte, so als ob er genau weiß, was er da tut. Bleibt die Frage: Warum eigentlich die ganze Geheimnistuerei? Vielleicht hat das ganz schnöde finanzielle Gründe. Dem Psychiater Gilligan zufolge soll Scorcese zu ihm gesagt haben, dass der Film den doppelten Gewinn abwirft, wenn die Leute sich ihn zweimal anschauen müssen, um zu verstehen, was passiert.

Shutter Island im Stream bei Amazon Video anschauen! *

Habt ihr das Ende von Shutter Island anders verstanden? Steckt doch mehr dahinter? Und was verbirgt sich eurer Meinung nach in den mysteriösen Leuchttürmen? Schreibt es uns in den Kommentaren!

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA FILM

  • 17 verstörende Fakten aus Kinderserien und -filmen

    17 verstörende Fakten aus Kinderserien und -filmen

    Jeder hatte in seiner Kindheit Filme und Serien, die er innig liebte und an die er sich auch als Erwachsener noch gern erinnert. Doch wusstet ihr, dass sich um einige der schönsten und beliebtesten Filme und Serien düstere Geheimnisse ranken? In unserer Bilderstrecke findet ihr eine Auswahl der dunkelsten Kapitel der Branche.
    Marvin Basse
  • Van Helsing Staffel 4: Trailer verrät Start-Datum und weitere Details

    Van Helsing Staffel 4: Trailer verrät Start-Datum und weitere Details

    Die dritte Staffel der Vampirjagd ist hierzulande erst im Februar 2019 auf Netflix erschienen. In den USA geht es aber bald schon weiter. Eine erste Vorschau sowie ein Teaser-Trailer verraten bereits schon das Start-Datum und weitere Details zu „Van Helsing“ Staffel 4.
    Thomas Kolkmann
* Werbung