Trainspotting & Co: Die zehn besten Drogen-Filme

Marek Bang 1

Drogen stehen für wilde Exzesse und grandiose Abstürze. Idealer Filmstoff also, weshalb sich Drogen-Filme in vielen Kreisen hoher Beliebtheit erfreuen und oftmals Kultstatus genießen. Im Rahmen unseres großen Specials zum Thema Drogen und Film präsentieren euch die 10 besten Drogen-Filme aller Zeiten.

Trainspotting & Co: Die zehn besten Drogen-Filme
Bildquelle: © Pro Kino / Universal / Universum.

Phantasievolle Traumwelten oder berauschte Trottel, die sich zum Affen machen: Filme zum Thema Drogen gibt es reichlich und in den verschiedensten Formen. Oft handelt es sich dabei um Kultfilme oder Romanadaptionen von Autoren, die selbst die eine oder andere Erfahrung mit Rauschmitteln gemacht haben. Aktuell läuft im Kino der sehenswerte Thriller „Sicario“ von Denis Villeneuve, in dem es um den ewigen und scheinbar aussichtslosen Krieg der Behörden gegen die weit verzweigten Kartelle in Südamerika geht und zahlreiche Serien-Fans freuen sich über das thematisch ähnliche „Narcos“. Beide Beispiele verdeutlichen, dass Drogen im Allgemeinen ein zeitloses Thema sind und auch Hollywood sich immer wieder mit dem Rausch auf der Leinwand auseinandersetzt. Da dies in den unterschiedlichsten Formen geschieht und auch der Zeitgeist nicht still steht, haben wir uns statt einer klassischen Top 10- Liste für einen Ausflug durch die Filmgeschichte entschieden.

Hier geht es zu den 10 besten Kiffer-Filmen

Im Gegensatz zum Kiffer-Film sind sogenannte Drogen-Filme nicht zwangsläufig Komödien, sondern reichen vom depressiven Melodram bis zum schrägen Road-Movie oder Biopic. Wir haben eine Reihe von Filmen unter die Lupe genommen, deren Hauptthema entweder der Handel mit Drogen oder die Abhängigkeit von Drogen ist. Hier sind die zehn wichtigsten Beiträge zum Thema Drogen auf der Leinwand:

Der Mann mit dem goldenen Arm“ (1955, Regie: Otto Preminger)

Rauschmittel sind so alt wie die Menschheitsgeschichte und daher richten auch wir unseren Blick zunächst in die Vergangenheit. Hollywood thematisierte Drogenkonsum in seinen frühen Jahren fast gar nicht und so dauerte es bis 1955, bis der gebürtige Österreicher Otto Preminger einen ersten lohnenswerten Beitrag zu diesem Thema einreichte. Das Ergebnis kann sich jedoch bis heute mehr als sehen lassen und verschaffte dem Sänger und Entertainer Frank Sinatra nicht nur eine Oscar-Nominierung, sondern auch Anerkennung als ernsthafter Schauspieler.

Der Mann mit dem goldenen Armerzählt die Geschichte eines Alkoholikers, der fataler Weise zum Konsum von Heroin verführt wird, sich aber redlich um ein besseres Leben bemüht. Dabei wird er jedoch zur Marionette seiner eifersüchtigen Ehefrau, die sich die Sucht ihres Mannes zu nutzen machen möchte. Ein seinerzeit provokantes Melodram, das den Süchtigen als Opfer darstellt und nicht verteufelt, ganz im Gegensatz zum Rauschgift an sich, das mit Elend und Kriminalität gleichgesetzt wird.

Der Mann mit dem goldenen Arm - Trailer englisch.

„Easy Rider“ (1969, Regie: Dennis Hopper)

Nach dem Summer Of Love des Jahres 1967 erreichte die Hippie-Ära spätestens ein Jahr später mit den vielen weltweiten Protestbewegungen ihren Höhepunkt. Die Welt war zumindest kulturell einschneidend verändert und zum Lebensgefühl zahlreicher Blumenkinder gehörte neben freier Liebe auch der Genuss einiger Rauschmittel, von Gras über Acid bis hin zu LSD. Hollywood-Rebell Dennis Hopper gelang es nur kurze Zeit später, diese Zeit auf der Leinwand festzuhalten und mit dem Road-Movie „Easy Rider“ einen Kultfilm für die Ewigkeit zu schaffen.

Die Story um zwei Motorradfahrer ist zweitrangig, hier werden alle möglichen legalen und illegalen Substanzen zum Soundtrack von Steppenwolf konsumiert und dem spießbürgerlichen Leben der Anderen eine klare Absage erteilt. Der American Dream ist nun ein Traum von wahrer Freiheit, die Peter Fonda und Jack Nicholson, in einer seiner frühen Rollen, auch in zahlreichen Experimenten mit Drogen suchen. Neben all dem Zeitkolorit erkennt Hopper aber die Zeichen der Zeit und verstört alle Alt-68er bis heute mit dem herben Finale seines „Easy Rider“.

Die besten Road-Movies aller Zeiten

Easy Rider - Trailer englisch.

„Cheech & Chong: Viel Rauch um nichts“ (1978, Regie: Lou Adler)

Der Unterschied zu den meisten Drogen-Filmen liegt bei der Kiffer-Komödie an der deutlichen Verharmlosung des Drogenkonsums und der oft satirisch überhöhten Darstellung seiner Konsumenten, so auch hier: Ende der 1970er Jahre erschien mit „Viel Rauch um Nichts“ der erste Film des Komiker-Duos Cheech & Chong (Cheech Marin und Tommy Chong) und damit die Mutter aller Kiffer-Filme. Wie kaum ein zweiter Film fängt dieses völlig aus dem Ruder laufende Road-Movie das Gefühl des benebelten Cannabis-Rausches ein und zeigt zwei zugedröhnte Helden, deren Leben ausschließlich von Zufällen bestimmt ist, da sie außer der Drogenbeschaffung nichts auf die Reihe bekommen.

Die Hippies Cheech und Chong konsumieren bei ihren wenig erfolgreichen Versuchen, sich als Musiker zu verdingen, zwar auch eine Reihe anderer Drogen, dennoch bleibt Cannabis und die Suche nach Marihuana das zentrale Leitmotiv des Films. Seinerzeit besonders erfolgreich, genießt der Film heute Kult-Status und zog zahlreiche Fortsetzungen nach sich, die erst 1985 mit „Cheech & Chong: Jetzt hat’s sich ausgeraucht“ ein Ende fanden. Spätere Kiffer-Filme wie „Half Baked“ oder „How High“ haben hier ihren Ursprung und wären ohne die beiden Kult-Komiker kaum denkbar.

Die lustigsten Komödien aller Zeiten

Cheech und Chong-Viel Rauch um nichts - Trailer Englisch.

„Scarface“ (1983, Regie: Brian DePalma)

Nachdem spätestens in den 1970er Jahren auch der letzte Hippie das Feld geräumt hatte, brach in den 1980er Jahren das Yuppie-Jahrzehnt an und die Welt wurde wieder materialistischer. Mit dem Zeitgeist änderten sich auch die Vorlieben der Drogenkonsumenten und der Siegeszug des Kokains, eine Art teurer Leistungssteigerer für die Oberschicht, begann. Brian DePalmas „Scarface“, ein Remake des gleichnamigen Gangsterfilms von 1932, erzählt die Geschichte vom Aufstieg des Exil-Kubaners Tony Montana zum gefürchteten Drogen-Kartell-Boss im hitzigen Miami. Im Vordergrund steht dessen tyrannischer und selbstzerstörerischer Charakter, der natürlich mit seinem eigenen exzessiven Drogenkonsum zusammenhängt.

Zu 1980er-Jahre-typischen Synthesizer-Klängen von Giorgio Moroder entlädt sich die überbrodelnde Hitzköpfigkeit des von Al Pacino intensiv verkörperten Tony Montana in zahlreichen Gewaltorgien, die Brian DePalma das ein oder andere Problem mit teils drastischen Kürzungen seines eigentlich fast dreistündigen Gangsterepos einbrachte. Der Kult um den Film wurde dadurch aber nur noch verstärkt.

Alles zum geplanten neuen Remake von Scarface

Scarface - Trailer deutsch.

„Leaving Las Vegas“ (1995, Regie: Mike Figgis)

Nicht nur die sogenannten harten Drogen wie Heroin oder Koks können ein Menschenleben zerstören, auch der gesellschaftlich weniger geächtete Griff zur Flasche führt oft zu drastischen Konsequenzen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für exzessiven Alkoholismus liefert das Drama „Leaving Las Vegas“ von Mike Figgis, in dem ein Alkoholiker beschließt, sich in der Glitzerstadt Las Vegas zu Tode zu trinken. Nicholas Cage ist auf der Höhe seiner Kunst und spielt als gescheiterter Lebemann zwischen Rausch und Wrack die Rolle seines Lebens.

Der verdiente Lohn war der Oscar als bester Hauptdarsteller. Trotz teils amüsanter Momente überwiegt hier ganz eindeutig die Tragik und die Ausweglosigkeit des Säufers, der niemals gerettet werden kann, auch nicht von der Liebe seines Lebens, einer Prostituierten (Elizabeth Shue), die er während seiner fatalistischen Eskapaden zufällig kennenlernt. Was den Film besonders stark macht, ist das Fehlen des moralischen Zeigefingers. Das Grauen der Sucht wird lediglich über die Figur von Nicholas Cage erzählt, die niemals mehr mit dem Trinken aufhören kann und längst aufgegeben hat.

Leaving Las Vegas - Trailer deutsch.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit Filmen wie „Trainspotting“ in die zweite Runde! 

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