Kino 2015: Die besten Film-Momente des Jahres

Marek Bang 1

Das Kinojahr 2015 neigt sich nicht nur seinem endgültigen Ende entgegen, sondern war auch eines der stärksten aller Zeiten. „Star Wars“ feiert aktuell einen zurecht gefeierten Triumph im Kino, Michael Keaton lieferte in „Birdman“ ein grandioses Comeback ab und in Deutschland setzte „Victoria“ ein Ausrufezeichen. Wir haben das Jahr Revue passieren lassen und präsentieren euch heute 10 Momente, die 2015 im Kino maßgeblich geprägt haben. 

Kino 2015: Die besten Film-Momente des Jahres
Bildquelle: © Disney.

Der Jahresrückblick mit den besten Filmen 2015 befindet sich noch in der Schublade und wird pünktlich zum Jahresende einen der stärksten Jahrgänge der Filmgeschichte für euch aufbereiten. Da ein Film auch immer nur die Summe seiner Einzelteile ist, werfen wir heute schon einmal einen Blick auf zehn Szenen, die das Zeug dazu haben, in Zukunft als ikonische Momente des Kinojahres 2015 in die Annalen der Filmgeschichte einzugehen.

Ein Ranking haben wir bewusst nicht erstellt, da Filme wie „Mad Max: Fury Road“ oder der einheimische Beitrag „Victoria“ letztlich so unterschiedliche Vertreter sind, dass wir die einzelnen Momente im folgenden einfach in ihrer Schönheit für sich stehen lassen möchten. Nicht zuletzt repräsentieren die kommenden zehn Szenen auch die Vielfalt des Kinos.

Jede Action-Szene in Mad Max: Fury Road

Wir beginnen mit einem Triumph. Wo viele Reboots oder späte Sequels oft nur aufgrund ihrer monetären Versprechen eine halbwegs plausible Daseinsberechtigung offerieren, hat „Mad Max“-Schöpfer George Miller bewiesen, dass diese Grundregel mit Leidenschaft und Hartnäckigkeit zu torpedieren ist. Sein herrlich einfacher, handgemachter Actionfilm ist pures Vergnügen und macht seinen Vorgängern alle Ehre.

Charlize Theron kreiert ganz nebenbei eine der ikonischsten weiblichen Leinwandhelden aller Zeiten und wir werden von der Wucht der handgemachten Action in den Kinosessel gedrückt. „Mad Max: Fury Road“ ist in Sachen Action das Nonplusultra des Kinojahres 2015 und verdient sich damit die Ehre, nicht nur mit einem besonderen Moment geehrt zu werden, sondern gleich mit allen Actionszenen.

Unsere Filmkritik zu Mad Max: Fury Road

Es geht einfach nicht anders: Jede Actionsequenz ist ein brillanter Moment für sich und beschert uns das wohlig zufriedenstellende Gefühl, dass es kein CGI-Gewitters benötigt, um in der postapokalyptischen Wüste richtig Staub aufzuwirbeln.

Michael Keaton am Times Square in Birdman

Der Oscar für den besten Film des Jahres verdiente sich „Birdman“ mit seiner wunderbaren Geschichte um einen alternden Superhelden-Darsteller, der sich auf einer New Yorker Avantgarde-Bühne als ernstzunehmender Künstler neu erfinden möchte. Eine von vielen Attraktionen ist natürlich die tolle Performance von Hauptdarsteller Michael Keaton, der seine eigene Vergangenheit als „Batman“ stets im Hinterkopf zu spüren scheint. Dann ist da noch die kreisende Kamera und der minimalistische Soundtrack, die „Birdman“ zu einem Ausnahmefilm werden lassen.

Unsere Kritik zu Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Viele Szenen aus „Birdman“ sind  einzigartig, am eindrucksvollsten bleibt  allerdings die Time-Square-Szene, in der Michael Keaton halbnackt über den berühmten New Yorker Abschnitt läuft, in Erinnerung.

Die Kampfszene in der Kirche in Kingsman: The Secret Service

Mit der rasanten Action-Schnurre „Kingsman: The Secret Service“ präsentiert sich Gentleman Colin Firth ungeahnt als Actionheld und der launige Spaß von Regisseur Matthew Vaughn zeitgleich als enorm unterhaltsames Agenten-Feuerwerk mit einigen drastischen Szenen.

Die Story ist recht gaga und fast schon nebensächlich, geht es doch um die Ausbildung eines jungen Heißsporns für den Kampf eines ultrageheimen Geheimdienstes gegen einen größenwahnsinnigen Milliardär, der die Bevölkerung der Erde drastisch zu reduzieren plant.

Hier geht es zur Kritik von Kingsman: The Secret Service

Die Lust am Exzess ist letztlich das, was an dem komödiantischen Actionthriller hängenbleibt. Exemplarisch dafür steht die Kirchen-Szene, da sie in Sachen Choreografie eine meisterliche Leistung darstellt. Selbst in der puren Eskalation – und anders kann man die Szene nicht beschreiben – bleibt Colin Firth der Brite mit dem gut sitzenden Anzug, während um ihn herum die wohl heftigsten Randale des Filmjahres 2015 stattfindet.

Das Drum-Solo in Whiplash

Als sadistischer Hochschullehrer am Musikkonservatorium New York ertrommelt sich J.K. Simmons  in Damien Chazelles Musik-Drama„Whiplash“ den Oscar und auch sein Schüler Miles Teller vermag zu überzeugen. Die im Grunde recht simple Geschichte um die Qualen, die der ehrgeizige Lehrer seinem Schützling, einem angehenden Jazz-Drummer, zufügt, lebt praktisch von ihren Schauspielern und hat als Sahnehäubchen noch ein famoses Finale in Petto.

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Neue Filme 2015: Die vielversprechendsten Filmstarts des Jahres (Herbst-Update!).

An der Stelle, in welcher folgende Szene zum Einsatz kommt, hätte „Whiplash“ eigentlich schon zu Ende sein können. Doch die Auseinandersetzung zwischen Fletcher und Andrew und das Drum-Solo setzen allem Gesehenen noch die Krone auf:

Die Ehrung von Bill Murray in St.Vincent

Anfang 2015 wurden wir mit der herrlich kauzigen Komödie „St. Vincent“ positiv überrascht. Bill Murray spielt einen so griesgrämigen wie lasterhaften alten Mann, der seine Mitmenschen nicht gerade freundlich behandelt. Das ändert sich erst, als die allein erziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) mit ihrem Sohn (Jaeden Lieberher) im Haus nebenan einzieht. Zwischen dem Jungen und dem notorisch schlecht gelaunten Rentner entspinnt sich nämlich eine wunderbare Freundschaft, die in einem herzerwärmenden Finale ihren Höhepunkt findet.

Die Kino-Highlights 2015

Achtung, jetzt wird es emotional! Unser Moment aus „St.Vincent“ ist speziell für alle unter euch gewählt, die bei einem gefühlvollen Film schon mal ein kleines Tränchen verdrücken…

Die Klavier-Szene in Victoria

Tobi mag „Victoria“. Das ist Fakt und fast schon ein Running Gag in der Redaktion von GIGA Film. Doch Herr Heidemann ist nicht umsonst ein gefeierter Held des guten Geschmacks und so steigen wir in die Lobeshymne auf Sebastian Schippers grandiosen Berlin-Film gern ein.

Victoria Kritik: Und es gibt sie doch noch, die Liebe

Im One-Take-Film „Victoria“ geht es in teils improvisierten Szenen um eine wilde Nacht in der Hauptstadt, inklusive Überfall und prallem Leben pur. Die wohl schönste Szene ist die, in der die beiden Helden Sonne (Frederick Lau) und Victoria (Laia Costa) am Klavier sitzen, während Sonne in die Tasten haut. Dabei stimmt die Chemie zwischen den Charakteren so gut, dass die Bezeichnung „beste Liebesszene 2015“ durchaus angebracht erscheint.

Victoria Trailer.

Arnold Schwarzeneggers Kampf gegen sein junges Ich in Terminator: Genisys

Jaja, „Terminator Genisys“ ist natürlich kein Meisterwerk der Filmgeschichte und ich stehe innerhalb und außerhalb der Redaktion mit meiner Meinung, der Streifen sei eine gelungene Hommage an Teil 1, ziemlich alleine da. Aber die Szene, in der Arnold Schwarzenegger sein altes Ich aus dem Jahr 1984 wieder trifft, ist schon ganz amtlich, oder?

Tut mir leid, ich find`s geil: Die Kritik zu Terminator: Genisys

Wie diese Szene genau entstanden ist und gegen wen Arnold Schwarzenegger in Wirklichkeit gekämpft hat, verrät er euch und uns übrigens höchstpersönlich im Interview:

Terminator Genisys: Arnold Schwarzenegger im Interview mit GIGA Film.

Johnny Depps Einschüchterungsrede in Black Mass

Mit „Mortdecai'“ schaffte es Johnny Depp auf unsere Liste der 10 schlechtesten Filme des Jahres 2015 und wir machten uns ernsthafte Sorgen um die Karriere des immer mehr ins pure Kauzige abdriftenden Stars. Zum Glück kam im Herbst 2015 der schön traditionell inszenierte Gangsterfilm „Black Mass“ um die Ecke, in dem Johnny Depp den so widerwärtigen wie durchtriebenen Gangster Whitey Bulger aus der Bostoner Unterwelt verkörpert.

Unsere Kritik zu Black Mass - Johnny Depp überzeugt endlich wieder

Besonders im Gedächtnis geblieben ist die Szene, in der Johnny Depp alias Whitey Bulger mit seinen Geschäftspartnern und anderen korrupten Cops beim Essen sitzt und zu einem so einschüchternden wie beängstigend gelungenen Monolog ansetzt. Bitte sehr:

Black Mass - Trailer englisch.

Johns Ansprache im Steve Jobs Film

Das Biopic „Steve Jobs“ über den Apple-Visionär zählt zu den herausragenden Vertretern seines Genres und hat besonders den Kollegen Schleinig in seinen Bann gezogen. (Hier geht es zu seiner lesenswerten Kritik.) Er war es auch, der folgende Konfrontation zu der heutigen Liste der besten Momenten beigesteuert hat.

Also, lauschen wir dem großartigen Michael Fassbender und dem nicht minder talentierten Jeff Daniels beim Zelebrieren ihrer großen Schauspielkunst:

Han Solos erste Szene in „Star Wars 7“

Wir sind zu Hause, Chewie! Mit diesen künftig als legendär betrachteten Worten erklimmt Harrison Ford alias Han Solo seinen (zugegeben nicht mehr ganz taufrischen) Millennium Falcon und in den Kinos dieser Welt ertönt Applaus.

Hier geht es zu unserer spoilerfreien Kritik zu Star Wars 7

So etwas erlebt man auch nicht alle Tage, aber es ist gerade die gelungene Mischung als Altem und Neuem, die J.J. Abrams‚ „Star Wars“-Neuauflage „Das Erwachen der Macht“ so gut funktionieren lässt. Die ungeliebten Prequels gehören nun endgültig der Vergangenheit an und wir präsentieren euch neben dem Trailer unser Arsenal an weiteren Artikeln zum Thema „Star Wars 7“: Zugleich enden hiermit die aus unserer Sicht ikonischsten Momente des Kinojahres 2015 und wir freuen uns auf weitere spektakuläre Szenen in 2016!

Star Wars 7 - International Trailer 2.

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    Martin Maciej
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