Die coole Seite der Macht: Das Beste an Star Wars sind die Kopfgeldjäger!

Tobias Heidemann

Als bekannt wurde, dass Disney einem gewissen Boba Fett seinen eigenen „Star Wars“-Film spendieren würde, waren die Jubelschreie der Fans sogar bis ins Outer Rim zu hören. Ähnlich verhielt es sich beim LucasArts-Projekt „Star Wars 1313“, dessen überraschende Einstellung viele Spieler an den Rande des Nervenzusammenbruchs brachte. Wie kann es sein, dass eine Figur, die es gerade mal auf 18 Minuten und ein paar gemurmelte Halbsätze in der Orginal-Trilogie brachte, derartige Gefühle auslöst? Ganz einfach: Die Kopfgeldjäger sind eben das Beste an „Star Wars“.

Die coole Seite der Macht: Das Beste an Star Wars sind die Kopfgeldjäger!

Seit Lee van Cleef in den Sergio Leone-Western sein Unwesen trieb, hat sich der Kopfgeldjäger als feste Instanz des Kinos etabliert. Die romantische Verklärung dieses fragwürdigen Berufsstands kennt dabei keine Grenzen. Kopfgeldjäger, so will es das Kino, wandeln auf dem schmalen Grand zwischen Gesetz und Illegalität. Sie sind ihres Glückes eigener Schmied, sind beharrliche und verbissene Jäger und verfügen als käufliche Söldner über äußerst dehnbare Moralvorstellungen. Wenn das nicht großem Abenteuer klingt, was dann?

Film-Kopfgeldjäger sind cool, weil sie ihr eigener Herr und Meister sind. Während sich andere in der Prärie der moralischen Verpflichtungen vergaloppieren, reiten Kopfgeldjäger als unbefangene Cowboys in den Sonnenuntergang. Ihr einziges Lebensziel ist der nächste Job.

Anders als die Figur des Schurken schlummert zudem nicht in jedem Kopfgeldjäger auch ein guter Mensch. Bounty Hunter dürfen böse sein. Auch „Star Wars“ zapfte das romantische Appeal des Kopfgeldjägers gekonnt an und konnte es höchst effektiv mit einer weit, weit entfernten Galaxie verbinden.

Star Wars Kopfgeldjäger: Der coole Abschaum der Galaxie

Die Star Wars-Bounty Hunter stellen dabei die wohl beste Ausführung der Idee eines „gebrauchten Universums“ dar. »Mos Eisley Raumhafen. Nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier«, hieß es damals schon in „Eine neue Hoffnung“. Dass dieser Abschaum auch nur seine Arbeit macht und sich die moralische Überlegenheit der elitären Jedi schlichtweg nicht leisten kann, das ließ sich aus den wenigen Kopfgeldjäger-Szenen in der Original-Trilogie schon immer prima herauslesen. Und es wurde verdamm viel gelesen. Alle Kopfgeldjäger, die in den Star Wars-Filmen zu sehen waren, bekamen eigene Roman-, Comic- oder Game-Auftritte spendiert. Von der Fan-Fiction ganz zu schweigen.

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Boba Fett stellt die Spitze dieses dunklen Eisbergs dar. Er ist der eiskalte Avatar einer schillernden Unterwelt, die in „Star Wars“ immer nur angedeutet wird, aber in den Filmen selbst nie ausformuliert wurde.

Und genau das macht die Figur des Kopgeldjägers in Star Wars so interessant. Ihr Auftauchen ist stets geheimnisumwoben und mysteriös. Das Kino im Kopf übernimmt und spinnt die Geschichten weiter. Dass das so hervorragend funktioniert, liegt immer auch an den erstaunlichen Designs des „Star Wars“-Universums. Alles hat Geschichte. Jedes Detail an der Ausrüstung scheint aus einem größeren Zusammenhang genommen zu sein.

Wir wollen den dunklen Ruhm der Kopfgeldjäger ehren und stellen euch unsere Favoriten gemeinsam mit ihren Hintergrundgeschichten und Fun Facts vor.

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Dengar: Der tragische Anti-Held

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Dengar ist ein hervorragendes Beispiel für die hier aufgestellte Behauptung. Eine Figur, die so vielschichtig und interessant ist, dass man unbedingt mehr von ihr sehen will als bloß jenen Sekundenauftritt in „Das Imperium schlägt zurück“.

Dengar begann seine Karriere nicht als niederträchtiger Kopfgeldjäger, sondern als talentierter Mechaniker auf Corellia. Klingt bekannt? Genau, das ist der Heimatplanet von Han Solo. Und mit Solo verbindet Dengar noch viel mehr als nur die Herkunft.

Dengar ist quasi die tragische Anti-These zu Han. Bei einem Swoop-Rennen, in welchem die beiden gemeinsam antraten, verlor Dengar gegen Solo. Han gewann das Rennen nicht nur mit einem schmutzigen Trick, sondern verbrannte dem jungen Mann auch noch das halbe Gesicht mit seinem Swoop-Bike Antrieb. Die Folge war ein schrecklicher Crash und eine ruinierte Karriere.

Dengars besondere Qualitäten und sein erschüttertes Menschenbild verschafften ihm wenig später einen Job für das Imperium. Dieser kam allerdings zu einem hohen Preis. Das Imperium therapierte seine schwersten Verletzungen kybernetisch, nahm ihm aber bei der Behandlung alle Emotionen. Nur Wut, Verzweiflung und Hoffnung wurden ihm als Empfindungen gelassen. Und mit diesem Päckchen machte sich Dengar sodann an die Arbeit: Solo finden und Rache üben.

Fun Fact: Dengar ist nicht nur in das „Imperium schlägt zurück zu sehen“, sondern auch ganz kurz in Jabbas Palast.

 

Top 10 Star Wars-Bounty Hunters.

IG-88: Der Menschen-verachtende Mörderbot

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Wer an die Droiden im Star Wars-Universum denkt, der hat sofort ein paar lustige Trottel oder clevere Kerlchen vor dem geistigen Auge. Schön, dass es IG-88-B gibt, um dieses kuschelige Klischee erbarmungslos zu zerstören.

IG-88 ist ein tötungsgeiler Attentäterdroide, der in den Holowan Maschinenwerken entwickelt wurde, um Imperial-Inspektor Gurdun zu dienen. Doch leider brannten bei IG-88 ein paar Sicherungen durch, bevor die technologisch hoch entwickelten Prototypen in Serie gehen konnten. Das Ergebnis: IG-88  bekam ein eigenes Bewusstsein, brachte gemeinsam mit weiteren drei Prototypen der IG-Serie seine Erschaffer um und strebte fortan die Herrschaft über die gesamte Galaxie an. Da sich die Vernichtung allen menschlichen Lebens aber etwas hinzog, verdingte sich IG-88 zwischenzeitig als Kopfgeldjäger und Assassine. Süßes Kerlchen.

Fun Fact: IG-88 wurde vom Gottvater des Star Wars-Designs, Ralph McQuarri, persönlich erschaffen. Seinen Kopf bekamen wir bereits in „Eine Neue Hoffnung“ zu sehen, hier war sein markantes Köpfchen ein Getränkespender in der Cantina von Mos Eisley.

Bossk: Der Wookie-Schlachter

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Bossk sieht auf den ersten Blick aus wie das Kanonenfutter aus einem schlechten Star Wars-Videogame. Was wohl daran liegt, dass Bossk diese undankbare Aufgabe bereits mehrfach übernehmen musste. Dabei steckt hier deutlich mehr unter der schuppigen Haut, als auf den ersten Blick zu sehen ist.

Dem Kinopublikum wurde Bossk bekannt, als er in der Schlacht von Hoth von Darth Vader auf Han Solo und Chewie angesetzt wurde. Als trandoshanischer Kopfgeldjäger brachte Bossk für diesen sehr speziellen Auftrag einen durchaus beachtlichen Erfahrungsschatz ein, sind Trandoshaner doch für ihre ruchlose Verfolgung und Ermordung von Wookies bekannt. Als Vater war Cradossk, dem ehemaligen Oberhaupt der Kopfgeldjägergilde, hat Bossk zudem ziemlich einflussreiche Freunde.

Fun Fact: Bossk nahm Boba Fett in den Klonkriegen unter seine Fittiche, bis sich die beiden im Streit trennten und fortan eine verbitterte Fehde führten.

Zuckuss: Der Loser

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Auch für Versager ist im Star Wars-Universum Platz. Zuckuss ist Mitglied der insektoiden Spezies „Gand“ und kann keinen Sauerstoff atmen. Augen auf bei der Berufswahl sollte man meinen, doch Zuckuss wurde dennoch intergalaktischer Kopfgeldjäger. Was irgendwann zu einem bedauerlichen Unfall führte, welcher ihm die Lungenflügel verätzte. Doch das ist eine andere Geschichte.

Grund für den Beginn seiner Karriere als Kopfgeldjäger war nicht seine besondere Eignung für den Beruf – er war sogar ziemlich schlecht darin - sondern die Tatsache, dass Zuckuss Macht-sensitiv ist. Zuckuss setzte seine Macht-Fähigkeiten ein, um Personen ausfindig zu machen. Eine sehr nützliche Fähigkeit, die ihn zum oft missbrauchten Spielball des Imperiums und der Rebellen machte. Erfolgreich wurde er nie.

Fun Fact: Zuckuss ist fast immer gemeinsam mit dem Droiden 4-LOM unterwegs. Als der Spielwarenhersteller Kenner in den 80er Jahren Actionfiguren von Zuckuss und 4-LOM veröffentlichte, wurde die Namen der beiden vertauscht. George Lucas musste die Verwirrung persönlich aufklären.

 

(Bildquellen: ©Disney /©Lucasfilm. Weitere Informationen zu den Kopfgeldjägern findet ihr auf  de.starwars.com

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