Star Wars 7-Lektionen: 7 Dinge, die Episode 8 unbedingt besser machen muss!

Tobias Heidemann 15

Seien wir ehrlich: „Star Wars 7“ hat Probleme. Große Probleme. Gewaltige Probleme gar. Was im Kino ungeheuer viel Spaß gemacht hat, verliert beim Sacken dann doch gehörig an Überzeugungskraft. Auf den offenkundigen Schwächen des Films ewig herumzureiten muss dann aber auch irgendwie nicht sein. Richten wir also den Blick nach vorn. Was lehrt uns „Episode 7“ in Bezug auf die kommenden Einträge des Franchise? Was muss „Star Wars: Episode 8“ unbedingt besser machen? Wir hätten da ein paar Vorschläge.  

Star Wars 7-Lektionen: 7 Dinge, die Episode 8 unbedingt besser machen muss!

Eine eigene Geschichte erzählen

Die wohl größte Schwäche von „Episode 7“ ist der radikale Remix-Gedanke, der hinter allem steht. „Das Erwachen der Macht“ ist eine geradezu sklavische Neuauflage von „Eine Neue Hoffnung“. Mit diesem Reboot-Konzept lieferte J. J. Abrams zwar jenes spezielle Star Wars-Feeling, das alle Welt von ihm erwartete, doch dieses besondere Gefühl kam im Nachhinein zu einem hohen Preis.

„Episode 7“ verpasst es über weiten Strecken komplett, eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Erst in den letzten Minuten streift der Film seine filmische Vergangenheit ab und beginnt etwas wirklich Neues zu erzählen. Das muss sich dringend ändern! Die Apple-Philosophie mag bei Smartphones funktionieren, im Kino hat sie nichts zu suchen. Wir wollen keine Produkt-Updates, sondern neue Star Wars-Geschichten.

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Star Wars: Das bedeuten die Farben der Lichtschwerter.

Das Imperium darf nicht zurückschlagen

Das mit der Eigenständigkeit bedeutet natürlich auch, dass „Episode 8“ sich auf gar keinen Fall zu sehr an „Das Imperium schlägt zurück“ orientieren darf. Mit anderen Worten: Bitte keine Variation von „Ich bin dein Vater“, bitte keine philosophisch-körperliche Trainingssequenz mit Luke und Rey, und um Yodas Willen, bitte keinen Verlust von Gliedmaßen!

Diese Berechenbarkeit wäre ein sicheres Todesurteil für den Unterhaltungswert von „Episode 8“. Die Grundlagen für eine eigenständige Geschichte sind von Abrams prima gelegt worden. Das Fundament ist solide. Jetzt gilt es, dieses Potential auch wirklich auszuschöpfen und nicht länger auf Nummer sicher zu spielen. Ein zweites Mal wird Disney mit der Remix-Philosophie nicht durchkommen. Das zeigen die enttäuschten Reaktionen einiger Fans schon jetzt.

Etwas mehr Politik darf es schon sein

Dem „Erwachen der Macht“ merkte man Abrams panische Angst vor jedweder politischer Dimension in jeder Sekunde an. Ist ja auch Verständlich. Immerhin hatte George Lucas mit seinem öden Prequel-Geschwafel von Handelsabkommen und den platten Parallelen zur Weimarer Republik Millionen von Fans in dieser Hinsicht erfolgreich verprellt. Doch „Star Wars 7“ hat sich diese bittere Lektion etwas zu sehr zu Herzen genommen.

Der Film scheint in einem politischen Vakuum zu schweben und jedweden gesellschaftlichen Kontext ganz bewusst zu vermeiden. In der Folge wirkt der Film kulturell vollkommen irrelevant. Ein großer Fehler, der dem „Erwachen der Macht“ eine der größten „Star Wars“-Tugenden verwehrt. Das offene und tausendfach analysierte Geheimnis des Erfolges der Original-Trilogie ist gerade diese Anschlussfähigkeit an kulturelle Kontexte. „Star Wars 8“ sollte sich in dieser Hinsicht ruhig wieder etwas mehr zutrauen. Viele Marvel-Filme sind da zum Beispiel deutlich cleverer und die wurden quasi im gleichen Hause produziert.

Bitte kein Todesstern mehr! Danke

Ok, selbsterklärend. Im Grunde schließt dieser Punkt auch nur nochmal an das Gesagte an. Aber man weiß ja bei diesen Hollywood-Pflaumen nie. Also nochmal schwarz auf weiß: Keine Wiederholungen mehr! Für alle etwaigen Todessterne und Killerbasen herrscht ab sofort absolutes Explosionsverbot.

Rey braucht Schwächen

Eine derzeit sehr verbreitete Kritik an „Star Wars 7“ ist die unerklärliche Omnipotenz von Rey. Das als Mary Sue bekannte Drehbuch-Problem einer über-idealisierten Hauptfigur hat uns aber ehrlich gesagt gar nicht so sehr gestört.

Doch bei genauerem Hinsehen erscheint Rey dann doch etwas zu mächtig. Ein Umstand, der sich in „Star Wars 8“ wahrscheinlich auch nicht über ihre mysteriöse Vergangenheit bereinigen lässt. Der galanteste Weg aus dieser Rey-Misere heraus wäre die Etablierung von nachvollziehbaren Schwächen und Achillesversen. Die gehören ohnehin zum guten Storytelling dazu und sind zudem ein essentieller Bestandteil von „Star Wars“. Also bitte: Rey braucht in „Episode 8“ ein echtes Hindernis und ein paar schmerzhafte Wunden.

Die Galaxie muss wieder größer und wichtiger werden

Der Moment, als das Sternen-System des Senats von der New Order komplett ausgelöscht wird, gehört zu den flüchtigsten des ganzen Films. Es war ein Genozid im Vorbeigehen. Wie kann das sein? Wieso entfaltet diese Szene vergleichsweise so wenig Wirkung? Der Grund dürfte darin liegen, dass die weit, weit entfernte Galaxie in „Star Wars 7“ unglaublich viel an Bedeutung verloren hat. Sie ist lediglich die – zweifelsohne liebevoll gestaltete – Verfügungsmasse für die Akzentuierung der Hauptfiguren.

Ein Eigenleben wurde dieser Galaxie aber nicht gegönnt. Doch „Star Wars“ braucht dieses galaktische Eigenleben unbedingt, um den kriegerischen und inneren Konflikten der Figuren Relevanz zu geben. Wie irrelevant die Galaxis in „Episode 7“ ist, lässt sich vor allem an der Geographie zwischen den Plot-Punkten ablesen. Alles scheint von überall einsehbar. Das Gefühl für die Entfernung geht irgendwie verloren. Die Dinge liegen plötzlich viel zu nah beieinander. Das Gefühl der Reise wurde abgeschafft. In „Episode 8“ darf die Galaxie ruhig wieder eine Hauptrolle spielen und sich groß anfühlen.

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Die dunkle Seite muss die Bühne übernehmen

Ob es nun J.J. Abrams` Absicht war, die dunkle Seite unterbelichtet zu lassen oder nicht, können andere für euch klären. Fest steht aber: Die Dark Side spielte in „Episode 7“ kaum eine Rolle. Und das sowohl in der weltlich-militärischen als auch in der esoterischen Dimension. Wie ging es nach Endor weiter? Wie ist die New Order entstanden? Wer ist dieser blöde CGI-Knilch Snoke? Und warum wirkt das alles plötzlich so ungefährlich?

Sollten diese brennenden Fragen offen bleiben, ist das kein Weltuntergang. Wir sind gerne bereit, ein paar leere Stellen selbst zu füllen. Was uns aber zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass die dunkle Seite in moralischer Hinsicht so wenig Kraft entfalten durfte. Der Verführungsaspekt ist ein wesentliches Element der „Star Wars“-Mythologie. Ihn so sehr zu vernachlässigen, hat dem Film sicher nicht gut getan. Zwar hat uns Kylo Ren als unreifer Schüler, als verletzter Hitzkopf gut gefallen, doch in „Episode 8“ wollen wir endlich wieder mit der dunklen Seite ringen. Ihrer Kraft, ihrer Versuchung, ihrer Attraktivität sollte deshalb unbedingt die Bühne gehören.

 https://www.giga.de/filme/star-wars-7/gallery/wie-geht-es-nach-star-wars-7-weiter-der-komplette-release-kalender-aller-neuen-star-wars-filme-und-spin-offs/

 

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