Pro & Contra: Alexandre Desplat komponiert Star-Wars-Soundtrack

Christoph Koch 1

In der vergangenen Woche bekam das „Star Wars“-Spin-off einen Titel verpasst und der offizielle Starttermin wurde bekanntgegeben. Jetzt steht auch fest, dass nicht Stammkomponist John Williams den Soundtrack zu „Star Wars: Rogue One“ komponieren wird, sondern Alexandre Desplat übernimmt. Kann das gut gehen?

Pro: Alexandre Desplat sorgt für modern-frischen Wind im „Star Wars“-Universum (Christoph)

Letzte Woche ließ Disney die „Star Wars“-Bombe platzen: Das „Star Wars“-Spin-off wird auf den Titel „Star Wars: Rogue One“ hören und Felicity Jones übernimmt die Hauptrolle im galaktischen Abenteuer. Auf dem Regiestuhl nimmt der „Godzilla“-Regisseur Gareth Edwards Platz und jetzt nimmt er seinen „Godzilla“-Komponisten gleich mit: Denn Alexandre Desplat wird die Musik für „Star Wars: Rogue One“ komponieren und übernimmt damit das Zepter von „Star Wars“-Stammkomponist John Williams.

Doch keine Sorge, John Williams bleibt dem „Star Wars“-Franchise auch weiterhin treu und wird nicht nur für „Star Wars 7: Das Erwachen der Macht“ die Musik beisteuern, sondern auch bei „Star Wars 8“ und „Star Wars 9“ für die klangliche Untermalung sorgen. Doch beim Spin-off darf jetzt das erste Mal überhaupt (abgesehen von den animierten „Star Wars“-Abenteuern) jemand Anderes ran. Und das ist gut so!

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Alexandre Desplat gibt immer wieder an, dass John Williams zu seinen größten Einflüssen zählt. Somit ist die Wahl des französischen Komponisten gar nicht so abwegig. Desplat hat außerdem ein feines Gespür dafür, einem Film die passende musikalische Note zu verpassen, was er schon mit dem Oscar-prämierten Soundtrack zu „Grand Budapest Hotel“ bewiesen hat.

Auch wenn ihm oftmals die ganz großen Melodien fehlen, die sich auch fernab des Films in den Kopf setzen, so schafft er es doch immer wieder, eindringliche Stücke zu erschaffen, die dem Film gut zu Gesicht stehen. Außerdem höre man sich nur mal das Stück ‚The Imitation Game‚ auf dem hervorragenden „The Imitation Game“-Soundtrack an. Man ahnt, dass in ihm das Potential schlummert, großartige Melodien zu zaubern, die sich im Kopf festbeißen und auch ohne den Film zu unterhalten wissen. Wenn er dieses Talent jetzt noch viel öfter herausstellt und auch bei „Star Wars: Rogue One“ herausholt, kann nicht viel schiefgehen.

Desplat ist ein großartiger Filmkomponist, der seine eigene, moderne und vor allem kreative Form findet, Filmen in musikalischer Hinsicht Ausdruck zu verleihen. Außerdem muss der Soundtrack zu „Star Wars: Rogue One“ bei weitem kein Abklatsch der „Star Wars“-Scores werden, denn der Film wird seine eigene Geschichte mit eigenen Charakteren erzählen. Da ist es nur passend, auch einen neuen, frischen Komponisten mit ins Boot zu holen, der dem neuen Abenteuer fernab der „Star Wars“-Episoden einen eigenen, unverwechselbaren Touch verleiht. Die Fußstapfen von John Williams sind riesig, keine Frage, doch für mich kann Alexandre Desplat sie ohne weiteres füllen.

Contra: John Williams ist der Mann fürs „Star Wars“-Universum (Philipp)

In einer Zeit, in der sich die freundschaftlichen Bande zwischen Steven Spielberg und George Lucas festzurrten und letzterer für seinen Blockbuster und späteren Filmklassiker „Krieg der Sterne“ noch einen Komponisten suchte, fruchtete das, was im Film-Business unabdingbar ist: Vitamin B. Und so vermittelte Spielberg den US-amerikanischen Film-Komponisten John Williams, mit welchem er schon bei „Der weiße Hai“ zusammengearbeitet hatte. John Williams komponierte daraufhin die Filmmusik zu „Krieg der Sterne“ und schuf einen Soundtrack, der bis in die Ewigkeit überdauern wird.

Nicht nur sorgte John Williams für den krawallartigen Einstieg der Blechbläser, der sich fortan in jedes Ohr brennen sollte und bezeichnend für das Opening einer jeden „Star Wars“-Episode wurde, sondern entwickelte etwa auch den imperialen Marsch, der fortan dem filmhistorischen Charakter Darth Vader zugeordnet wurde und selbst Menschen, die noch nie „Star Wars“ geguckt haben, absolut vertraut sein dürfte. John Williams und „Star Wars“ - das ist eine Zusammenarbeit, die Maßstäbe schuf und Filmgeschichte schrieb.

Und nun könnt ihr euch vorstellen, dass mich die Nachricht, dass Alexandre Desplat bei „Star Wars: Rogue One“ den Soundtrack komponieren wird, etwas verwundert hat. Um den bösen Stimmen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Alexandre Desplat ist ein großartiger Komponist! Wie Christoph oben schon schrieb, hat der Mann einige tolle Soundtracks entworfen, um mit „The Tree of Life“ und „Grand Budapest Hotel“ nur mal zwei zu nennen. Eine Beteiligung von Desplat ist eine Bereicherung für jeden Film. Jedoch nicht für „Star Wars“.

Desplat schafft schöne Klänge, aber, wie Christoph ebenfalls oben schreibt, fehlen ihm die großen Melodien. „Star Wars“ benötigt - gerade, wenn mit „Star Wars 7: Das Erwachen der Macht“ eine neue Ära eingeleitet wird - aber gerade die großen Melodien. Ja, Williams wird die Episoden 7 bis 9 komponieren, aber warum dann nicht auch die Spin-offs. Jeder „Star Wars“-Soundtrack - und dabei sind die Episoden 1 bis 3 im Gegensatz zur filmischen Ebene keine Ausnahme - ist eine reine Sinfonie, die wiederum auch übergreifend funktioniert. Und wer meint, dass die Gefahr besteht, dass John Williams nur bereits bekannte Stücke lau aufwärmt, sollte sich etwa einmal das Stück „Across the Stars“ anhören, welches es vorher noch nicht gab und passend zur Beziehung von Anakin (Hayden Christensen) und Padme (Natalie Portman) komponiert wurde.

John Williams besitzt die Kraft, die Fähigkeit und das Talent, auch für sechs neue „Star Wars“-Filme großartige Soundtracks zu schaffen. Da Desplat gesetzt ist, kann ich nur sagen, dass ich auch ihm eine ordentliche Umsetzung zutraue, jedoch viel lieber den genialen Geist Williams hätte arbeiten „hören“ wollen.

 

 

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