Neuer „Steve Jobs“-Film überzeugt Kritiker: Spekulationen um Oscar

Florian Matthey 5

Am 12. November startet „Steve Jobs“ in deutschen Kinos. Am Wochenende feierte der Film bereits bei einem Festival Premiere. Im Gegensatz zum ersten Jobs-Film mit Ashton Kutcher scheint der neue Film die Kritiker zu überzeugen. Sogar von Oscars ist die Rede.

Neuer „Steve Jobs“-Film überzeugt Kritiker: Spekulationen um Oscar

Der neue „Steve Jobs“-Film stammt aus der Hand des Drebuchschreibers Aaron Sorkin, der vor allem für das Skript zu „The Social Network“ bekannt ist. Sorkin startete schon einige Monate nach dem Tod von Steve Jobs auf Grundlage der offiziellen Biographie von Walter Isaacson mit der Arbeit. Regie führte Danny Boyle, der sich zuvor unter anderem mit „Slumdog Millionaire“ einen Namen gemacht hat.

In gewisser Weise war der Film, der am 9. Oktober in die US- und am 12. November in die Kinos hierzulande kommt, eine recht schwere Geburt: Für die Hauptrolle waren zunächst Leonardo DiCaprio und Christian Bale im Gespräch, bis Michael Fassbender den Zuschlag bekam, Steve Jobs zu portraitieren. Auch wechselte der Film noch vor weniger als einem Jahr das Produktionsstudio – von Sony Pictures zu Universal.

Das Warten und das Hin und Her scheint sich allerdings gelohnt zu haben: Vorgestern feierte der Film beim 42. Telluride Film Festival in Colorado Premiere. Es handelte sich offiziell noch um einen „Work in Progress“-Schnitt; in einem Monat wird sich an dem Film aber sicherlich nicht mehr so viel ändern. Zumal die Kritiker sich vom Film sehr angetan zeigten. Bisher genießt der Film bei Rotten Tomatoes 100 Prozent Zustimmung – allerdings gibt es auch erst fünf Rezensionen.

Mac Rumors hat einige erste Eindrücke gesammelt. Deadline zeigt sich vor allem vom Drehbuch angetan, mit dem sich Sorkin im Vergleich zu „The Social Network“ noch übertroffen habe. „Steve Jobs“ sei in gewisser Weise ein „Action-Film“, der aber nicht durch visuelle Effekte, sondern fast alleine durch Dialoge lebt. Es sei aufregend, den Schauspielern zuzuhören.

A propos Schauspieler: Deadline konnte sich auch mit Apples Mitgründer Steve Wozniak über den Film unterhalten, der die dargestellten Personen gut kannte und kennt. „Woz“ berichtet, dass er bei der Vorführung eines ersten Rohschnitts das Gefühl gehabt habe, tatsächlich Steve Jobs und den anderen zuzusehen. Besonders die Leistung von Kate Winslet als Apples Marketing-Chefin Joanna Hoffman habe ihn überzeugt.

Andere meinen, dass Fassbender seine Arbeit als Jobs besonders gut erledigt habe. Im Umfeld des Telluride-Filmfestivals wird der Schauspieler der BBC zufolge bereits als heißer Kandidat für die nächste Oscar-Verleihung gehandelt.

Als weitere positive Rezensionen nennt Mac Rumors Variety, denen vor allem die Regie gut gefällt. Auch zeigen sie sich angetan von der Tatsache, dass Boyle die Szenen aus dem Jahr 1984 auf 16-Millimeter-Film-, die Szenen aus dem Jahr 1988 auf 35-Millimeter-Film und die Szenen aus dem Jahr 1998 digital aufgezeichnet hat. Vielen Zuschauern würde dies zwar kaum auffallen, dennoch sei dies ein so kleines, aber feines Detail, dass es auch Steve Jobs selbst gefallen hätte.

Indiewire zeigt sich wiederum vom Konzept angetan, aus Jobs‘ Leben drei Szenen – die Backstage-Situation vor der Präsentation des ersten Mac, des ersten NeXT-Computers und des ersten iPod – hervorzuheben. Der Film sei eine Art „Birdman des Tech-Sektors“. Als Kritikpunkte nennt die Seite die Dialoge, die manchmal etwas zu dick aufgetragen seien. Auch seien einige Andeutungen von Apples großer Zukunft im Film unnötig. Damit scheint Indiewire etwas strenger mit dem Film zu sein als andere Kritiker – dennoch gibt die Seite als Bewertung ein ziemlich positives „B+“.

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