Beim Thema Movie-Sequels scheiden sich die Geister. Mal ehrlich, eigentlich wollen wir doch alle mehr von unseren heiß geliebten Streifen sehen. Andererseits schwört jeder gleich den Cash-Cow-Teufel herauf, wenn die Umsetzung einfach gegen die Wand gefahren wird. Ihre Berechtigung haben die Fortsetzungen schon allein deswegen, weil ihre Vorgänger gutes Geld in die Kassen der Studios gespült haben. Oder ist eine verkorkste Verlängerung nicht allein damit zu rechtfertigen?

Platz 5: Der Pate 3

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Hier braucht man nicht lange drum herum zu reden. Der dritte Teil der Familiensaga um Don Corleone und seine Zöglinge entstand aus Geldsorgen. Regisseur Francis Ford Coppola gab dies unumwunden zu, was jedoch nicht unbedingt den qualitativen Abfall erklärt, den er 1990 auf die Leinwand brachte. Allerdings ist es Meckern auf hohem Niveau, schließlich erzählt auch der dritte Teil eine solide Mafiageschichte mit einem Al Pacino, der sich auf seine alten Tage für weit schlechtere Filme verantworten muss. Einzig des Regisseurs Töchterchen kann als Totalausfall bezeichnet werden, die danach die weise Entscheidung traf, ihrer Passion hinter der Kamera nachzugehen. Gott seiʻs gedankt!

Trotzdem. Teil 3 muss sich an seinen Vorgängern messen lassen, die in meinem Schrank auf ewig einen Ehrenplatz ergattert haben. Und da scheitert er schlicht an der epochalen Darstellung eines Marlon Brando, an einer unglaublich ruhigen und dennoch brutalen Atmosphäre, die der ebenso bedachten technischen Umsetzung zu verdanken ist. Der letzte Teil wirkt mit Beginn der 90er Jahre schon wie ein Prototyp des aufkommenden Spektakelkinos, das den Zuschauer durch viel Action und ausladende Gewalt in den Kinosessel drücken will.