Stranger Things: Darum ist die VR-Experience eine komplette Enttäuschung

Kamila Zych 1

Seit dem 12. Dezember steht die VR-Experience zu Stranger Things kostenlos im PlayStation Store zur Verfügung. Fans der Serie – mich eingeschlossen – haben sich bereits sehr darauf gefreut, stattdessen entpuppte sich die VR-Erfahrung als eine bittere Enttäuschung.

Als ich letzte Woche davon erfuhr, dass ich die Stranger Things VR-Experience gratis im PS Store herunterladen kann, zögerte ich nicht lange und speicherte mir das Spiel direkt in meiner Bibliothek. Noch am selben Tag wollte ich mich in das sagenumwobene Hawkins stürzen und mit Elfi & Co. in ein nahzu reales Abenteuer eintauchen – die perfekte Gelegenheit, dachte ich mir, denn ich hatte bisher noch keine Möglichkeit PS VR eingehender unter die Lupe zu nehmen.

Doch dafür brauchte ich zunächst ein VR-Set. Glücklicherweise konnte ich mir in der Redaktion noch ein PS VR-Headset sichern, die dazu benötigte Kamera habe ich seperat in der Videothek ausgeliehen, weil schon alle vergriffen waren. So weit so gut! Also eilte ich nach Feierabend schnurstraks nach Hause und schloss das VR-Headset samt Kamera an. Allein den Überblick über die ganzen Komponenten und Kabel zu gewinnen, war schon eine Herausforderung an sich, aber ich habe es letzten Endes geschafft.

Im Gegensatz zur Stranger Things VR-Experience, werden dich diese VR-Erfahrungen sicherlich nicht enttäuschen:

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Virtual Reality: 6 unfassbare VR-Erfahrungen, die Dich überzeugen werden.

Als einige Augenblicke später das Stranger Things-Logo vor meinen Augen aufleuchtete, war ich drauf und dran loszulegen, doch dann: Zwei rote Move-Controller-Icons blinkten auf und ich so: „Ernsthaft?! Jetzt brauche ich noch zusätzlich zwei Move-Controller dafür?“, das habe ich auf der Store-Seite natürlich überlesen! Naja, so schnell wollte ich mich nicht entmutigen lassen und zum Glück befindet sich eine Videothek in meiner Nähe, also lief ich die fünf Minuten hin, um mir zusätzlich zwei Move-Controller auszuleihen.

Zu Hause angekommen, konnte es dann endlich losgehen. Einer der beiden Controller diente mir als Zeiger, der andere als Taschenlampe, mit der ich mich in einem dunklen Raum zurechtfinden sollte. Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis ich festgestellt habe: „Moment mal, das habe ich doch schon mal gesehen!“. Dabei geht es mir weniger um das Setting an sich, dass sicherlich jeder Stranger Things-Fan aus der Serie kennt, sondern um den konkreten Aufbau der VR-Experience. Genau eine solche Erfahrung habe ich bereits vor einem Jahr auf Youtube in Form eines 360°-Videos gesehen:

Achtung, Spoilerwarnung! Falls du die VR-Experience noch ausprobieren willst, solltest du dir das folgende Video nicht anschauen!

Stranger Things | Virtual Reality / 360 Experience [HD] | Netflix.

Und in der Tat wurde meine Vermutung bestätigt: Es handelt sich wirklich um genau das gleiche Video, welches einfach nur für PS VR adaptiert wurde. Nach gefühlten 2 Minuten war es schon vorbei mit der VR-Experience und ich war einfach nur enttäuscht: „Für dieses ‚Spiel‘ habe ich mir extra das VR-Headset, die Kamera und die Move-Controller ausgeliehen?!“ Alles zusammengenommen, habe ich für den Verleih des VR-Zubehörs rund 10 Euro gezahlt. Hätte ich vorher gewusst was mich erwartet, hätte nicht mal einen Cent dafür ausgegeben! Immerhin war der Download der VR-Experience kostenlos, wobei mich das schon hätte stutzig machen sollen.

Also, wenn du zu denjenigen gehörst, die die Stranger Things VR-Experience noch nicht ausprobiert haben : Es lohnt sich nicht! Zumindest nicht, wenn du ein Spiel erwartest, das länger als fünf Minuten dauert. Falls du das nötige Equipment besitzt, schadet es zwar bestimmt nicht, das mal auszuprobieren, doch dafür ein VR-Set extra auszuleihen, wäre wirklich übertrieben. Für mich definitiv die größte Spiel-Enttäuschung des Jahres – wenn ich das überhaupt so nennen kann!

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass eine VR-Experience in solchem Maße enttäuscht. Meist werden Filme und Spiele unter dem Deckmantel solcher VR-Erfahrungen beworben. Mein Kollege Sandro erklärt im Folgenden, warum solche Marketing-Aktionen ein schlechtes Licht auf Virtual Reality allgemein werfen.

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