…sind die ersten Gedanken nach jeder VR-Experience, die ich erlebt habe. So erging es mir auch nach Spider-Man: Homecoming - Virtual Reality Experience.

Spider-Man ist perfekt geeignet für Virtual Reality, könnte man meinen. Die VR-Erfahrung zum aktuellsten Spidey-Kinoauftritt ist jedoch nicht mehr als eine Tech-Demo. Statt dich durch Manhatten zu schweben oder Wolkenkratzer hochzuklettern, schießt du mit den Spinnenfäden bestimmte Ziele ab. Mehr nicht. Nach fünf Minuten ist das Ganze auch schon wieder vorbei. Welch eine verpasste Chance! Ein weiteres Beispiel: Theoretisch klingt es überragend, die sechs Superhelden der Justice League in ihrer VR-Experience mit unterschiedlichen Kräften und Aufgaben zu spielen. Allerdings bringt das alles nichts, wenn ich mich nicht so mächtig wie ein Superheld fühle, sondern diese Monotonie mich langweilt. Aber hey, immerhin ist beides kostenlos – anders als die VR-Experience zu Der Marsianer: Rettet Mark Watney.

Nachdem ich nur wenige Demos gespielt hatte, freute ich mich auf die VR-Erfahrung vom Matt Damon-Blockbuster Der Marsianer. Ich war vorerst nicht enttäuscht, schließlich konnte ich nicht nur mit dem Kino-Mark Watney mitfühlen, ich war plötzlich selbst Mark Watney. So musste ich Kartoffeln sortieren und anbauen, im Kampf gegen Sturm und Zeitdruck einen Kran steuern, um Solarplatten auf das Marsmobil zu verstauen und mehr. Doch erst als ich mit dem Raumschiff ins Weltall flog, nachdem ich Ballast abwarf, um mich anschließend vom Sitz zu reißen und mich durch den kaputten Handschuh zur Rettung zu steuern, erreichte diese VR-Experience eine besondere Intensität.

The Martian VR Experience Trailer.

Das Problem dabei: Diese wenigen Minuten sind bereits das Ende von Der Marsianer in VR. Ließ ich die letzte halbe Stunde Revue passieren, blieb zwar dieser eine besondere Moment hängen, dafür aber auch der Umstand, dass ich nicht nur zwischen den kurzen VR-Missionen immer wieder mit Film-Szenen aus der Immersion geschmissen wurde, sondern nun auch noch 20 Euro ärmer bin. Ja richtig, diese kurze VR-Erfahrung verlangte anfangs noch 20 Euro (umgerechnet also etwa einen Euro pro Minute). Dabei wurde mir keine neue Geschichte erzählt. Meine Auffassung der Roman- und Film-Story wurde nicht erweitert. Der Marsianer besticht vor allem durch seine Optik, weniger durchs Spiel an sich. Als kostenlose Beigabe zum Film wäre Der Marsianer VR definitiv empfehlenswert.

Es ist der falsche Weg, Virtual Reality endlich bei Videospiel-Fans zu etablieren. Verkaufen die Macher meiner Lieblingsserie oder meines Lieblingsfilms eine VR-Experience als innovatives, wenn auch meist kostenloses Erlebnis, sind die Erwartungen automatisch hoch. Statt die Immersion und die neuen Möglichkeiten der Interaktion richtig auszunutzen, verkommen die meisten VR-Experiences allerdings zu Marketing-Aktionen für das eigentliche Werk. Bin ich gerade einmal in diese virtuelle Welt abgetaucht, schon muss ich wieder in die reale Welt zurückkehren. Was bleibt, ist nicht mehr als eine kurze Demo, die Lust auf mehr macht. Mehr wird jedoch nicht kommen – zumindest nicht in VR. Diese Erkenntnis schadet nicht nur die VR-Erfahrung selbst, sondern auch der jeweiligen Meinung zum Thema Virtual Reality.

Hier gilt es, in Zukunft selbst zwischen einer Experience und einem Spiel zu unterscheiden. Denn ansonsten heißt es immer wieder: „Das war’s?“

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