Suicide Squad-Trailer-Leak: Entspann dich, Warner!

Marek Bang 2

Es ist Comic Con und alle so Yeah? Nun ja, fast. Die Verantwortlichen von Warner Bros. jedenfalls reagierten erbost über den Leak des „Suicide Squad“-Trailers und sahen sich gezwungen, eine offizielle Version nachzureichen, inklusive amtlichem Diss. Ist diese Reaktion verständlich oder überzogen? Wir haben uns in der News der Woche darüber Gedanken gemacht.

Suicide Squad-Trailer-Leak: Entspann dich, Warner!
Bildquelle: © Warner Bros.

Eigentlich sollte der Trailer von „Suicide Squad“ ein exklusives Bonbon für die Besucher der  Comic Con bleiben, doch wo sich Nerds aufhalten, gibt es meist auch Internet und schupsdiwups landete der abgefilmte Trailer im Netz. Fiese Aktion, dachte sich die Marketing-Abteilung von Warner und reagierte prompt. Der Trailer wurde in seiner vollen Pracht frühzeitig veröffentlicht, ebenso wie eine erboste Klageschrift gegen Piraterie. Ist die harsche Reaktion verständlich oder wird hier angesichts des durch den Leak ausgelösten Hypes nur auf hohem Niveau gejammert? Bevor wir uns darüber Gedanken machen, hier erst einmal der Stein des Anstoßes:

Suicide Squad - Erster Trailer

Suicide Squad - Trailer 1 Englisch.

Hier noch der Vollständigkeit halber das Statement von Warner Bros., das uns via Screenrant erreicht:

Warner Bros. Pictures and our anti-piracy team have worked tirelessly over the last 48 hours to contain the Suicide Squad footage that was pirated from Hall H on Saturday. We have been unable to achieve that goal. Today we will release the same footage that has been illegally circulating on the web, in the form it was created and high quality with which it was intended to be enjoyed. We regret this decision as it was our intention to keep the footage as a unique experience for the Comic Con crowd, but we cannot continue to allow the film to be represented by the poor quality of the pirated footage stolen from our presentation.

Natürlich ist Piraterie grundsätzlich abzulehnen und Künstler haben wie jeder andere Mensch auch das Recht auf geistiges Eigentum und eine Entlohnung für ihr Werk. Das ist überhaupt keine Frage und wer 2016 den fertigen „Suicide Squad“ illegal ins Netz stellt, begeht eine Straftat. Das ist - wie man heute so schön sagt - alternativlos und in diesem Falle auch gut so. Allerdings geht es hier um einen Trailer, der sowieso in diesem Jahr kostenlos veröffentlicht worden wäre und dessen alleiniger Zweck es ist, Aufmerksamkeit für einen Film zu generieren. Ist also nicht wirklich viel Schlimmes passiert, vielleicht ja sogar im Gegenteil. Der Leak verbreitete sich rasant im Netz und trägt massiv zum Hype um das kommende Superheldenspektakel bei, in dem eine Horde verurteilter Bösewichte auf eine Selbstmordmission geschickt wird.

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Liebe Verantwortlichen von Warner, wo liegt denn euer Problem? Ist es nicht Sinn einer Marketing-Kampagne, dass so viele Konsumenten wie möglich ins Kino rennen und den „Suicide Squad“ anschauen? Hat sich durch den Leak eines Trailers etwas daran geändert? Wohl eher im Gegenteil, denn die Aufmerksamkeit für den Film ist gewachsen und euer Projekt ist in aller Munde, besser könnte Werbung in eigener Sache doch gar nicht laufen, Zeitpunkt hin oder her. Es ist doch Mumpitz, jetzt anzunehmen, dass dank des Leaks nun weniger Menschen an Harley Quinn (Margot Robbie), Deadshot (Will Smith) oder Rick Flagg (Joel Kinnaman) interessiert sind als zuvor. Oder ist das alles etwa nur Kalkül?

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Wurde der Leak des „Suicide Squad“-Trailers bewusst inszeniert?

Vielleicht läuft für Warner ja alles nach Plan und die Herrschaften kassieren mit dem Leak, ihrer Aufregung und der offiziellen Veröffentlichung des Trailers gleich das Dreifache an Aufmerksamkeit ab und ich reihe mich mit diesem Artikel wie ein Lemming in die Marketing-Strategie von Warner ein. Das ist natürlich nur reine Spekulation, aber ein wenig wunderlich mutet es schon an, mit Hightech-Arsenalen ausgerüsteten Hipstern auf der Comic Con einen exklusiven Trailer zu präsentieren und dann schockiert zu reagieren, dass irgendwo ein Smartphone an war. Sollte das Vorgehen also Teil des Plans gewesen sein, dann herzlichen Glückwunsch zu einer so effektiven wie letztlich unnötigen Aktion, die sich anfühlt wie ein Mätzchen, das weder Jared Leto als Joker nötig hat, noch die zahlreichen Fans des „Suicide Squad“, die einfach nur ihre Vorfreude auf den fertigen Film mit einer Vorschau zelebrieren wollen.

Fassen wir also zusammen: Trailer sind nichts anderes als Werbung für einen Film und durch den Leak hat der Trailer von „Suicide Squad“ an Aufmerksamkeit im Leben nichts eingebüßt, also ist jegliche Aufregung - es sei denn es ist alles wohlkalkuliert - nicht nachzuvollziehen. In diesem Sinne, liebes Marketing-Team von Warner, entspannt euch!

„Suicide Squad“ startet am 04. August 2016 in den Kinos. Schauen wir mal, auf welchem Wege uns in Zukunft weitere Trailer zum Film von David Ayer erreichen werden.

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