Pro & Contra: Ist das erste Bild des Suicide Squads Top oder Flop?

Christoph Koch 3

Ähnlich wie schon das Bild des Jokers in „Suicide Squad“ hat auch das erste Bild des kompletten Suicide Squads für ordentlich Furore gesorgt. Wir diskutieren: Ist das Bild nun  Top oder doch eher ein riesiger Flop?

Pro & Contra: Ist das erste Bild des Suicide Squads Top oder Flop?

Pro: Ruhig Blut liebe Comic-Freunde (Christoph)

Wo andere Comic-Verfilmungen monatelang ein großes Geheimnis daraus machen, wie denn nun die Charaktere auf der Leinwand aussehen werden, lässt sich die Warner Bros./DC Produktion „Suicide Squad“ nicht lumpen und liefert mit dem ersten Bild auf einen Schlag alle Helden in voller Ausrüstung. Dieser Paukenschlag hat für ordentlichen Wirbel gesorgt, denn schon das erste Bild vom „neuen“ Joker, der jetzt von Jared Leto verkörpert wird, hat zu sehr unterschiedliche Reaktionen geführt. Die einen fanden diese Version des Bösewichts zu punkig, andere waren wiederum hellauf begeistert. Kein Wunder, dass es nach dem vollständigen Blick auf den Suicide Squad ähnlich heiß hergeht.

Natürlich ist es erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man die Helden der Comics plötzlich in einer realen Version sieht und diese von bestimmten Schauspielern verkörpert werden. Da ist der Aufschrei natürlich erst einmal groß, denn jeder Comic-Liebhaber hat so seine ganz eigenen Vorstellungen, wie eine Leinwand-Version des Helden auszusehen hat. Regisseur David Ayer hat jedoch seinen ganz eigenen Weg gefunden und das ist auch gut so! Ähnlich wie schon Zack Snyder versucht sich der Regisseur daran, die Helden so getreu wie möglich in die Kinos zu bringen und daran ist ja erst einmal nichts Falsches.

Aus diesem Grund bin ich zwar auch über das ein oder andere Outfit überrascht, zolle den Verantwortlichen jedoch Tribut, dass sie sich zumindest sehr nah an der Comicvorlage bewegen. Denn seien wir einmal ehrlich: Recht machen kann man es eh nicht allen. Hätte sich Ayer ein wenig vom Comic entfernt und seine Interpretation des Suicide Squads abgeliefert, wäre das Gejammer noch viel größer. Nun sieht er sich nur Fans gegenüber, die mit ihren eigenen Vorstellungen an die Figuren herangegangen sind und jetzt vielleicht nicht zu 100 Prozent einverstanden sind.

Warner Bros. und DC wagen sich mit „Suicide Squad“ in ein neues Terrain der Comic-Verfilmungen vor, in dem sie eine Art böse Gang verwirklichen. Dieser Vibe schwingt auch mit diesem Bild mit, wodurch ich erst einmal vollkommen positiv gestimmt bin. Das wird was! Natürlich muss man dafür seine engen Comic-Scheuklappen vielleicht auch an der ein oder anderen Stelle einmal zur Seite legen und sich auf Neues einlassen, wobei David Ayer ja schon alles tut, um vor allem Comicfreunde glücklich zu machen.

Wer jetzt gegen diese Outfits der Helden wettert, sollte sich erst einmal entspannt zurücklehnen und abwarten, was der Film am Ende wirklich kann. Allzu viel Negativismus hat noch keinem Projekt gutgetan, weswegen wir erst einmal die Pferde im Stall lassen sollten. Vielmehr ist es an der Zeit, das „Suicide Squad“-Bild mit einer gesunden Portion Vorfreude zu betrachten und sich darauf zu freuen, dass hier ein wirkliches Bad-Ass Team auf uns zurollt, das fernab vergnüglicher Action neue Töne im Comic-Verfilmungen-Franchise anschlagen kann.

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Contra: Nur Schauspieler in schlechten Kostümen (Tobi)

„Meh“. Das war meine erste Reaktion auf das veröffentlichte Bild der „Suicide Squad“-Crew. Dass ich mit diesem kleinen Wort die gesamten Bemühungen von David Ayer und seinem Team auf der Grundlage von ein paar Pixeln vorverurteile, ist mir natürlich vollkommen bewusst. Doch was soll ich machen – ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte. Und das hier spricht meiner Meinung nach Bände.

Nachdem mich der „Batman v Superman“-Trailer mit seiner aufgesetzt düsteren Theatralik komplett kalt gelassen hatte, verlagerten sich meine DC-Hoffnung schnell auf das noch vage gehaltene Selbstmordkommando. Das unlängst präsentierte Joker-Bild, final oder nicht, wies trotz der albernen Tattoos („Hahahah“, wirklich?) in die richtige Richtung: Hauptsache anders, Hauptsache eigenständig und mutig.

Auch die Comic-Vorlage ließ mich mit ihren bisweilen sehr sarkastischen und überdrehten Tönen darauf hoffen, dass sich DC endlich von dem Weg verabschieden würde, den das Unternehmen nach dem tragischen „Green Lantern“-Flop eingeschlagen hatte. Bunt, böse und stolz auf die Comics – so sollte sich das „Suicide Squad“ eigentlich anlassen.

Unter dem nun veröffentlichten Bild steht nun aber ganz dick: „Banal“. Um meine Ernüchterung zu verdeutlichen, muss ich dabei gar nicht genauer auf das mitunter arg verunglückte Character-Design von Slipknot, Captain Boomerang, Enchantress, Katana, Rick Flagg, Harley Quinn, Deadshot, Killer Croc und El Diablo eingehen.

Es ist vor allem das Gesamtbild, das mich hier skeptisch stimmt. So ist es zum Beispiel immer ein ganz schlechtes Zeichen, wenn Figuren in Comic-Verfilmungen aussehen wie Schauspieler in Kostümen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Wer das nicht nachvollziehen kann, der rufe sich bitte noch einmal den Unterschied zwischen Tim Burtons „Batman“ und Joel Schumachers „Batman & Robin“ ins Gedächtnis. Hier sind es zum Leben erweckte Comic-Charaktere, dort ist es ein unter einem Berg von billiger Schminke, wackeligem Gummi und zwickendem Latex begrabener Arnold Schwarzenegger.

Dass das Bild obendrein noch mit den üblichen „Dark Knight“-Farbfiltern zugekleistert wurde, dass DC dieses eigentlich sehr spannende Projekt zumindest schon mal ästhetisch wieder in einem grau-schwarzen Sumpf aus stocksteifer Ernsthaftigkeit versenkt, das raubte mir dann noch den letzten Rest vorfreuender Sympathie. Niemand wünscht sich DCs Erfolg momentan mehr als ich. Dieses Universum verdient eine nachhaltige Filmlandschaft, die sich darauf versteht, die stilistische und narrative Reichhaltigkeit der Comics erfolgreich zu adaptieren. Dass dies mit dem „Suicide Squad“ gelingt, scheint mir nach diesem Bild wieder sehr viel unwahrscheinlicher.

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