Tatort Kritik: Dicker als Wasser, aber nur minimal über Durchschnitt

Marek Bang 2

Es ist wieder einmal Zeit für die alten „Tatort“-Hasen aus Köln. Ob die Herren Schenk und Ballauf auch mit ihrem mittlerweile 63. (!) Einsatz einen rheinländischen Blumentopf gewinnen können, erfahrt ihr wie immer bei uns. Hier kommt die aktuelle „Tatort“-Kritik von GIGA FILM zur Episode „Dicker als Wasser„

Tatort Kritik: Dicker als Wasser, aber nur minimal über Durchschnitt
Bildquelle: © ARD.

„Tatort“-Kritik: „Dicker als Wasser

Story von „Tatort: Dicker als Wasser“

Oliver Mohren war jung und erfolgreich. Sein „Sax Club“ war stets gut gefüllt und galt als Szene-Hotspot in der Medienstadt Köln. Nun liegt der Mann ermordet auf dem Boden vor seinem Laden und die „Tatort“-Urgesteine Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) kommen ins Spiel. Olivers Freundin Laura Albertz (Alice Dwyer) hat den Toten gefunden und macht widersprüchliche Angaben zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Vom Tatort wird sie dann auch rasch abgeholt, und zwar von ihrem Ex-Freund Erik Trimborn (Ludwig Trepte), von dem sie sich niemals wirklich trennen konnte. Ein Mord aus Eifersucht also? Die Kommissare trauen der einfachsten aller Theorien nicht so recht, zumal bald ein weiterer Charakter das Spielfeld betritt, dem das Böse aus allen Poren zu triefen scheint.

Eriks Vater Ralf Trimborn (Armin Rohde) saß wegen Mordes an einem Türsteher im Gefängnis und wurde erst vor kurzem entlassen. Der despotische Patriarch ist auch der Grund, warum Laura mit seinem Sohn Erik nicht mehr zusammen bleiben wollte. Der Vater des Toten hatte Schulden bei Ralf Trimborn, so dass auch er ein astreines Mordmotiv aufzuweisen hat. Doch die Vorstöße von Schenk und Ballauf prallen an dem eiskalten Mann nicht nur ab, sondern die Kommissare werden von der tickenden Zeitbombe regelrecht verhöhnt. Besonders Freddy ist nicht bereit, sich dermaßen vorführen zu lassen und beginnt, in der dunklen Vergangenheit von Ralf Trimborn zu stochern. Schnell kommt ihm ein furchtbarer Verdacht…

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Alle aktuellen Tatort-Kommissare im Überblick.

Ermittler im „Tatort: Dicker als Wasser“ Dietmar Bär als Freddy Schenk und Klaus J. Behrendt als Max Ballauf

Der eher gemütliche Familienvater Freddy Schenk und sein draufgängerischer Partner Max Ballauf sind Urgesteine im „Tatort“-Universum und befinden sich  bereits seit 1997 gemeinsam auf Verbrecherjagd am Rhein. Die Beiden kommen trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten in der Regel gut miteinander aus und wenn es doch mal zwickt, raufen sie sich immer wieder bei einem Kölsch an der legendären Wurstbraterei am Flussufer wieder zusammen.

Der Oldtimer-Liebhaber Freddy besorgt sich seinen fahrbaren Untersatz gern in der Asservatenkammer und ist mittlerweile liebevoller Großvater. Max hingegen führt eher wechselnde Beziehungen zu Frauen, die meist von kürzerer Dauer sind. In den letzten Kölner „Tatort“-Episoden fand jedoch eine für ihn untypische Annäherung zur Psychologin Dr. Lydia Rosenberg (Juliane Köhler) statt, die aber von brüchiger Natur ist, da es sich für den einsamen Wolf nicht so einfach gestaltet, auf einen anderen Menschen wirklich einzugehen.

Besondere Vorkommnisse im „Tatort: Dicker als Wasser“

Fast 25 Jahre hielt sich Armin Rohde vom „Tatort“-Universum fern, nun folgte mit der gestrigen Episode sein zweiter Auftritt innerhalb kürzester Zeit. Im Frankfurter Abschieds-„Tatort Das Haus am Ende der Straße“ für den verkrachten Kommissar Steier alias Joachim Król brillierte er Ende Februar als ehemaliger Polizist im Amok-Modus und auch als Bösewicht in „Dicker als Wasser“ machte er gestern Abend eine gute Figur. Regisseur und „Tatort“-Routinier Kaspar Heidelbach setzte alles auf die schwergewichtige Karte Rohde und verbannte die eigentlich starken Nebenfiguren wie dessen Film-Sohn Ludwig Trepte in die zweite Reihe.

Dem Duell mit Herrn Rohde stellte sich stellvertretend für die Polizei fast ausschließlich Freddy Schenk alias Dietmar Bär, was zugleich zu den stärksten Momenten vom „Tatort: Dicker als Wasser“ führte. Ansonsten gab es an der Kölner Front wenig neues, nur die legendäre Wurstbraterei fehlte. Nach einem gemeinsamen Bier war den beiden Herren Ermittlern aber auch nicht zu Mute, es herrschte etwas dicke Luft zwischen Freddy und Max, die sich am gestrigen Krimi-Abend eine Spur weniger gut verstanden als gewohnt.

Fazit vom „Tatort: Dicker als Wasser“

Nach den „Tatort“-Premieren aus Berlin und Nürnberg waren gestern Abend wieder zwei alte Hasen am Werk und setzten auf hinreichend bekannte Hausmannskost. Die Episode „Dicker als Wasser“ war im besten Sinne des Wortes Old-School und konnte nach etwas holprigem Beginn mit solider Spannung punkten. Armin Rohdes Präsenz wurde optimal genutzt, was allerdings die Engagements von Ludwig Trepte und Alice Dwyer etwas überflüssig machte. Auch in Punkto Bildsprache und Montage gab es gestern keine Experimente und wir bewegten uns über die vollen 90 Minuten auf vertrautem TV-Terrain.  Alle „Tatort“-Fans dürften mit der soliden Folge aus Köln zufrieden sein, zum besonderen Aushängeschild der Krimi-Reihe taugte die Routine-Ware von gestern Abend jedoch kaum. 08/15!

Bis zum 26.04.2015 könnt ihr euch den „Tatort: Dicker als Wasser“ ab 20 Uhr in der Mediathek der ARD anschauen. Hier ist eine Übersicht über alle aktuellen „Tatort-„Kommissare, ein „Tatort-Quiz“ haben wir auch für euch vorbereitet.

Tatort: Dicker als Wasser - Trailer deutsch.

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Jeden Sonntag um 20:15 Uhr ist bei dir "Tatort" angesagt und du ermittelst liebend gern auf dem heimischen Sofa mit? Dann beweise hier in unserem Quiz, ob du wirklich ein "Tatort"-Experte bist und zum Polizeipräsidenten des sonntäglichen Evergreens taugst! Viel Spaß bei deinen Ermittlungen!

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