Das Veto der Woche: Wenn Hollywood die FSK-12 fordert

Philipp Schleinig 2

Vergangene Woche erreichte uns die Nachricht, dass „Terminator 5: Genisys“ in den USA wohl eine Altersfreigabe PG-13 anstrebt. Das deutsche Pendant wäre die FSK 12. Damit setzt der Film einen Trend fort, der in Hollywood momentan angesagt zu sein scheint und extrem nervt!

Als ich noch in meiner Heimatstadt lebte, war es nie besonders leicht, sich einfach mal einen Film im Kino anzusehen, immerhin war besagtes Lichtspielhaus dann doch circa 50 Kilometer entfernt. So kam es, dass ich als Kind und junger Heranwachsender eigentlich nie ohne Eltern, beziehungsweise den Eltern eines Freundes, ins Kino ging. Nie kam ich in die Bredouille, dass ich mir einen Film mit einer höheren Altersfreigabe ansehen wollte, mir aber aufgrund meiner fehlenden Volljährigkeit der Zutritt verwehrt blieb.

Folgt man dem aktuellen, scheinbar schicken Trend Hollywoods, einfach fast alle Filme höchstens mit einer FSK-12-Freigabe in die Kinos zu bringen, wird wohl auch kein Jugendlicher je wieder mit diesem Problem zu kämpfen haben. Die neuste Hiobsbotschaft betrifft nun „Terminator 5: Genisys“, denn erst kürzlich meinte Darsteller Jai Courtney, dass für den fünften Teil der „Terminator“-Reihe jene PG-13-Freigabe – entspricht bei uns den 12 Jahren – angestrebt wird.

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Solch eine Nachricht erreicht uns nicht zum ersten Mal, um mit „The Expendables 3“ und der geplanten „Deadpool“-Verfilmung nur die aktuellsten Beispiele zu nennen. Wie ich bereits in der Kritik zum dritten Mucki-Streifen schrieb, bricht gerade die Altersfreigabe ab 12 Jahren „The Expendables 3“ das Genick. Obwohl es an jeder Ecke ordentlich knallt, bleibt der Film blutleer, unspektakulär und gar nicht so hart, wie etwa seine Vorgänger. „Deadpool“ zählt zu den beliebtesten Comic-Helden des Marvel-Universums, eben weil er immer einen nicht-jugendfreien Spruch auf den Lippen und ganz viel Blut an den Waffen hat.

Und nun stellt euch doch mal vor, wenn der geplanten „Deadpool“-Verfilmung genau das fehlt! Es ist doch eine Frechheit, Filmen 90 Prozent ihres Potenzials zu rauben, nur weil der verantwortliche Filmproduzent gern mehr Geld in den Kassen hätte. Und nur darum geht es! Oftmals bekomme ich in Diskussionen zu hören, das Ziel einer solchen Kampagne wäre es, den Film bekannter zu machen, einem großen und vor allem neuen Publikum zu öffnen und somit weitere Leinwandauftritt zu rechtfertigen. Das würde ich zu keiner Sekunde abstreiten. Aber versetzen wir uns doch einmal in den Mathematik-Unterricht und setzen logisch das Gleichheitszeichen: mehr Zuschauer ist gleich mehr Geld, groß angelegtes Franchise ist gleich mehr Geld, ein junges Publikum begeistern ist gleich mehr Geld.

Ja, eine FSK-12-Freigabe erhöht die Reichweite. Mehr Reichweite sorgt für ein größeres Einkommen. Wer nun aber argumentiert, dass FSK-12 einem Film, dessen Inhalt klar für Jugendliche ab 16 oder 18 Jahren abgestimmt ist, nicht schaden würde, liegt einfach falsch. Ich lasse mich doch nicht von einem Film reinlegen, der mir Ab-18-Inhalte präsentiert, sie aber durch den geschickten Schnitt und etwa das fehlende Blut für Zwölfjährige freigibt. Ich habe doch nicht 18 Jahre darauf gewartet, dass ich endlich volljährig bin, nur um mir dann trotzdem Filme ab 12 Jahren anzusehen. Versteht mich nicht falsch: Die FSK-12 ist kein Teufelswerk. Oft besitzt sie ihre volle Daseinsberechtigung und dient auch als perfekte Hürde zur Freigabe von Filmen. Aber doch nicht bei Werken, die auf Erwachsene zielen.

Warum muss das gesamte Kino heutzutage denn familien- und kinderfreundlich sein? Ich würde mit meiner Mutter auch kein „Deadpool“ ab 12 sehen wollen. „Es gibt doch Filme ab 18 Jahren, die eben keine Jugendfreigabe erhalten!“, mag mancher argumentieren. Ja klar, aber das sind dann auch die übelsten Splatter-Filme, in denen Kannibalen eine Gruppe total ahnungsloser Teenager fressen oder Zombie-Bieber auf großbusige Frauen losgelassen werden. Die will doch auch am Familiensonntag im Cinemaxx keiner sehen. Nein, da muss dann der Papa, der in dieser Vorstellung einmal Comic-Fan ist, seinem Sohn einen „Deadpool“ zeigen, von dem er selbst so in den Comics nichts gelesen hat.

„Terminator 5: Genisys“ wird nun also das gleiche Schicksal wie einst „The Expendables 3“ erwarten: Fans der alten Tage erwarten Arnold Schwarzeneggers Action-Auftritt, der leider zum lauen Lüftchen verpufft, und die Teenager von heute (ohne Filmwissen) denken, dass die Vorgänger ähnlich lahm waren. Und der Produzent? Der marschiert pfeifend zur Vorstandssitzung und präsentiert wunderbar schwarze Zahlen. Währenddessen wünsche ich mir, dass ein Jugendlicher ruhig mal wieder öfters des Films verwiesen wird, weil er noch nicht alt genug ist, und dafür ein paar Jahre später einen tollen Film zu sehen bekommt.

 

"Terminator" - Trailer.

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